Fußball-Gruppenliga Dieburg

Hoffnung bei Hassia Dieburg und SG Langstadt/Babenhausen

„Mir fehlt der Fußball schon“: Wolfgang Kern (vorne links), der im April 60 Jahre alt wird, trainiert seit 2019 die SG Langstadt/Babenhausen.
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„Mir fehlt der Fußball schon“: Wolfgang Kern (vorne links), der im April 60 Jahre alt wird, trainiert seit 2019 die SG Langstadt/Babenhausen.

Obwohl die Unterbrechung des Spielbetriebs in der Fußball-Gruppenliga Dieburg bereits eine gefühlte Ewigkeit dauert, hat das Duo aus der Region die Hoffnung noch nicht verloren. Die SG Langstadt/Babenhausen glaubt an den Aufstieg, der SC Hassia Dieburg an den Klassenerhalt

Dieburg/Babenhausen – Die Hängepartie zieht sich und zehrt langsam aber sicher an den Nerven. Auch die beiden Dieburger Fußball-Gruppenligisten SG Langstadt/Babenhausen und SC Hassia Dieburg sehen die Entscheidung herbei, ob zumindest noch eine Halbrunde in Angriff genommen werden kann. Personell geändert hat sich in der langen Winterpause, deren Ende nicht absehbar ist, bei der Spielgemeinschaft wenig.

Einzige Ausnahme: Berk Kocahal wechselte zum SV Hummetroth in die Kreisliga A Odenwald. Für die kommende Spielzeit ist noch kein Neuzugang fix.

„Ich bin aber zuversichtlich, dass die Mannschaft zusammenbleibt“, betont Trainer Wolfgang Kern. Der Sportliche Leiter Toni Coppolecchia ergänzt: „Ich denke, wir haben die Klasse, in der Gruppenliga mit dieser Mannschaft vorne mitzuspielen. Ob wir auch die Klasse hätten, in der Verbandsliga zu bestehen, da bin ich mir noch nicht ganz so sicher. Da müssten wir uns schon noch punktuell verstärken.“

Nur zwei Jahre nach dem Gruppenliga-Aufstieg könnte es tatsächlich zum Verbandsliga-Aufstieg kommen. Dafür ist aber Voraussetzung, dass zumindest die Hinrunde komplettiert wird. In der stehen für den Tabellenzweiten Langstadt/Babenhausen (21 Punkte, drei Zähler hinter Spitzenreiter Groß-Gerau) noch neun Spiele aus. Eine Halbrunde („Das würden wir begrüßen“) wäre für Kern eine sportlich faire Angelegenheit. Alle Mannschaften hätten dann zumindest einmal gegeneinander gespielt.

Natürlich halten sich die Spieler individuell fit, unter anderem mit Lauftraining. Wenn das Team auf den Platz zurück darf, ist Kern relativ optimistisch, dass man mit einigem Vorlauf an die Leistungen anknüpfen kann. „Da sind wir guter Dinge. Die Mannschaft hat großen Willen gezeigt“, betont der Trainer, der hofft, dass die Saison nicht annulliert wird und man womöglich bis in den August hinein auf Punktspiele verzichten muss. „Mir fehlt der Fußball schon. Das geht, glaube ich aber jedem so, der in diesem Bereich tätig ist.“

Beim SC Hassia Dieburg gibt es im zweiten Lockdown ebenfalls keine personellen Veränderungen. Trainer Timo Rödler, der im Sommer zur Hassia zurückgekehrt war und die Mannschaft gemeinsam mit Christian Enders betreut, hatte ohnehin für zwei Jahre zugesagt. Sportlich macht die Hassia wie bereits in der Abbruchsaison 19/20 schwierige Zeiten durch. Damals profitierte man als 14. vom Verzicht auf Absteiger. Diesmal sind die Dieburger nur einem Sieg aus neun Spielen - am 4. Oktober gab es ein 3:1 gegen den FC Fürth - mit drei Punkten und 6:36-Toren Vorletzter. Nur der punktlose SKV Bütteborn steht noch schlechter da.

Ein Abbruch ohne Wertung wäre auf den ersten Blick die beste Option für die Hassia – dann würde man den Klassenerhalt erneut am grünen Tisch schaffen. Das will Timo Rödler aber so nicht stehen lassen: „Wir können es sportlich schaffen, so weit sind wir nicht entfernt von den Nichtabstiegsplätzen.“ Rödler plädiert dafür, dass möglichst frühzeitig entschieden wird, bis zu welchem Zeitpunkt das Mannschaftstraining wieder aufgenommen werden muss, um noch eine Halbrunde zu spielen. Vier bis sechs Wochen Teamtraining sei nach so einer langen Pause schon nötig, bevor man wieder um Punkte spielt. Allzu weit nach hinten verlegen könne man den Neustart nicht.

Die Hassia-Spieler sind angehalten, sich durch regelmäßiges Lauftraining fit zu halten. Außerdem zieht man in Dieburg in Erwägung, auf dem Sportplatz bald mit dem Einzeltraining zu beginnen. Das ist auch im Lockdown möglich. Natürlich hätte man sich den einen oder anderen Sieg mehr gewünscht. „Das war auch drin. So waren wir etwa beim 1:2 gegen Nauheim am ersten Spieltag klar besser“, betont Rödler.

Dass es mit dem Klassenerhalt eine schwierige Aufgabe werden würde, war dem Trainerteam von vornerein klar. Im Sommer gab es zahlreiche Veränderungen im Kader. Unter anderem verließ mit Torsten Schnitzer, der als Spielertrainer zum FV Biblis ging, ein zentraler Spieler der vergangenen Jahre den Verein. Unter den Neuzugängen befinden sich sieben ehemalige Spieler von Viktoria Klein-Zimmern, die wie ihr Trainer zur Hassia wechselten, meist aber eine Dieburger Vergangenheit hatten.

„Außerdem haben wir gesagt, dass wir mehr auf die Jugend bauen wollen. Das haben wir auch getan“, erläutert Rödler. So war der 19-jährige Laurenz Finkernagel in allen neun Spielen dabei. Pascal Fuhlbrügge (19) bestritt sechs Partien, Nils Braun und Tim Gampe (beide 18) wurden ebenfalls an die erste Mannschaft heran geführt. Weitere Spieler, die kürzlich noch für die Jugend aufliefen, sind für die zweite Mannschaft in der B-Liga aktiv.

„Es wäre schön, wenn wir in der Gruppenliga bleiben würden“, meint der Trainer. Ein möglicher Abstieg wäre aber auch kein Beinbruch. (Von Sascha Eyssen )

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