Alexander Hauptmann blickt auf bewegte und erfolgreiche Jahre in Nieder-Roden zurück

„Fernsehen gucken ohne schlechtes Gewissen“

Nieder-Roden - Wer nach neun Jahren sein Amt niederlegt, hat viel zu erzählen. Alexander Hauptmann, am Saisonende scheidender Coach der HSG Rodgau Nieder-Roden, gewährt im Gespräch mit unserer Zeitung persönliche Ein- und Ausblicke.

Neun Jahre bei der HSG mit einem Abstieg aus und zwei Aufstiegen in die 3. Liga haben Sie erlebt. Welcher Sieg war der schönste?

Ach, das ist schwer. Aber besondere Spiele gab es einige. Das 30:30 gegen den damaligen Spitzenreiter SC Magdeburg II am 7. November 2014 war ein Spiel, nach dem ich sagte: Das war eine der besten Partien überhaupt. Besonders war der erste Sieg (26:25) im Derby bei der MSG Groß-Bieberau/Modau (13. Januar 2017). Ebenso besonders fühlt sich an, dass 2008 zehn Klubs in Hessen vor uns standen. Jetzt sind es noch die MT Melsungen, die HSG Wetzlar und der TV Hüttenberg. Und wer hätte gedacht, dass der TV Großwallstadt mal zum Punktspiel zu uns kommt?

Was war die bitterste Niederlage?

Das 26:27 beim TV Jahn Duderstadt (26. März 2011). Danach stand fest, dass wir aus der 3. Liga abgestiegen waren. Aber dass wir danach zusammengeblieben und sofort wieder aufgestiegen sind, war wieder ganz besonders.

Wie haben Sie den Spielern Ihren Abschied erklärt?

Ach, die Mannschaft hat das schon gemerkt. Es ist ja außergewöhnlich, dass sechs Spieler seit mindestens sieben Jahren dabei sind. Torwart Marco Rhein ist sogar die kompletten Zeit dabei. Als ich kam, überlegte er, aufzuhören. Christian Schmid kam ein halbes Jahr später, im zweiten Jahr folgten Philipp Keller, Timo Kaiser und Michael Weidinger. Der kam aus Hörstein, wo er in der B-Klasse 17 Tore pro Spiel warf.

Welche Ticks haben Sie als Trainer?

Meine Stärke ist es sicher, Begeisterung vorzuleben. Aber ich bin total abergläubisch. Das fängt beim Frühstück am Spieltag an. Da muss Kaba auf dem Tisch stehen.

Worauf freuen Sie sich nach dem Saisonfinale am 6. Mai am meisten?

Ich freue mich darauf, Zeit für mich zu haben. Einfach mal abends Fernsehen gucken, ohne schlechtes Gewissen, weil ich noch eine Videoanalyse machen müsste.

Was werden Sie am meisten vermissen?

Den Spaß mit den Jungs in der Halle. Sobald ich eine Halle betrete, bin ich geil und habe Lust auf Handball.

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Nieder-Roden steht im vierten Jahr in Folge unter den Top 6 der 3. Liga. Ist das das Maximum oder geht mehr?

Auf Dauer auf keinen Fall. Punktuell können wir mal Dritter oder Vierter werden. Doch das Ziel muss immer zuerst heißen, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

Sie sind in die Suche nach Ihrem Nachfolger eingebunden. Welche Qualitäten muss dieser Mann mitbringen?

Das Wichtigste ist: Er muss wissen, dass er in Nieder-Roden keine Mannschaft zusammenkaufen kann. Er muss die Stärken jedes Einzelnen erkennen. Der neue Trainer bekommt eine funktionierende Mannschaft, die auf Kameradschaft setzt. (jm)

Quelle: op-online.de

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