Stürmer greift nach Leidenszeit wieder an

Horst Russ: Ein Leben für den Fußball

Ist auch zufrieden, wenn er „nur“ mal Tore vorbereitet: Der 38 Jahre alte Horst Russ (Mitte) will seine Erfahrung an die jüngeren Mitspieler der SG Rosenhöhe weitergeben Foto: Dörr
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Ist auch zufrieden, wenn er „nur“ mal Tore vorbereitet: Der 38 Jahre alte Horst Russ (Mitte) will seine Erfahrung an die jüngeren Mitspieler der SG Rosenhöhe weitergeben.

Offenbach - Vor der vergangenen Saison in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost setzten sie einige Hoffnung in ihn: Stürmer Horst Russ sollte der SG Rosenhöhe mit seinen Toren weiterhelfen.

Doch erstens kam es anders, und zweitens als man denkt: Der Routinier verletzte sich und fiel die gesamte Runde aus. Nun ist der 38-Jährige wieder fit, machte bei den Offenbachern die Vorbereitung mit, war beim 4:3 der SG Rosenhöhe über die TGS Jügesheim als vierfacher Vorbereiter der „heimliche“ Matchwinner und lebt noch immer für den Fußball. „Ich finde die vier Vorlagen gar nicht so ungewöhnlich“, sagt Russ, als er kurz vor der Trainingseinheit mit dem Gruppenliga-Team steht. „Wenn’s der Mannschaft hilft, lege ich auch gern quer.“ Ob er auch selbst treffe, sei zweitrangig, wenn die Mannschaft Erfolg habe. Was bei der SG Rosenhöhe in den ersten sieben Partien (drei Siege, vier Niederlagen) allerdings nur bedingt der Fall war.

Russ könnte in gesunder Verfassung einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass sich die Offenbacher zusehends von der Abstiegsregion entfernen. „Ich habe ein Jahr Pause gehabt, Verletzungen vorher nicht gekannt“, blickt er auf die jüngste Leidenszeit zurück. Eine hartnäckige Schambein-Entzündung verhinderte eine ganze Saison lang Einsätze. „Ich hatte in meiner ganzen Laufbahn vorher gar nichts, nicht mal eine Zerrung, nicht mal einen Krampf“, meint er. Und diese Laufbahn dauert allein bei den Aktiven schon zwei Jahrzehnte, führte ihn zu 239 Spielen in der Ober- und späteren Hessenliga sowie acht Partien in der Regionalliga Süd sowie zu einem Kurzeinsatz im DFB-Pokal.

In der Fußball-Region Offenbach zählt Russ fast schon zum Inventar, schnürte die Stiefel mehrere Spielzeiten für Germania Ober-Roden (102 Spiele, 38 Tore), aber auch Viktoria Urberach, Kickers Offenbach (neun Kurzeinsätze, zwei Treffer, dort auch im DFB-Pokal eingesetzt) und vor seiner Zeit bei der SG Rosenhöhe für Viktoria Aschaffenburg. Inzwischen ist die Gruppenliga und die Rosenhöhe seine sportliche Heimat geworden. „Ich will auf jeden Fall noch ein paar Jahre spielen“, sagt der 1,88-Meter große Offensivmann, der aufgrund seiner Robustheit sogar noch stattlicher wirkt. Außerdem lebe er nach wie vor für den Fußball - „ich rauche nicht, trinke nicht und schlafe viel“.

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Dreimal hat er wöchentlich selbst Training, dazu kommt das Spiel am Sonntag mit der ersten Mannschaft. Überdies trainiert er seit dieser Runde die F-Junioren der SG Rosenhöhe, wo auch sein Sohn spielt. „Insgesamt bin ich sechs bis sieben Mal pro Woche auf der Rosenhöhe“, sagt er. Eine Tochter hat Russ ebenfalls; neben Familie, Training und Spielen blieb bislang noch keine Zeit, die Trainerlizenz zu machen. Die sei aber durchaus im Blick, wenn auch noch nicht ganz konkret vor Augen.

Vergangene Saison betreute Horst Russ noch die U19 der Offenbacher. „Mit sechs ehemaligen A-Junioren spiele ich jetzt zusammen in einer Mannschaft.“ Dennoch ordne er sich wie jeder Spieler dem Team unter. Die nächste Gelegenheit Vorlagen und vielleicht auch eigene Treffer bietet sich dem Stürmer am morgigen Sonntag (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen die BG Büdingen. Ein Sieg wäre der erste Schritt aus der gefährlichen Zone.

jd

Quelle: op-online.de

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