Handball

HSG Hanau träumt trotz Saison-Annullierung vom Doppelaufstieg

Hoffen auf eine Aufstiegsrunde zur 2. Liga: Die Drittliga-Handballer der HSG Hanau um Luca Braun (hier unsanft gebremst vom Hochdorfer Nikola Sorda).
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Hoffen auf eine Aufstiegsrunde zur 2. Liga: Die Drittliga-Handballer der HSG Hanau um Luca Braun (hier unsanft gebremst vom Hochdorfer Nikola Sorda).

Der Spielbetreib im Bereich des Hessischen Handball-Verbandes bleibt ausgesetzt. Das bedeutet, dass die aktuellen Runden „nicht gewertet“ werden. Aufstiegsrunden soll es dennoch in einigen Bereichen geben. Die TSG Bürgel zögert noch, ob sie daran teilnimmt.

Offenbach/Hanau – Die Handball-Saison 2020/21 wird auf Hessen- und Bezirksebene nicht gewertet. Gestern bestätigte der Hessische Handballverband (HHV) offiziell die bereits vor einer Woche gefällte Entscheidung.

„Da bis zum 15. März eine umfassende Wiederaufnahme des Spielbetriebs nicht möglich ist, werden auf allen Ebenen des HHV die Runden nicht gewertet und somit weder Auf- noch Absteiger ermittelt“, teilte der Verband mit. Zudem werden keine Meister ermittelt. Den 15. März als Stichtag hatte der Verband bereits Anfang Januar festgelegt, nachdem er die Aussetzung des Spielbetriebs bis Ende Ende Februar bekannt gegeben hatte.

Der Deutsche Handball-Bund wiederum erkennt allen Oberligen ein Aufstiegsrecht in die 3. Liga zu. Der HHV wird somit in Abstimmung mit den interessierten Vereinen versuchen, jeweils einen Drittliga-Aufsteiger aus dem Männer- und Frauenbereich sportlich zu ermitteln. Sollte dies nicht gelingen, wird der HHV keinen Aufsteiger in die 3. Liga melden.

Gerade bei den Männern ist das aber mehr als unwahrscheinlich, hier scheint ein großes Interesse an der 3. Liga zu bestehen. Die vor der Runde als Meisterschaftsfavorit gehandelte HSG Pohlheim, die TSG Münster, die MT Melsungen II (dann könnten die U19-Spieler wie schon in der A-Jugend-Bundesliga weiterhin harzen) oder die HSG Kleenheim-Langgöns werden als mögliche Kandidaten für eine Aufstiegsrunde gehandelt. Ebenso wie die HSG Hanau II. „Wir wollen alle Optionen, sowohl für unsere zweite Mannschaft in der Oberliga als auch für unsere B-Jugend mit der Teilnahme an der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft, prüfen, da die Teilnahmen an den Wettkämpfen auch mit entsprechenden Hygienemaßnahmen verknüpft sind“, sagt Hannes Geist, Geschäftsstellenleiter der HSG. Denkbar ist, dass die Grimmstädter sowohl mit der ersten (zur 2. Liga) als auch der zweiten Mannschaft um den möglichen Aufstieg spielen.

Noch unschlüssig ist die TSG Bürgel. „Da gibt es viele Fragezeichen“, sagt TSG-Vorstandsmitglied Sven Lenort, „die Rahmenbedingungen sind noch völlig unklar.“ Das größte Problem stellt der Zeitrahmen da. Der HHV hat den Spielbetrieb bis mindestens 5. April weiterhin ausgesetzt. Dass die Handballer mit dem Vollkontakt-Training vor Ende April beginnen dürfen, ist sehr unwahrscheinlich, denkbar für den Wiedereinstieg ist eher der Zeitraum Ende Mai. Nach (mindestens) vier Wochen Vorbereitung würde die Aufstiegsrunde somit erst im Juli beginnen. Der Saisonstart für die 3. Liga ist für Mitte August terminiert. „Da wäre keine vernünftige Vorbereitung auf die 3. Liga möglich“, sagt Lenort. Zumal die Offenbacher als Aufsteiger auch noch kräftig an ihrem Kader basteln und neue Spieler integrieren müssten. „Und wir wollen ja nicht die Lachnummer der 3. Liga sein“, erklärt Lenort, „die Mannschaft möchte natürlich an der Aufstiegsrunde teilnehmen, um einfach wieder Handball zu spielen.“ Den TSG-Verantwortlichen stehen in den kommenden Tagen und Wochen wohl noch einige Videokonferenzen bevor, in denen kontrovers diskutiert wird, ehe voraussichtlich Ende März eine Entscheidung über eine mögliche Teilnahme fällt.

Aus dem Rennen ist dagegen die SG Bruchköbel. „Die SGB wird sich aus heutiger Sicht nicht an einer eventuellen Aufstiegsrunde beteiligen. Es spricht viel dagegen. Wir sind besser aufgehoben, wenn wir uns mit der Planung der nächsten Saison ohne eine solche Runde beschäftigen“, erklärt Bruchköbels Sportlicher Leiter Kazimir Balentovic.

Da es bedingt durch den Saisonabbruch keine Absteiger gibt, verbleibt auch Rot-Weiß Babenhausen in der 4. Liga. Die „Löwen“ hatten Anfang Oktober vergangenen Jahres angesichts der ungewissen Situation ihre vier Seniorenteams aus dem Spielbetrieb zurückgezogen. Die ersten Herren standen damit ursprünglich als erster Oberliga-Absteiger fest – wenn die Saison zumindest halbwegs normal stattgefunden hätte. „Der Verband ist auf uns zugekommen und wollte uns die Chance geben, weiterhin Oberliga zu spielen. Und das wollen wir“, bestätigt Babenhausens Teammanager Mitch Maloul.

Von Julia Meiss Und Patrick Leonhardt

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