Fußball-Hessenligist mit neuem Trainer Sasan Tabib und vielen Verstärkungen auf Platz zwei

Hessen Dreieich 2020: Keine Jugend mehr, aber 20 neue Spieler

Der neue Trainer Sasan Tabib ist mit dem SC Hessen Dreieich auf Erfolgskurs.
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Der neue Trainer Sasan Tabib ist mit dem SC Hessen Dreieich auf Erfolgskurs.

Dreieich – Die Corona-Pandemie prägte auch das Jahr 2020 des Fußball-Hessenligisten SC Hessen Dreieich. Dennoch war es ein spannendes Jahr mit einem überraschenden Trainerwechsel, vielen neuen Gesichtern – und sogar einem Titelgewinn.

Januar: Bei der Dreieicher Hallenstadtmeisterschaft in der Hans-Meudt-Halle setzt sich der SC Hessen mit einer zusammengewürfelten Truppe aus U19-Spielern und Akteuren der ersten Mannschaft mit einem 7:4-Finalsieg gegen den Kreisoberligisten FC Offenthal die Krone auf. Hessenliga-Spieler Besmir Haliti wird zum Spieler des Turniers gewählt. Ende des Monats setzt Kapitän Denis Streker ein Zeichen für die Zukunft und verlängert seinen Vertrag beim Hessenligisten um zwei weitere Spielzeiten bis Juni 2022. In Sinisa Alempic (Viktoria Urberach), Marcus Weinhardt (FSV Frankfurt), Vladimiros Safaridis (Eintracht Frankfurt U19), Yilmaz Kilic (Konyaspor/Türkei), Alem Koljic (Fortuna Köln) und Masse Bell Bell (Türk Gücü Friedberg) verpflichten die Dreieicher sechs Winter-Neuzugänge.

Februar: Die Ergebnisse in der Vorbereitung können sich sehen lassen. Vier Siegen steht eine 0:3-Niederlage gegen den Verbandsligisten SG Unter-Abtsteinach gegenüber. Beim Benefizturnier in Kahl belegt die Elf von Trainer Lars Schmidt nach einem 2:0-Sieg gegen den bayrischen Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg den dritten Platz. Nach einem halben Jahr kehrt Gregor Wojtech als Torwarttrainer zum SC Hessen zurück. Zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte in der Hessenliga setzen sich die Dreieicher beim SC Waldgirmes mit 2:0 durch.

März: Während zwei Testspiele erfolgreich verlaufen (5:2 gegen die FG Seckbach, 6:0 gegen die SG Rosenhöhe), kassieren die Dreieicher in der Hessenliga beim KSV Hessen Kassel eine 0:4-Pleite. Es ist gleichzeitig das letzte Pflichtspiel des SC Hessen in der Saison 2019/20. Der Paukenschlag folgt aber nur wenige Tage später: Der SCH verkündet, dass man die Abteilung Herrenfußball vollständig in einen neuen Rechtsträger (International Soccer Club Rhein-Main) auslagern und im Seniorenbereich nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen will.

April: Schnelle Kehrtwende: Weil die künftigen Rahmenbedingungen des Liga-Spielbetriebes nicht abzuschätzen sind, zieht der SCH seinen Antrag, das Spielrecht in der Hessenliga auf den International Soccer Club Rhein-Main zu übertragen, wieder zurück.

Mai: Aufgrund der Corona-Krise findet weiterhin kein Training statt.

Juni: Der SC Hessen zieht aus finanziellen Gründen seine U19- und U17-Jugendmannschaften aus dem Spielbetrieb zurück und verzichtet auf Jugendteams über der U15. Der nächste Paukenschlag: Sasan Tabib, Initiator, Mäzen, Präsident und Trainer des SV Pars Neu-Isenburg, wird Nachfolger von Lars Schmidt als Trainer beim SC Hessen. Schmidts Engagement endet nach nur einem Jahr, er wechselt zu den Sportfreunden Seligenstadt. Der Hessische Verband beendet die Saison 2019/20 vorzeitig. Regionalliga-Absteiger SC Hessen schließt die Runde nach 23 Partien auf dem siebten Platz ab.

Juli: Mit den Verpflichtungen von Torjäger Leon Burggraf (Rot-Weiß Hadamar) und Björn Schnitzer, für den die fünftklassigen Dreieicher eine hohe Ablösesumme an Regionalligist Viktoria Aschaffenburg zahlen, wecken die Dreieicher hohe Erwartungen im Umfeld. Zwölf neue Spieler kommen, 15 müssen gehen – darunter bis auf Alempic alle Winter-Zugänge. Nach 131 Tagen Pause rollt im Sportpark wieder der Ball – allerdings findet das erste Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Sportliche Leiter Yüksel Ekiz und Athletiktrainer Erdo Arnitali verlassen den Verein. Im ersten Testspiel gelingt ein 3:2-Sieg beim Mainzer Landesligisten TSG Bretzenheim.

August: Der Hessenligist lässt in den Testspielen aufhorchen: Gegen die Regionalligisten FSV Frankfurt (2:2), Kickers Offenbach (1:0) und Schott Mainz (1:1) bleibt die Tabib-Elf ungeschlagen. Im letzten Testspiel gegen Kreisoberligist TSG Neu-Isenburg gelingt ein müheloser 7:0-Erfolg. Nur wenige Tage später gibt es allerdings einen kräftigen Dämpfer: Im Kreispokal-Halbfinale der Saison 2019/20 scheitern die Dreieicher mit 4:5 am Gruppenligisten Sportfreunde Seligenstadt mit Ex-Trainer Lars Schmidt.

September: Mit einem 2:0-Sieg gegen Buchonia Flieden startet der SCH erfolgreich in die neue Punktrunde der Hessenliga. Der Saisonauftakt gelingt mit vier Siegen sehr gut, ehe im Spitzenspiel in Fulda bei der SG Barockstadt (1:3) die erste Niederlage folgt. Anschließend reicht es gegen den FC Eddersheim nur zu einem 3:3. Torjäger Burggraf zieht sich in Fulda eine Adduktorenverletzung zu und fällt seitdem aus. In Marc Wachs (SV Wehen Wiesbaden) und Torhüter Luca Bieber (Viktoria Aschaffenburg) legt der Verein mit Verstärkungen aus höheren Ligen noch einmal spektakulär nach. Es sind die Neuzugänge 19 und 20 im Jahr 2020.

Oktober: Der SC Hessen festigt mit sechs Siegen hintereinander den zweiten Tabellenplatz. Das 9:0 gegen die TuS Dietkirchen ist der höchste Sieg der Vereinsgeschichte. In dieser Partie feiert auch Urgestein Danny Klein nach eineinhalbjähriger Pause (Kreuzbandriss) sein Comeback. Die sprunghaft ansteigenden Corona-Zahlen und die erneute Saisonunterbrechung stoppen den Siegeszug abrupt.

November: Beim SC Hessen ruht der Ball, ehe es mit individuellen Laufeinheiten und Zoomtrainingseinheiten, die Co-Trainer Sven Kunisch leitet, wieder an die Fitness geht.

Dezember: Toni Reljic, Pero Miletic und Daniel Dejanovic vertreten den SC Hessen erfolgreich beim E-Football-Turnier HFV-StayAtHomeAgain Cup 2020 des Hessischen Fußball Verbandes. Dem Trio gelingt der Einzug in die Runde der besten 32 Mannschaften. Trainiert wird weiterhin über Zoom und individuell auf der Laufstrecke. „Wenn es weitergeht, wollen wir fit sein“, sagt Trainer Sasan Tabib, der sich beim SC Hessen „super wohl“ fühlt und den Blick auf die Meisterschaft richtet. Veränderungen im Kader sind keine geplant.

Von Patrick Leonhardt

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