Neun Monate alter Sohn als Motivationsspritze

Stürmer Hamza Khadri erzielt sieben Tore gegen Rot-Weiß Offenbach

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Hamza Khadri, neuer Torjäger des A-Ligisten TSV Heusenstamm.

In den vergangenen Jahren hat Hamza Khadri den FC Maroc Offenbach mit seinen Treffern in der Fußball-Kreisliga A gehalten. 2016/17 hat er 37 Mal getroffen – das war Bestwert der Liga. Nach einem halben Jahr beim SV Gemaa Tempelsee (ab Juli 2018) trumpft der mittlerweile 31-Jährige im Trikot der TSV Heusenstamm groß auf.

Heusenstamm – Bei seinem zweiten Punktspieleinsatz für den Traditionsverein in der Kreisliga A, Gruppe 2, erzielte er beim 11:0 gegen den Vorletzten Rot-Weiß Offenbach sieben Tore. „Es gab im Prinzip kein Körperteil, mit dem ich nicht getroffen haben“, sagt Khadri nach seiner Torgala. „Der Gegner war zwar schwach, aber wir haben ihn klasse ausgespielt. Meine Kollegen hinter mir sind gerannt ohne Ende und haben mir die Bälle aufgelegt. Das war ein richtig schöner Fußballtag“, berichtet der Torjäger, der in der Jugend für den FC Germania Bieber und später für KV Mühlheim sowie den SVG Steinheim gespielt hat.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte er beim 3:1-Sieg in Hainstadt einmal für Heusenstamm getroffen. Und auch für den SV Gemaa stehen in der Hinrunde immerhin zwölf Tore auf seinem Konto. Doch warum überhaupt dieser Wechsel in der Winterpause vom Tabellenvierten der Kreisliga A, Gruppe 1, zum Tabellenzweiten der Kreisliga A, Gruppe 2. „Ich hatte zuvor mit dem FC Maroc meist gegen den Abstieg gespielt – das war jetzt mal genug. In Tempelsee hatte ich zunächst ein sehr gutes Gefühl. Das Ziel war klar: Aufstieg in die Kreisoberliga. Doch wir hatten immer wieder Verletzte, sind nicht ganz oben rangekommen – und irgendwann bei zehn Punkten Rückstand auf die Spvgg. 03 Neu-Isenburg II wurde das Aufstiegsziel nicht mehr so ernst genommen. Dabei sind noch viele Spiele zu absolvieren, da muss man noch nicht das Saisonziel verändern. Das hat ein bisschen die Moral gebrochen“, spricht Khadri klare Worte. Er verließ in der Winterpause den Verein vom Buchhügel.

Und warum jetzt Heusenstamm? Der in Offenbach wohnende Khadri kannte TSV-Trainer Anel Nazic und den einen oder anderen Akteur. Heusenstamm war nach überraschend gutem Saisonverlauf nicht unbedingt auf Spielersuche, ein erfahrener Torjäger wie Khadri passt aber natürlich gut zu den „jungen Wilden“ vom Sportzentrum Martinsee. „Wir haben uns unterhalten, die Sympathie war gleich da. Der Klub imponiert mir. Vorstand, Sportanlage und Jugendarbeit sind klasse – und das Training ist super. Man bekommt das Gefühl vermittelt, dass man aufsteigen will“, sagt Khadri. „Wenn es in diesem Jahr klappt, wäre das natürlich top. Falls nicht, ist der Aufstieg 2020 ein Muss. Wir haben Ambitionen“, ergänzt der verheiratete Khadri, der seit neun Monaten Vater ist und Sohn Ilias Liam als „Motivationsspritze“ bezeichnet.

Der Blick auf die Tabelle: Der FC Teutonia Hausen dominiert die Liga, liegt bei einem Spiel weniger sechs Zähler vor den Heusenstammern (46 Punkte aus 21 Spielen). In der SG Wiking (44/21) und der TSV Lämmerspiel (39/20) machen sich zwei weitere Klubs Hoffnungen, die Aufstiegsspiele zur Kreisoberliga zu schaffen. „Meine Mannschaft hat schon jetzt Kreisoberliga-Niveau – ich bin absolut zuversichtlich“, sagt Khadri, der sein Geld als Hausmeister verdient.

TSV Heusenstamm gegen SV Zellhausen: Fotos 

Quelle: op-online.de

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