„Acht Jahre lang viel Spaß gehabt“

Viel Lob für scheidenden Trainer Hauptmann

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Der rechte Rückraumspieler Timo Kaiser (rotes Trikot) bleibt eine weitere Saison bei der HSG Rodgau Nieder-Roden. Das freut auch Marco Rhein. „Er ist in der 3. Liga einer der besten Spieler auf seiner Position“, sagt der Torwart und ergänzt mit Blick auf den angekündigten Rücktritt von Erfolgscoach Alexander Hauptmann: „Der neue Trainer wird eine intakte Mannschaft übernehmen.“  

Offenbach - Die Ankündigung von Alexander Hauptmann, am Saisonende sein Amt als Trainer des Handball-Drittligisten HSG Rodgau Nieder-Roden niederzulegen, sorgt nicht nur innerhalb des Vereins für Bedauern.

Eine positive Nachricht ging da fast ein bisschen unter: die Zusage von Torjäger Timo Kaiser, noch mindestens ein Jahr zu bleiben. Im neunten Jahr trainiert Alexander Hauptmann nun schon die erste Mannschaft der HSG Rodgau Nieder-Roden. Einer hat die komplette Ära als Spieler mitgemacht: Marco Rhein. Der Torwart hat Hauptmann „viel zu verdanken“, doch nicht nur deshalb fällt sein Urteil über den zum Ende der Saison scheidenden Coach absolut positiv aus: „Er hat den Verein lange geprägt und dort hingeführt, wo er jetzt ist.“ In der 3. Liga.

„Wenn man schaut, wo wir vor neun Jahren waren, ist das kein Vergleich“, so Rhein. „Wir sind zwar immer noch ein Amateurverein, aber mit Hilfe von Alexander Hauptmann wurden Strukturen geschaffen. Sein Wert für diesen Verein lässt sich kaum in Worte fassen.“ Als Coach sei der 45-Jährige ohnehin eine Klasse für sich. „Er ist vermutlich der beste Trainer im südhessischen Raum“, lobt Rhein, der Hauptmanns Entscheidung „unheimlich schade“ findet („Er könnte meinetwegen weitermachen, bis ich aufhöre“), aber zugleich Verständnis dafür zeigt: „Es ist klar, dass man nach so langer Zeit mal das Bedürfnis hat, eine Pause zu machen.“

Co-Trainer Andreas Knaf äußerte sich ähnlich: „Das ist natürlich schade. Was Alex hier aufgebaut hat, ist toll. Er war ja nicht nur Trainer, sondern hatte auch die sportliche Leitung im Blick“, sagte er. „Ich hätte gerne mit Alex weitergemacht, kann die Entscheidung aber vollkommen nachvollziehen.“ Knaf betonte, dass er auch unter Hauptmanns Nachfolger gerne Co-Trainer bleiben würde.

Auch außerhalb der HSG Rodgau Nieder-Roden bedauert man die Rücktrittsankündigung des Kirchzellers. „Ich war etwas überrascht“, sagte Patrick Beer, Trainer des Ligarivalen HSG Hanau. „Alexander Hauptmann hat ein sehr, sehr gutes Team zusammengestellt. Ich hätte daher erwartet, dass er noch ein, zwei Jahre weitermacht, weiß aber auch, wie groß der Aufwand als Drittliga-Trainer ist.“ Manfred Leber (HSG Dreieich) sagte: „Seit ich im Bezirk Spielwart beziehungsweise Vorsitzender bin, gab es die HSG Rodgau nur mit Alexander Hauptmann. Er hat Sensationelles dort geleistet. Ich wünsche ihm viele wundervolle private Stunden. Für die HSG Rodgau hoffe ich, dass sie den richtigen Nachfolger findet, der in seine großen Fußstapfen treten kann.“

Rhein rechnet Hauptmann hoch an, dass er ein bestens bestelltes Feld überlässt. „Der Verein wird nicht auseinanderfallen und auch die Mannschaft ist gefestigt.“ Klares Indiz dafür: Bis auf Tim Henkel, dessen Entscheidung noch offen ist, bleiben alle Spieler. Zuletzt gab Timo Kaiser, mit 128 Saisontoren bester Schütze der HSG, seine Zusage. Der Student, der im Sommer seinen Master in Materialwissenschaften macht, dachte über eine Rückkehr zu seinem Heimatklub TSG Bürgel (Oberliga) nach, wollte aber „weiter auf Drittliga-Niveau“ spielen. Dass Hauptmann aufhört, kann er nachvollziehen, findet es aber „super schade“. Denn: „Das hat in den gemeinsamen acht Jahren gut gepasst und viel Spaß gemacht. Ich gehe aber davon aus, dass wir wieder einen guten Trainer bekommen werden.“ (app/cd/Leo)

Bilder: HSG Rodgau siegt beim Zweiten Groß-Bieberau

Quelle: op-online.de

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