Handball

HSG Rodgau verlängert mit Trainer Jan Redmann

Klar, ich mache weiter! Trainer Jan Redmann verlängert für eine weitere Saison in Nieder-Roden. Er ist seit 2017 für die HSG Rodgau tätig.
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Klar, ich mache weiter! Trainer Jan Redmann verlängert für eine weitere Saison in Nieder-Roden. Er ist seit 2017 für die HSG Rodgau tätig.

Die eigene Jugend ist in unsicheren Zeiten der größte Trumpf des Handball-Drittligisten HSG Rodgau Nieder-Roden. Für Trainer Jan Redmann ist das der Weg, den der Verein gehen muss. Er geht ihn mit, hat um ein Jahr verlängert. Auch in den Kader hat man volles Vertrauen.

Nieder-Roden - Ganze neun Pflichtspiele bestritten die Drittliga-Handballer der HSG Rodgau Nieder-Roden im Jahr 2020. Die ersten sieben Begegnungen zählten noch zur alten Saison 2019/20, ehe die Corona-Pandemie im März zum Abbruch der Runde führte. Tabellenplatz drei nach 23 Spieltagen bedeutete die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte der HSG. In der aktuellen Spielzeit standen die Rodgauer bisher nur zweimal auf dem Parkett: bei der HSG Bergische Panther gab es einen 27:25-Sieg, gegen den Longericher SC Köln eine 21:28-Niederlage. Wann und ob die Spielzeit 2020/2021 fortgesetzt wird, ist derzeit völlig offen.

Die Planungen der Nieder-Rodener für die Saison 2021/2022 laufen dennoch auf Hochtouren. Dass der vor zwei Jahren begonnene personellen Übergang konsequent fortgesetzt wird, ist das Herzstück der Strategie für die nahe Zukunft. „Es ist vollkommen klar, dass wir noch stärker auf unseren eigenen Nachwuchs setzen, gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist das unser größter Trumpf“, zeigt sich der Sportliche Leiter Marco Rhein, zugleich Torhüter und Kapitän des Drittligisten, vom eingeschlagenen Weg überzeugt. Eine zentrale Rolle auf diesem Weg spielt dabei Cheftrainer Jan Redmann, der in den vergangenen Jahren nicht nur erfolgreich junge Spieler an die 3. Liga heranführte, sondern sie auch zu entscheidenden Kräften im HSG-Team formte. Dass der gebürtige Rostocker für eine weitere Saison in Nieder-Roden zusagte, ist daher keine Überraschung. Zumal sich der 40-jährigen A-Lizenzinhaber derart wohl bei der HSG fühlt, dass er es sich „derzeit überhaupt nicht vorstellen könnte, zu einem anderen Verein zu wechseln“.

Um die Planungen mit der Mannschaft voranzutreiben, war es denn HSG-Verantwortlichen wichtig, zunächst mit dem Trainer zu verlängern - wie immer in der Vergangenheit für ein Jahr. „Das mache ich generell so, da bin ich etwas abergläubisch. Auf der anderen Seite bin ich damit immer gut gefahren“, betont Redmann, dem die Jugend sehr am Herzen liegt - zumal das auch der Weg ist, den die HSG in seinen Augen gehen muss - und das nicht erst seit Corona. „Wer die Entwicklung unserer jungen Riege aufmerksam verfolgt, der weiß, dass es sich für uns gelohnt hat, auf hungrige und talentierte Jungs zu setzen. Die müssen das Vertrauen des Trainers spüren, damit sie auf dem Feld auch in kniffligen Situationen die Verantwortung übernehmen“, sagt Redmann, „da haben wir auch das nötige Quäntchen Glück gehabt, dass wirklich alle jungen Wilden in den vergangenen beiden Jahren leistungsmäßig explodiert sind.“ Die Aussicht, weiter eigene Talente nach vorne zu bringen, war „definitiv“, so Redmann, auch einer der Gründe, für seine Vertragsverlängerung. „Wenn man sich anschaut, welche Jungs in den nächsten zwei, drei Jahren in den Aktivenbereich kommen, dann muss man deutlich sagen: Für die Infrastruktur, die wir hier in Nieder-Roden haben, sind wir sehr nahe am Optimum.“

Mit Blick auf die Corona-Pandemie befürchtet der HSG-Trainer allerdings, „dass die Handball-Landkarte weiter ausdünnt“ - allerdings nicht in Nieder-Roden. „Wir können auf eine kerngesunde Struktur bauen, da steckt so viel Engagement dahinter, dass ich fest davon überzeugt bin, dass wir diese Krise gut überstehen. Auch wenn es natürlich besonders wehtut, dass unsere Jugendspieler fast ein Jahr in ihrer Entwicklung verlieren“, bedauert Redmann, der froh ist, dass seine Mannschaft aktuell wieder trainieren kann.

Mit der Zusage Redmanns haben die HSG-Verantwortlichen Planungssicherheit erreicht, die für zusätzlichen Rückenwind in den Gesprächen mit den Spielern sorgen soll. Grundsätzlich will die HSG mit allen Akteuren, deren Vertrag am Saisonende ausläuft, verlängern. „Wir haben volles Vertrauen in den Kader“, sagt Marco Rhein. (Von Patrick Leonhardt)

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