„Bin sehr traurig und enttäuscht“

Handballer der TSG Bürgel trennen sich von Trainer Grunwaldt

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Gehen künftig getrennte Wege: Bürgels beurlaubter Trainer Tom Grunwaldt (rechts) und TSG-Kapitän Pana Nastos.

Offenbach - Nach fünf Pleiten in Serie hat Handball-Oberligist TSG Bürgel die Zusammenarbeit mit Tom Grunwaldt beendet. Der Aufstiegstrainer nahm die Entscheidung enttäuscht auf. Der abstiegsbedrohte Klub verspricht sich neue Impulse für den Abstiegskampf. Von Jörn Polzin 

Für Tom Grunwaldt scheint eine kleine Welt zusammengebrochen zu sein. Enttäuscht sei er, vor allem „sehr traurig“, beschreibt der beurlaubte Trainer der TSG Bürgel seine Gemütslage. „Ich muss es akzeptieren, aber es ist schwer zu verkraften.“ Das Kellerduell (32:33) am Samstag gegen Dotzheim war sein letztes Spiel als Coach des Tabellenzehnten. Wenig später folgte die Entlassung. Vor zweieinhalb Jahren hatte Grunwaldt das Ruder in Bürgel übernommen und den Klub in der abgelaufenen Saison zur Meisterschaft in der Landesliga Süd geführt. Die Entscheidung des Vorstands, nun getrennte Wege zu gehen, kann er daher trotz fünf Niederlagen in Serie schwer nachvollziehen. „Ich bin mit dem Team aufgestiegen und habe es weiterentwickelt. Die Zusammmenarbeit mit den Spielern war prima. Auch als es zuletzt nicht mehr so lief, haben sie alles gegeben“, betont er. Dass das Verhältnis intakt sei, zeige auch die Reaktion auf seine Entlassung. „Ich werde täglich mit Nachrichten bombardiert, in denen Spieler ihr Bedauern aussprechen.“ Kurzum: Vorzuwerfen habe er sich nichts.

Gänzlich unvorbereitet traf Grunwaldt die Entscheidung nicht. Bereits im Dezember gab es ein Gespräch mit dem Vorstand, in dem Bilanz gezogen wurde. Und die fiel eher durchwachsen aus. „Man hat mir mitgeteilt, dass wir die ersten drei Rückrundenspiele gewinnen müssen, ansonsten alles auf den Prüfstand kommt“, erzählt Grunwaldt. Das habe den Druck erhöht. „Ich bin aber ein Kämpfertyp und wollte wieder aus dem kleinen sportlichen Tal raus.“

Statt den erhofften Siegen folgten zwei Niederlagen mit je einem Tor Unterschied. „Man darf nicht vergessen, dass wir ohne die Langzeitverletzten Lukas Kaiser, Tim Büdel und durch den Abgang von Christian Hildebrand einiges an Qualität verloren haben“, betont Grunwaldt, für den die TSG Bürgel eine „Herzensangelegenheit“ war. Dennoch entschloss sich der Klub, die Reißleine zu ziehen. „Wir wollten neue Impulse setzen und haben trotz des guten Saisonstarts eine negative Entwicklung gesehen“, sagt Vorstandsmitglied Hans Kaiser. Auch er bedauere die Trennung: „Aber der Trainer kannte die Vorgaben und wusste, dass er Ergebnisse liefern muss.“

Bis ein Nachfolger gefunden ist – erste Gespräche wurden geführt – wird Teambetreuer Sven Lenort übernehmen. „Ich habe mit den meisten Jungs mehr als zehn Jahre zusammengespielt, mein Bruder und mein Cousin gehören zum Team. Da ist das natürlich keine Dauerlösung“, sagt Lenort. Es gelte nun, die Spieler auf die anstehenden Kellerduelle mit dem Vorletzten Kahl/Kleinostheim und Schlusslicht Griesheim einzustimmen. „Wir müssen uns wieder auf die Heimstärke besinnen und die Abwehrarbeit verbessern“, fordert Lenort. In den vergangenen vier Spielen kassierte die TSG immer mindestens 30 Gegentore. „Das ist viel zu viel.“

Quelle: op-online.de

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