Schlussspurt sichert Punkt gegen HSG Hanau 

Willensstarke Rodgauer erkämpfen sich das Erfolgserlebnis

Der Hanauer Lucas Lorenz (links) klatscht den jungen Johannes von der Au erbarmungslos zu Boden, dessen Wurf aber landet zum 22:22 im Netz. Foto: Eyßen
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Der Hanauer Lucas Lorenz (links) klatscht den jungen Johannes von der Au erbarmungslos zu Boden, dessen Wurf aber landet zum 22:22 im Netz.

Offenbach – Nach einem hochemotionalen Derby in der 3. Handball-Liga Ost, hervorgerufen durch eine einseitige Schiedsrichterleitung, beruhigten sich die Gemüter auf Seiten der HSG Rodgau Nieder-Roden und der HSG Hanau nach dem 22:22 (11:10) schnell wieder.

Spieler und Verantwortliche beider Seiten klatschten sich gegenseitig ab. Natürlich mit sehr unterschiedlichen Gemütsauffassungen. Auf der einen Seite die jubelnden Nieder-Rodener, die in viereinhalb Minuten einen 17:22-Rückstand ausgeglichen hatten, auf der anderen Seite die enttäuschten Hanauer, die eben diesen Fünf-Tore-Vorsprung aus der Hand gegeben hatten.

„Wir waren die bessere Mannschaft, aber am Ende nicht clever genug. Wenn mir jemand vor der Saison gesagt hätte, dass wir gegen Nieder-Roden 3:1 Punkte holen, hätte ich das sofort unterschrieben. Insofern ist alles gut“, meinte Hanaus Trainer Patrick Beer, der ab der 23. Minute Yaron Pillmann nach einer Roten Karte ersetzen musste. „Das hat uns schon wehgetan“, sagte Beer. Zwar ersetzte Lucas Lorenz den Hightower in der Abwehr gut, doch fehlte Pillmann bei den vielen Überzahlspielen der Grimmstädter im Angriff. „Die Überzahl konnten wir nicht ausnutzen“, bedauerte Beer, der allerdings beim Wechsel von Angriff auf Abwehr auch nicht wie erhofft wechseln konnte, „weil Nieder-Roden so schnell gespielt hat.“

Nach der knappen 11:10-Pausenführung „hat uns in der zweiten Hälfte jegliches Erfolgserlebnis gefehlt“, stellte Nieder-Rodens Trainer Jan Redmann fest. Bei sieben Zeitstrafen spielten die Gastgeber nach der Pause fast durchgängig in Unterzahl. Zunächst machte sich auf den Gesichtern der Rodgauer Spieler Wut breit, später Enttäuschung. Und doch brachten die Nieder-Rodener nochmals den Willen auf, den Rückstand aufzuholen und einen Punkt zu retten.

„Wir haben nicht so gut gespielt“, sagte Redmann, der die Hanauer Spieler angesichts dreier sehr harter Fouls sogar in Schutz nahm: „Klar, dass sie die riskieren, sie haben ja gemerkt, dass sie ohne große Bestrafung davon kommen“, meinte er. So kassierte Jugendspieler Tarek Marschall nach hartem Einsteigen gegen Michael Weidinger in der 52. Minute die erste Zeitstrafe für Hanau. Knallrot wäre auch denkbar gewesen.

Hart angegangen wurde beim 22:22-Ausgleich auch Torschütze Johannes von der Au, der mit Verdacht auf eine schwere Steißbein- und Hüftprellung vom Parkett getragen wurde. Auch Hanau beklagte einen Verletzten: Jannik Ruppert knickte bereits nach acht Minuten um, wirkte trotz getapten Knöchels nicht mehr mit. Bester Hanauer war ausgerechnet der ehemalige Nieder-Rodener Björn Christoffel, der alle sieben Versuche versenkte. (leo)

Quelle: op-online.de

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