OBERLIGA MÄNNER TSG geht mit dünnem Kader in die Saison / Hanau II brennt auf den Start

In Bürgel darf nicht viel passieren

Müssen vorerst weitgehend auf Zuschauer verzichten: Edi Pjanic (hier links im Duell mit Hrvoje Batinovic von der SG Bruchköbel) und die Handballer der TSG Bürgel.
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Müssen vorerst weitgehend auf Zuschauer verzichten: Edi Pjanic (hier links im Duell mit Hrvoje Batinovic von der SG Bruchköbel) und die Handballer der TSG Bürgel.

Nach dem freiwilligen Rückzug der SG Rot-Weiß Babenhausen startet die Handball-Oberliga Hessen mit nur 15 Vereinen in die neue Saison. Die TSG Bürgel bekommt gleich auch die Corona-Konsequenzen zu spüren.

Offenbach - Die TSG Bürgel will erneut in der Spitzengruppe mitmischen, muss aber erstmal pausieren. Aufsteiger HSG Hanau II wäre mit dem Klassenerhalt zufrieden.

TSG Bürgel

Der neue Coach Patrick Beer, der nach einjähriger Pause wieder in das Trainergeschäft eingestiegen ist (zuvor: HSG Hanau), ist mit der Vorbereitung durchaus zufrieden: „Wir haben sehr gute Ergebnisse erzielt, aber auch einige schwächere. In der Vorbereitung hatten alle Mannschaften Probleme, wir mit der erneuten Kontaktsperre in Offenbach vielleicht mehr als andere.“ Allerdings hat sich bereits jetzt herauskristallisiert, dass der Kader dünn besetzt ist. „Wir hatten viele Verletzungen, zum Glück nicht ernstes“, erklärt Beer. Einzig Linksaußen Lars Kretschmann fällt mit einer Schulterverletzung noch einige Wochen aus. Dass die Mannschaft eingespielt ist, wertet der TSG-Trainer als Vorteil, dass er ein paar neue Ideen mitgebracht hat, als Nachteil. Fakt ist, dass sich das Abwehrspiel der Offenbacher verbessern muss. Die TSG warf in der Spielzeit 2019/2020 im Durchschnitt zwar 30 Tore pro Spiel, kassierte aber auch 29.

Nach den Plätzen zwei (2019) und vier (2020) „ist es unser Anspruch, wieder oben mitzuspielen“, sagt Patrick Beer, „Topfavorit ist die HSG Pohlheim, dahinter kommen Kleenheim, Dotzheim und wir. Ich denke, dieses Trio bewegt sich auf Augenhöhe.“ Am Sonntag sollte das erste Heimspiel gegen den TSV Vellmar steigen. Doch aufgrund der Corona-Lage in Offenbach baten die Nordhessen um eine Verlegung der Partie, weil sie keine konkurrenzfähige Mannschaft hätten stellen können. „Wir haben dafür Verständnis, auch wenn es sehr schade ist, und haben der Verlegung zugestimmt“, teilte die TSG Bürgel mit.

Tor: Marvin Hoppenstaedt, Silahan Gezer - Rückraum rechts: Timo Cohen, Markus Wagenknecht - Rückraum Mitte: David Acic (MSG Umstadt/Habitzheim), Tobias Lehmann, Tim Büdel - Rückraum links: Fabian Schweedt (eigene Jugend), Edi Pjanic, Nils Lenort - Rechtsaußen: Chris Hofmann - Linksaußen: Jonas Schlereth (eigene Jugend), Denis Zahn, Lars Kretschmann - Kreis: Yannick Ahouansou, Lukas Kaiser

Abgang: Lennart Müller (unbekannt) Trainer: Patrick Beer (neu) für Sven Lenort (Co-Trainer)

HSG Hanau II

Gekommen, um zu bleiben: Nach einigen vergeblichen Anläufen hat die Hanauer Drittliga-Reserve endlich den Sprung in die 5. Liga geschafft. Trainer Norbert Wess, der mit den Grimmstädtern in seine vierte Saison geht, sieht sein Team spielerisch bereit für die Anforderungen in einer höheren Klasse. „Was uns noch fehlt, ist das Durchsetzungsvermögen“, meint er.

In Hessens höchster Liga muss Hanau häufiger in den Positionsangriff, wo es auf die Athletik ankommt – diese hilft letztlich auch in der Defensive, wo die Hanauer „geschlossener und stabiler“ auftreten müssen, um zu bestehen. Aufgrund der langen Corona-Pause hatte die HSG allerdings viel Zeit, im Athletikbereich zu trainieren.

Verstärkt hat sich der Aufsteiger mit drei Spielern aus der eigenen Jugend sowie Rückraumspieler Markus Kirchherr von der SG Rot-Weiß Babenhausen. Große Hoffungen ruhen auf Routinier Andreas Neumann, der seine Karriere eigentlich schon beendet hatte, nun aber noch einmal angreift. Nicolai Mehlitz steht dagegen aus beruflichen Gründen zunächst nur eingeschränkt zur Verfügung. „Wo wir wirklich stehen, wird sich erst in drei, vier Wochen zeigen“, meint Wess, „wichtig ist, dass es nach der langen Pause endlich los geht, wir brennen auf das erste Spiel. Es ist wichtig und gut, dass wir zu Beginn ein Heimspiel haben“, setzt der HSG-Trainer auf die gewohnte Umgebung als kleinen Vorteil für seine Mannschaft.

Gegner am Samstag (18 Uhr) ist die routinierte Mannschaft der TSG Münster, die in den vergangenen Jahren meist in der unteren Tabellenhälfte zu finden war. „Das ist eine eingespielte Mannschaft, die seit Jahren zusammen ist. Ich denke, die TSG hat sich in der Vergangenheit oft unter Wert verkauft“, meint Wess,

Tor: Henrik Nass (eigene Jugend), Max Gronostay, Felix Bondkirch - Rückraum rechts: Markus Kirchherr (Rot-Weiß Babenhausen), Til Bachmann (eigene Jugend), Jannik Wadel - Rückraum Mitte: Daniel Kegelmann, Janik Kegelmann, Julian Niederhüfner - Rückraum links: Jonas Faust, Maximilian Horn, Simon Nicolai Mehlitz, Andreas Neumann - Rechtsaußen: Niklas Musch, Sören Winter - Linksaußen: Benjamin Horn (eigene Jugend), Sebastian Siegmund - Kreis: Rico Mattis Ruess (eig. Jugend), Henrik Graichen, Tobias Reinhardt, Frederik Stengel

Abgang: Maximilian Recker (beruflich nach Frankreich) - Trainer: Norbert Wess (seit Oktober 2016)

(Von Patrick Leonhardt)

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