Geschäftsführer, A-Jugendtrainer und Kreisläufer

HSG Hanau: „Hannes, wie machst Du das?“

Hanaus Kreisläufer Hannes Geist im Duell mit dem TV Großwallstadt, für dessen Junioren-Akademie er einst als Trainer tätig war: Der 31-Jährige spielte zuvor für den HC Empor Rostock und die HSG Kahl/Kleinostheim. Bei beiden Klubs war er auch Jugendcoach. Er betreute zudem die Bezirksauswahl Odenwald/Spessart.
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Hanaus Kreisläufer Hannes Geist im Duell mit dem TV Großwallstadt, für dessen Junioren-Akademie er einst als Trainer tätig war: Der 31-Jährige spielte zuvor für den HC Empor Rostock und die HSG Kahl/Kleinostheim. Bei beiden Klubs war er auch Jugendcoach. Er betreute zudem die Bezirksauswahl Odenwald/Spessart.

Offenbach - Über zu wenig Arbeit kann Hannes Geist beim besten Willen nicht klagen. Der 31-Jährige ist derzeit für die Handballspielgemeinschaft (HSG) Hanau dreifach im Einsatz. Parallel dazu absolviert der selbstständige Handelsvertreter noch die höchste deutsche Trainerausbildung. Von Christian Düncher 

Den vereinbarten Anruf aus der Redaktion nimmt Hannes Geist während der Autofahrt entgegen. „So kann ich die Zeit gut nutzen“, sagt er. Und gutes Zeitmanagement ist angesichts seiner vielen Aufgaben ein absolutes Muss. Der 31-Jährige hat nämlich neben dem Job als selbstständiger Handelsvertreter auch noch drei Aufgaben bei der HSG Hanau. Geist ist Geschäftsführer, Trainer der A-Jugend (Bundesliga) und hilft zudem als Kreisläufer bei der ersten Mannschaft (3. Liga) aus. Alles muss also genau geplant sein.

„Bei mir ist schon eine gute Taktung drin“, gibt Geist zu. „Möglich ist das alles nur mit einem guten Team und mit sehr viel Verständnis meiner Freundin.“ Denn viel gemeinsame Zeit gibt es momentan nicht. „Mein Trainerkollege bei der A-Jugend fragte mich: Hannes, wie machst Du das? Der Tag müsste für Dich 25 Stunden haben.“ Zumal Geist auch noch die höchste deutsche Trainerausbildung absolviert. Viermal sechs Tage über ein Jahr verteilt, dazu noch das Prüfungswochenende. „Da fehle ich natürlich ab und zu mal in der Trainingswoche“, sagt er. Aber darüber hatte man vorab gesprochen und entsprechende Vereinbarungen getroffen.

Eigentlich sollte sich Geist ab dieser Saison nur noch um seine Aufgaben als Geschäftsführer („Das sind viele kleine Dinge, die man ehrenamtlich nicht mehr leisten kann – wie zum Beispiel Hallenmanagement, Ausrüstung und Auswärtsfahrten“) sowie Trainer der A-Jugend kümmern. „Da gibt es so viel zu tun, dass ich an ein Comeback als Spieler noch nicht mal ansatzweise gedacht hatte“, sagt er. Weil sich Lucas Lorenz aber verletzte, sprang der Hüne (1,93 Meter, 94 Kilo) als Kreisläufer beim Drittligateam ein. Und so stehen montags und donnerstags Doppelschichten an. „Da stehe ich viereinhalb statt zweieinhalb Stunden in der Halle“, sagt Geist. Dienstags trainiert er hingegen nur mit den Herren, mittwochs und freitags nur mit der A-Jugend, die bei Überschneidungen Priorität hat.

„Wir sind mit der A-Jugend Gründungsmitglied der Bundesliga und seitdem immer dabei. Für uns ist das natürlich super, weil unsere Talente so auf höchstem Niveau Wettkämpfe absolvieren“, betont der gebürtige Rostocker, der als Siebenjähriger mit dem Handballspielen begonnen hatte. „Der Sprung von der A-Jugend in die 3. Liga ist trotzdem enorm.“ Um ihn zu vereinfachen, wurde bei der HSG Hanau das Spielsystem beider Teams aufeinander abgestimmt.

Und was ist unter diesen Voraussetzungen für den Verein mittelfristig möglich? „Weiter nach oben zu schielen, ist erlaubt“, meint Geist. „In den nächsten drei, vier Jahren müssen wir aber erst mal unsere Hausaufgaben machen. Damit ist nicht das Sportliche gemeint. Auch im Handball benötigt man Geld. Das muss hart erwirtschaftet werden.“

Am Samstag hat Geist aber erst mal ein anderes Problem. Die A-Jugend hat um 16 Uhr den SC DHfK Leipzig zu Gast, die Herren spielen um 19.30 Uhr in Eisenach. Es wird geprüft, ob der Trainer und Talent Tarek Marschall nach Abpfiff hinterherreisen sollen.

Quelle: op-online.de

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