HSG bricht nach sensationellem Saisonstart ein

„Die jüngste Entwicklung tut mir leid“

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Florian Stenger (am Ball, im Spiel gegen Bad Neustadt) und die HSG Rodgau Nieder-Roden taten sich in der 3. Handball-Liga zuletzt schwer. Die jüngste Schwächephase hatte auch einen Zuschauerrückgang zur Folge. Rechts: Timo Kaiser.

Nieder-Roden - Nachdem die Drittliga-Handballer der HSG Rodgau Nieder-Roden bereits die letzten zwei Spielzeiten auf dem sechsten Platz beendet hatten, sind sie auch nach der erste Saisonhälfte der aktuellen Runde Sechster. Von Patrick Leonhardt 

Die Hinrunde schlossen die Nieder-Rodener mit 17:13 Zählern ab, das erste Rückrundenspiel gegen Leipzig wurde mit 26:31 verloren. „Angesichts unseres Programms haben wir vier Punkte zu wenig. Hätten wir die, wäre ich mit der Hinrunde zufrieden. So habe ich schon ein Riesenproblem“, sagt Trainer Alexander Hauptmann und liefert die Erklärung: „So, wie wir einige Male gespielt haben, dürfen wir uns nicht präsentieren.“

Nach dem sensationellen Start mit 14:0 Punkten riss die Erfolgsserie ausgerechnet beim als Außenseiter eingeschätzten Zweitliga-Zwangsabsteiger TV Großwallstadt. In Elsenfeld unterlagen die Rodgauer 27:30 und starteten damit eine Negativserie von 3:15 Punkten. Nur beim abstiegsgefährdeten TSV Rödelsee (29:24) gelang seit Mitte Oktober ein Sieg. „Viele Spiele verliefen ähnlich, das zieht sich durch die Saison wie ein roter Faden“, meint Hauptmann. Die HSG startet gut in die Partien, wird dann unerklärlich nervös und gibt die Begegnung im Endspurt noch ab. „Bis auf Hüttenberg, da waren wir chancenlos, und vielleicht noch gegen Groß-Bieberau/Modau haben wir immer mitgehalten, aber hinten raus die Spiele abgegeben“, erläutert Hauptmann.

„Wir haben in Nieder-Roden sieben Jahre lang sehr gute Arbeit geleistet, Verein und Mannschaft haben sich gut weiterentwickelt. Dem Verein gegenüber tut mir die jüngste Entwicklung leid. Er hat versucht, vieles zu ermöglichen und zu verbessern, wie das Catering oder den angedachten Sitzplatzausbau“, so Hauptmann. Doch die Fans straften die Nieder-Rodener in den beiden Heimspielen gegen Elbflorenz und Leipzig ab, nur noch rund 350 Zuschauer fanden jeweils den Weg in die Halle an der Wiesbadener Straße. „Das ist schon sehr hart, aber das ist es, was die Mannschaft erkennen muss: Wie schnell das gehen kann. Erfolg und Ansehen muss man sich hart erarbeiten, das dauert sehr lange. Das Ansehen aber wieder wegzuwerfen, geht schnell“, sagt Hauptmann. Im Falle des Drittligisten gerade einmal zweieinhalb Monate.

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Was aber muss sich ändern? Oft waren die Nieder-Rodener in ihren Spiele die bessere Mannschaft, „aber wir müssen bis zum Schluss hochkonzentriert weiterspielen und bis zum Umfallen kämpfen. Wenn man fünf Minuten den Kopf ausschaltet, verlieren wir das Spiel“, erklärt Hauptmann, der zu oft die nötige Einstellung bei seiner Truppe vermisste. „Da müssen wir professioneller werden.“ Noch aber ist das Saisonziel zu erreichen. „Wenn wir die Rückrunde ebenfalls mit einem positiven Punktekonto abschließen, kommen wir auf rund 34 Punkte und wären damit in dem Bereich, den wir auch in den vergangenen Jahren erreicht haben“, sagt Hauptmann. Die Runde 2014/2015 schloss die HSG beispielsweise mit 34:26 Zählern ab. „Aber das wird sehr schwer, denn die Rückrunde wird noch einen Tick schwerer als die Hinrunde“, meint Hauptmann mit Blick auf den Spielplan.

Ungeachtet des bisherigen Saisonverlaufes laufen die Planungen für die kommende Runde bereits auf Hochtouren. Die HSG-Urgesteine Philipp Keller und Philippe Kohlstrung, Kapitän Marco Rhein, Torjäger Michael Weidinger und Florian Stenger haben für die kommenden beiden Jahre bei der HSG zugesagt. Timo Kaiser, Björn Christoffel, Alexander Weber und Christian Schmid stehen noch ein Jahr unter Vertrag. „Wir sind optimistisch, dass wir auch mit den anderen Akteuren zu einem positiven Abschluss kommen, da sind teilweise nur noch Kleinigkeiten zu klären“, sagt Thomas Paliocha, einer der beiden Sportlichen Leiter der HSG, der gleichzeitig Verstärkungen für die Spielzeit 2015/16 nicht ausschließen möchte. Am Montag, 4. Januar, starten die Rodgauer wieder mit dem Training. Das nächste Punktspiel steht am Sonntag, 17. Januar, bei Eintracht Baunatal an.

HSG Rodgau Nieder-Roden verliert gegen Elbflorenz: Bilder

Und wie beurteilt Hauptmann die Liga insgesamt? „Sie ist brutal ausgeglichen“, sagt der HSG-Trainer. „Dass Hüttenberg stark ist, war mir bewusst. So überlegen hätte ich den TV aber nicht erwartet, sondern schon mit zwei bis vier Minuspunkten gerechnet. Das Abschneiden des HC Elbflorenz fällt einen Tick zu negativ aus. Die Mannschaft der Stunde war bisher Fürstenfeldbruck, deren Leistung ist mit der unsrigen in der vergangenen Saison zu vergleichen.“ Sorgen macht sich Hauptmann um seinen Heimatverein TV Kirchzell, der Drittletzter ist. „Die Kirchzeller hatten einige bittere Ausfälle zu beklagen. Ich hoffe, dass sie in der Rückrunde zu alter Stärke zurückfinden und da unten herauskommen.“

Quelle: op-online.de

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