Vorfreude aufs Fußballspielen bei HSG Hanau / Auch HSG Rodgau und TSG Bürgel begeistert

Handballer erleichtert über Corona-Lockerungen

Training unter freiem Himmel mit Corona-Sicherheitsabstand bei den Drittliga-Handballern der HSG Hanau.
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Bald Vergangenheit: Training unter freiem Himmel mit Corona-Sicherheitsabstand bei den Drittliga-Handballern der HSG Hanau.

Nach den erneuten Lockerungen durch die hessische Landesregierung freuen sich die Sportler, dass sie ab 1. August auch in den Kontaktsportarten wieder uneingeschränkt ihrem Hobby nachgehen können. Im Acht-Stufen-Plan des Deutschen Handballbundes wäre somit die siebte Stufe erreicht: Spielbetrieb ohne Publikum.

Rodgau/Hanau - „Das hört sich super an, die erneuten Lockerungen sind die Voraussetzung für den Spielbetrieb, das ist ein ganz wichtiger Schritt“, sagt René Marzo, Pressesprecher beim Drittligisten HSG Rodgau Nieder-Roden. Während aber die Jugendtrainer und Nachwuchsspieler, die bisher im Freien trainierten, nun verständlicherweise in die Halle drängen, sieht er auf die HSG-Verantwortlichen weiterhin reichlich Arbeit zukommen.

Denn noch sind viele Sachverhalte ungeklärt. Früher liefen sich die B-Jungen bereits warm, während die C-Jungen noch trainierten. Das wird nicht mehr möglich sein. Die ohnehin knappen Hallenzeiten der HSG werden somit weiter beschnitten. Und was wird, wenn am 16. August wieder die Schulen mit dem Sportunterricht beginnen? Muss zwischen Schule und HSG-Trainingseinheiten die Halle desinfiziert werden? Und wenn ja, von wem? Und wer trägt die Kosten? „Da sind noch viele knackige Fragen zu klären“, sagt Marzo, „wir wollen allen Mannschaften möglichst viel Trainingszeit ermöglichen. Aber wir müssen auch schauen, wo die Prioritäten liegen und welche Teams als erstes beginnen müssen. Das Training ist auf jeden Fall sehr wichtig, nicht, dass uns Kinder verloren gehen.“

Auf jeden Fall aber müssen die Nieder-Rodener Handballer auch weiterhin das in enger Absprache mit der Stadt festgelegte Hygienekonzept befolgen. An die Zeit, an der auch wieder das – gerade für den Handball-Sport so wichtige Publikum – zugelassen wird, denken die Nieder-Rodener noch gar nicht. Handball mit Publikum in einer kleinen Halle – das wirft eine ganze Reihe weiterer noch zu beantwortender Fragen auf.

Einfacher hat es Oberligist TSG Bürgel, der in seiner eigenen Halle, der ESO Sportfabrik, trainiert und spielt. Zwar findet hier auch Schulsport statt, „aber nur morgens, wenn wir keine Hallenzeiten benötigen“, erklärt TSG-Pressesprecher Sven Lenort, der über die Entscheidung der Landesregierung sehr glücklich ist: „Das ist der Tag, auf den wir alle gewartet haben.“ Klar ist für ihn, „dass wir uns weiter an die Hygieneregeln halten werden, es wird immer nur eine Mannschaft in der Halle sein.“ Daher wird das Training einige Minuten früher beendet, damit das jeweilige Team gemeinsam rechtzeitig die Halle verlassen kann. Die nachfolgende Mannschaft wartet so lange draußen auf dem Parkplatz. An der Anzahl der Einheiten wird sich nichts ändern, die Oberliga-Teams der ersten Herren und Damen können auch weiterhin viermal pro Woche trainieren. Die Offenbacher können dem Trainingsbetrieb entspannt entgegensehen. „Ein flaues Gefühl bleibt dennoch. Was ist, wenn eine zweite Coronawelle kommt oder die bisherigen Lockerungen wieder eingeschränkt werden müssen?“, fragt Lenort. Fraglich ist für ihn auch, wann die Jugend wieder spielen darf. „Die Gesundheit steht hier absolut im Vordergrund, eventuell sollte die Jugend vielleicht erst 2021 mit der Punktrunde beginnen“, meint er.

Große Freude brach auch bei der HSG Hanau aus, unter anderem auch auf das beliebteste Aufwärmspiel. „Die erste Reaktion in unserem Gruppen-Chat war, dass wir zum Aufwärmen jetzt endlich wieder Fußball spielen dürfen“, berichtete Oliver Lücke, der Trainer des Drittligateams.

Auch Torsten Weber, der Trainer des Bezirksoberligisten HSG Maintal, zeigt sich erleichtert über die Lockerungen. „Als Sportler braucht man Ziele, auf die man hinarbeiten kann, daher freuen wir uns schon auf die ersten Testspiele und Trainingseinheiten mit Vollkontakt“, so Weber.

Einen Blick auf den Kalender wirft derweil Norbert Wess, Trainer von Oberliga-Aufsteiger HSG Hanau II - denn vom 1. August bis zum ursprünglich angedachten Saisonstart Mitte September seien es sechs Wochen. „Diese sechs Wochen können wir so gestalten, dass wir in den nötigen Rhythmus kommen“, zeigt sich der erfahrene Trainer optimistisch. Ganz wichtig sei es, „mal sieben gegen sieben spielen zu können, damit wir neue Spieler integrieren und ein neues Deckungssystem üben können“, wie der HSG-Coach betont. (Von Patrick Leonhardt Und Robert Giese)

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