Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost

Julian Wetzel mit 18 Jahren die Nummer eins im Tor des 1.FC Langen

Volle Konzentration auf die Gruppenliga. Torwart Julian Wetzel mit seinen Teamkollegen im Waldstadion Oberlinden.
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Volle Konzentration auf die Gruppenliga. Torwart Julian Wetzel mit seinen Teamkollegen im Waldstadion Oberlinden.

Julian Wetzel darf noch in der A-Jugend spielen, steht beim 1.FC Langen aber im Tor der ersten Mannschaft in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost. Der Verein freut sich nicht nur über die Leistungen des Schlussmanns, sondern auch über „ein super Signal für unsere komplette Nachwuchsabteilung“, die mehr als 20 Teams gemeldet hat.

Offenbach – Der Blick in die Tabelle der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost führt beim 1. FC Langen zu sorgenvollen Mienen. Vorletzter. Nur sieben Punkte aus neun Spielen – und dann kommt auch noch der zweite Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie. Zwangspause. Was auffällt: Langen hat zwar erst neun Tore erzielt, aber auch nur 18 Gegentreffer kassiert – das ist weniger als die Hälfte der Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.

Bemerkenswert: Beim FC stand in allen Partien in Julian Wetzel ein 18-Jähriger im Tor, der sogar noch in der A-Jugend spielen dürfte. Wetzel ist selbst überrascht von dieser Entwicklung: „Der Plan war ursprünglich, dass ich langsam herangezogen werde an die erste Mannschaft“, berichtet der stellvertretende Kapitän der Langener U19. Dann aber fiel der erfahrene Torwart Lazar Kacarevic wegen Krankheit und Verletzung aus – und Wetzel nutzte seine Chance bei Trainer Marco Betz in der ersten Mannschaft. Einmal, am 4. Oktober, blieb er sogar ohne Gegentreffer, gegen die Sportfreunde Oberau.

Stephan Seibel, Vorsitzender des 1. FC Langen und einst torgefährlicher Mittelstürmer, schwärmt vom 1,85 Meter großen und 80 Kilogramm schweren Torwart in den höchsten Tönen: „Bei Julian stimmt das Gesamtpaket. Er hat für einen 18-Jährigen eine enorme Strafraumpräsenz. Er ist gut im Herauslaufen, gut im eins gegen eins, dazu sehr lautstark. Er verschafft sich Respekt. Dass er da hinten richtig Alarm macht in unserer manchmal zu ruhigen Mannschaft, finde ich top.“

Seibel, dessen Club mehr als 20 Nachwuchsteams gemeldet hat und somit zu den „Schwergewichten“ im Kreis Offenbach zählt, ist noch aus einem anderen Grund von Wetzels steilem Karrieresprung begeistert. „Es ist klasse, dass es wieder ein Spieler aus der eigenen Jugend mit guten Leistungen in die erste Mannschaft in der Gruppenliga geschafft hat. Und dann sogar ein Torwart. Das ist ein super Signal für unsere komplette Nachwuchsabteilung. Julian hat Vorbildcharakter. Er wird seinen Weg über den FC Langen hinaus machen, aber ich hoffe, er bleibt uns noch lange erhalten.“

Worte, die Wetzel trotz der schwierigen Tabellensituation natürlich gern hört. Er versichert: „Ich fühle mich sehr wohl in dieser Mannschaft, sie hat mich als Jüngsten prima aufgenommen. Ich bin sehr zufrieden beim FC Langen und habe großes Glück, jetzt schon Gruppenliga spielen zu dürfen.“ Er ergänzt: „Unser Ziel war schon höher, als jetzt auf dem vorletzten Platz zu stehen. Aber eigentlich lief es besser, als die Ergebnisse das ausdrücken. Bei uns herrscht immer gute Stimmung. Bei uns geht es mehr um den Aufbau einer jungen Mannschaft – und da bin ich gern dabei.“

Bis Wetzel sein Können wieder auf dem Fußballplatz zeigen darf, wird es aufgrund der Pandemie-Zwangspause noch eine ganze Weile dauern. Bis dahin wird er sich mit Joggen in den Feldern rund um Langen und Krafttraining fithalten. Um vorbereitet zu sein, wenn der Ball im nächsten Jahr – hoffentlich – wieder rollt. (Von Holger Appel)

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