„Er hatte nicht mehr das Standing“

Wolfgang Kern tritt als Coach von Hassia Dieburg zurück

Wieder Spielertrainer: Torsten Schnitzer (rechts) betreut das Team gemeinsam mit Christian Enders. Foto: Eyssen
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Wieder Spielertrainer: Torsten Schnitzer (rechts) betreut das Team gemeinsam mit Christian Enders.

Dieburg – Trainer Wolfgang Kern und der SC Hassia Dieburg gehen – wie berichtet – getrennte Wege. Kern, dem im Sommer mit dem SC Hassia der direkte Wiederaufstieg in die Fußball-Gruppenliga Darmstadt gelungen war, trat in dieser Woche von seinem Traineramt zurück.

Torsten Schnitzer, schon einmal Spielertrainer bei der Hassia, und Abteilungsleiter Christian Enders übernehmen bis zur Winterpause.

„Viele Punkte“ hätten zur Rücktritts-Entscheidung geführt, sagte Kern am Donnerstag als Zuschauer am Rande des Nachholspiels zwischen dem SV Münster und dem SV Geinsheim (2:0). „Es ist einiges zusammen gekommen, aus diesem Grund habe ich dann die Konsequenzen gezogen“, so Kern. Ins Detail gehen wollte Kern nicht, er führte aber unter anderem die Ereignisse rund um das abgebrochene Spiel gegen den SV Münster an, bei dem fünf Dieburger Spieler die Gelb-Rote-Karten sahen.

„Es gab einige Faktoren“, die zum Abschied von Wolfgang Kern geführt hätten, sagte Abteilungsleiter Christian Enders. Neben dem Münster-Spiel nannte Enders die 1:9-Pleite in Büttelborn Anfang September, die Trainingsbeteiligung und Verletzungsprobleme. „Er hatte auch in der Mannschaft nicht mehr so das Standing wie in der vergangenen Saison. Daher sind wir überein gekommen, dass es für ihn und auch für den Verein das Beste ist, etwas Neues zu machen“, so Christian Enders. Kern trainierte die Hassia bereits in früheren Jahren. 2006 klopfte man in der Relegationsrunde sogar am Aufstieg zur Verbandsliga an. In der Winterpause der Saison 17/18 war Wolfgang Kern als Trainer zur Hassia zurückgekehrt. Den Abstieg in die Kreisoberliga konnte er zwar nicht verhindern, in der vergangenen Runde gelang aber der direkte Wiederaufstieg. Aktuell sind die Dieburger mit sechs Punkten aus acht Spielen Drittletzter.

Torsten Schnitzer, zuletzt nur Spieler bei den am kommenden Wochenende spielfreien Dieburgern, und Christian Enders übernehmen erst einmal bis zur Winterpause. Schnitzer war bereits viele Jahre Spielertrainer bei der Hassia. Er feierte unter anderem 2017 den Aufstieg in die Gruppenliga. „Torsten und ich kennen uns lange. Wir haben in etwa die gleiche Idee vom Fußball und die gleiche Mentalität. Da haben wir gedacht, das passt am besten“, so Enders. Bislang war Christian Enders gemeinsam mit Stefan Fäth auch Trainer der zweiten Mannschaft der Dieburger. Dieses Amt gibt er nun an seinen Bruder Matthias ab.

Wolfgang Kern

Nach dem Rücktritt von Mario Moretti ist man seit einigen Wochen beim starken Aufsteiger SG Langstadt/Babenhausen auf Trainersuche. Bis 2015 war Wolfgang Kern Trainer beim TSV Langstadt. Bislang, so Kern und Christian Segeth, sportlicher Leiter bei Langstadt/Babenhausen, übereinstimmend, habe es keinen Kontakt gegeben. Die SG will ihre Trainersuche bis nach dem Michelstadt-Spiel (3. Oktober) abgeschlossen haben. Dazu würden derzeit Gespräche mit Kandidaten geführt, sagte Segeth gestern.

Die Tabellenführung musste Langstadt/Babenhausen unter der Woche durch den 12:0-Kantersieg des VfR Fehlheim im Nachholspiel beim SV Nauheim an die Fehlheimer abgeben. Am Sonntag steht für Langstadt/Babenhausen das Spiel beim Schlusslicht TSV Lengfeld an, das noch ohne Punkt ist. „Die werden alles daran setzen, gegen uns den ersten Punkt zu holen. Das wird sicher ein hart umkämpftes Spiel“, so Christian Segeth. Neben den Fehlheimern ist der SV Münster, der sich durch den 2:0-Sieg gegen Geinsheim auf Platz drei verbesserte, als einziges Team ungeschlagen. Am Sonntag geht es zum Tabellenzehnten Sportfreunde Heppenheim. ey

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