HSG Rodgau Nieder-Roden

Handball: Hoddersen will mit USA ersten WM-Sieg feiern

Sam Hoddersen
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Sam Hoddersen

Die Handball-WM 2021 findet mit einem Spieler aus der Region statt. Sam Hoddersen, gebürtiger Offenbacher in Diensten des Drittligisten HSG Rodgau Nieder-Roden, steht im Kader der USA und will mit dem Team Geschichte schreiben.

Nieder-Roden – Wenn am 14. Januar 2021 bei der Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten in Gizeh das erste Gruppenspiel gegen Österreich ansteht, will auch Sam Hoddersen (23), Linksaußen des Drittligisten HSG Rodgau Nieder-Roden, auf dem Parkett stehen. Und die Chancen stehen sehr gut, zählte der Torjäger, der bereits als Zwölfjähriger für die Nachwuchs-Nationalmannschaft der USA am Ball war, doch bereits bei den Panamerikanischen Spielen 2019 in Lima/Peru zu den Stützen im US-Team. „Da habe ich mega Bock drauf“, erklärt der gebürtige Offenbacher mit Blick auf seine erste Weltmeisterschaft.

„Das war keine Überraschung, ich habe mit der Nominierung gerechnet“, sagt Hoddersen, der in der vergangenen Saison in der Mitte-Staffel der 3. Liga mit 150 Toren (29 Siebenmeter) hinter Michael Spatz (TV Großwallstadt, 176/79) zweitbester Torjäger und hinter Mario Stark (ebenfalls TVG, 124) zweitbester Feldtorschütze der Liga war, und der zuletzt im Februar mit der amerikanischen Nationalauswahl ein Trainingslager in Schweden absolviert hatte, ehe die Corona-Pandemie alles über den Haufen warf.

„Ich bin richtig stolz“, sagt Hoddersen über seine Nominierung, „ich habe noch nie so ein Riesenturnier gespielt.“ Überhaupt nahmen die USA – neben Hoddersen stehen fünf weitere Spieler im Kader, die bei deutschen Vereinen aktiv sind – erst sechsmal an einer WM teil, das bisher letzte Mal vor 19 Jahren. In bisher 25 WM-Partien gab es 25 Niederlagen. „Wir haben noch nie ein WM-Spiel gewonnen, das ist nun unser großes Ziel“, sagt Hoddersen, der 2016 aus der Jugend der HSG Hanau nach Nieder-Roden zurückkehrte.

Mit Frankreich (Olympiasieger 2008, 2012; sechsfacher Weltmeister, zuletzt 2017) und dem zweifachen Vizeweltmeister Norwegen hat die USA allerdings eine bärenstarke Gruppe erwischt. Die beste – und wohl einzige – Chance, endlich den ersten WM-Sieg einzufahren besteht damit im Eröffnungsspiel der Gruppe E gegen Österreich. „Das ist eine Riesenherausforderung, ich habe noch nie gegen solche Spieler gespielt“, sagt Hoddersen, „diese Erfahrung will ich einfach mitnehmen.“ Vor allem aber soll die Weltmeisterschaft Spaß machen.

Spaß machte ihm der Handball zuletzt jedoch nicht, statt Mannschaftstraining prägten auch im zweiten Corona-Lockdown Laufen und Kraftübungen den Trainingsalltag. Umso glücklicher sieht der Linksaußen den ersten Trainingseinheiten bei der HSG Rodgau entgegen, die in dieser Woche stattfinden sollen. „Die brauche ich, um in den Rhythmus zu kommen“, sagt er, „und ich brauche auch die Mannschaft um mich herum.“ Gleich zu Beginn des neuen Jahres geht es für die US-Nationalmannschaft ins knapp 14-tägige Trainingslager (voraussichtlich in Dänemark) und im Anschluss direkt weiter nach Ägypten. (Von Patrick Leonhardt)

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