Nur Hörst spielt durch

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Salvatore D'Avino (rechts) zählt zwar zum Stamm-Sturm des OFC U23, erzielte auch vier Tore, musste aufgrund einer Sperre aber achtmal pausieren.

Offenbach (leo) ‐ Trotz Platz vier in der Saison 2008/ 2009 bekam die Hessenliga-Mannschaft der Offenbacher Kickers im Sommer wieder ein neues Gesicht. Von 22 Spielern gingen zwölf.

Von den 13 Neuzugängen kamen neun aus der eigenen Jugend. Auch auf der Trainerbank vollzog sich ein Wechsel: Der seitherige U19-Trainer Jürgen Baier übernahm die Aufgabe von Steffen Menze, der sich ganz den Profis widmete. Baier machte genau da weiter, wo Menze aufgehört hatte: mit Erfolgen. Nach 22 Partien nehmen die Kickers, die zwischenzeitlich sogar die Tabelle anführten und Herbstmeister wurden, mit 41 Punkten den dritten Tabellenplatz ein. Der Rückstand auf Spitzenreiter FSV Frankfurt U23 (23 Begegnungen) beträgt allerdings bereits neun Zähler.

Serien

Der OFC startete mit einem 2:0-Sieg gegen die U23 des FSV Frankfurt erfolgreich in die Saison. Nach vier Partien mit zwei Siegen und zwei Unentschieden wiesen die Baier-Schützlinge eine ausgeglichene Bilanz auf. Mit dem 3:0-Sieg beim SVA Bad Hersfeld starteten die Offenbacher eine Erfolgsserie von sechs Partien ohne Niederlage (16 von 18 Punkten), die erst im Spitzenspiel bei Viktoria Aschaffenburg mit einer 0:3- Niederlage endete. Doch der OFC mischte weiter oben mit, gab von den folgenden acht Partien nur eine (2:3 gegen den Hünfelder SV) ab und übernahm zwischenzeitlich die Tabellenführung. Gegen Jahresende allerdings schwächelten die Kickers etwas und verloren dreimal hintereinander. Wobei das 0:3 gegen Schlusslicht Bad Hersfeld am Bieberer Berg eine herbe Enttäuschung war. Im letzten Spiel des Jahres unterlagen die Offenbacher bei Klassenprimus FSV U23 mit 0:2.

Heimbilanz

Mit 22 Punkten aus zwölf Partien stellen die Kickers nur die achtbeste Heimmannschaft der Liga. Gerade die Niederlagen gegen Hünfeld (2:3) und Schlusslicht Bad Hersfeld (0:3) trüben die Bilanz am Bieberer Berg. Höhepunkt auf heimischem Gelände war das 5:0 gegen den damaligen Tabellendritten RSV Würges.

Auswärtsbilanz

Auswärts sammelte der OFC in zehn Spielen mit 19 Punkten hinter der FSV-U23 (10/23) und dem SC Waldgirmes (11/21) die meisten Punkte. Der 3:2-Sieg im Verfolgerduell in Baunatal wurde nachträglich in einen 3:0-Erfolg umgewandelt, weil die Nordhessen zwei nicht spielberechtigte Spieler eingesetzt hatten.

System

Die Offenbacher agieren im 4-4-2-System mit einer Mittelfeldraute, also einem „Sechser“ vor der Abwehr und einem Spielmacher hinter den beiden Spitzen. Stürmer Daniele Fiorentino kommt mal über die linke, mal über die effektivere rechte Angriffsseite.

Tore

Mit 52 Toren stellten die Kickers hinter der FSV-U23 (53) die beste Offensive der Liga. Erfolgreichster Torschütze ist mit 16 Treffern Daniele Fiorentino. Oktay Bulut und Gökhan Aydin trafen jeweils fünfmal, Letzterer bei nur neun Einsätzen. Bemerkenswert ist die Bilanz von Ugur Albayrak, der in nur vier Begegnungen sechsmal traf. 34 Gegentore sind dagegen nur der achtbeste Ligawert.

Dauerbrenner

Eigengewächs Philipp Hörst startete in der Hessenliga durch, kam als einziger Offenbacher in allen 22 Pflichtspielen zum Einsatz. Jeweils 21 Mal streiften sich Oktay Bulut, Mario Gotta und André Reinhard das Kickers-Trikot über. Daniele Fiorentino verbuchte 20 Einsätze. Insgesamt setzten die Kickers bisher 33 Spieler ein.

Personal

Als zweite Mannschaft sind die Kickers natürlich immer davon abhängig, wer aus dem Kader der Profis nach unten rückt – oder auch gleichzeitig in der dritten Liga benötigt wird. Zudem hatte die Baier-Elf eine ganze Reihe von schweren Verletzungen (Modica, Aydin, Acar) oder eine lange Sperre (D’Avino) zu verkraften. So setzten die Offenbacher bisher bereits 33 Spieler ein, darunter gleich vier Torhüter. Etabliert hat sich Rechtsverteidiger Philipp Hörst, der diese Position in allen 22 Hessenliga-Partien ausfüllte. Großes Gedränge herrscht in der Innenverteidigung: Kohl, Pintaric, Heitmeier, Goldschmitt, Modica und Akpunar kamen hier zum Einsatz. Links wurde Patrick Huckle nach neun Einsätzen nicht mehr berücksichtigt, André Reinhard übernahm diese Position. Auf der „Sechs“ spielte zunächst Muhamet Tokmak, später Jörn Kohl, zuletzt Mario Gotta. Einen Stammplatz auf den Außenbahnen hat Oktay Bulut sicher, den Platz hinter den Spitzen nimmt in der Regel der während der Hinrunde verpflichtete Stanko Pavlovic ein, nachdem Gökhan Aydin verletzungsbedingt wochenlang ausfiel. Sturmduo Nummer eins sind Salvatore D’Avino, der nach einer Rotsperre allerdings achtmal pausieren musste, und Daniele Fiorentino.

Zuschauer

Rund 100 Zuschauer, gerade in den kälteren Monaten auch weniger, besuchen die Heimspiele des Hessenligisten. Zum Spitzenspiel bei der FSV-U23 dagegen begleiteten rund 200 OFC-Anhänger ihre Mannschaft.

Perspektive

Die Meisterschaft ist angesichts der Überlegenheit des FSV Frankfurt wenn überhaupt nur noch ein kleines Thema. Um Platz zwei wollen die Offenbacher aber auch 2010 mitspielen. Vieles hängt davon ab, ob Torjäger Fiorentino am „Berg“ bleibt, wovon Trainer Jürgen Baier derzeit ausgeht. „Die Mannschaft hat sich nach der Herbstmeisterschaft selbst zu sehr unter Druck gesetzt“, sagt Baier. Aus den Augen verloren habe das Team den Titel aber noch nicht. Im Vordergrund steht allerdings weiterhin die Ausbildung der jungen Spieler.

Eingesetzte Spieler (Spiele/Tore):

 Hörst (22), Bulut (21/5), Gotta (21/2), Reinhard (21), Fiorentino (20/16), Kohl (18), Tokmak (17), Pintaric (16), Mazzone (15/2), D’Avino (14/4), Wolfert (12/2), Ünsal (10/2), Akpunar (9/1), Aydin (9/5), Huckle (9), Jordanic (8), Pavlovic (8/2), Acar, S. Pospischil (beide 7), Albayrak (4/6), Goldschmitt (4/1), Heitmeier (4/1), Modica (4/1), Ballweg, Endres, Güncavdi, Muhl (alle 4), B. Baier (3/1), Paul (3), Odabas (2), Chaftar (1/1), Fröhlich, Ulm (beide 1)

Quelle: op-online.de

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