HESSEN DREIEICH Klein nach langer Verletzungspause zurück / Kraft fehlt noch

„Kam mir vor wie eine Ewigkeit“

Leidensgenossen: Danny Klein (links) erzielte im März 2019 beide Tore für den SC Hessen Dreieich im Hessenpokalspiel beim OFC (2:1), wenige Wochen später riss er sich das Kreuzband. Ko Sawada (rechts) zog sich nach seiner Rückkehr nach Japan die gleiche Verletzung zu.
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Leidensgenossen: Danny Klein (links) erzielte im März 2019 beide Tore für den SC Hessen Dreieich im Hessenpokalspiel beim OFC (2:1), wenige Wochen später riss er sich das Kreuzband. Ko Sawada (rechts) zog sich nach seiner Rückkehr nach Japan die gleiche Verletzung zu.

Sprendlingen – „Das war ein sehr schönes Gefühl“, blickt Danny Klein (28) auf seine Einwechslung in der Partie der Fußball-Hessenliga zwischen dem SC Hessen Dreieich und der TuS Dietkirchen zurück. Der lautstarke Beifall der 100 Zuschauer (mehr durften nicht ins Stadion) - „und dann sagt der Stadionsprecher beim 8:0 auch noch meinen Namen als Torschützen durch“, schmunzelt er. Allerdings handelte es sich dabei um ein Eigentor von Marvin Rademacher – Klein stand allerdings in Lauerstellung. „Ansonsten hätte ich ihn reingemacht“, sagt er.

Die 20 Minuten gegen Dietkirchen waren die ersten Punktspielminuten des Ur-Dreieichers – Klein spielte bereits seit 2013 beim Vorgängerverein SKG Sprendlingen – seit dem 13. April 2019. Vor eineinhalb Jahren hatte sich der Mittelfeldspieler im Regionalliga-Gastspiel in Ulm bereits nach wenigen Minuten im linken Knie das Kreuzband gerissen. Nach monatelanger Pause kämpfte sich Klein zurück und kam in der Vorbereitung auf die Rückrunde der Saison 2019/2020 Ende Februar/Anfang März in den Testspielen gegen den SC 1960 Hanau (3:1) und die FG Seckbach (5:2) auf insgesamt 42 Einsatzminuten. Anschließend musste er erneut unter das Messer und fiel wieder einige Wochen lang aus. „Das Knie schwoll an. Es hatte sich Narbengewebe gebildet, das operativ entfernt wurde“, erklärt Klein, „ich habe aber relativ schnell wieder mit dem Krafttraining begonnen, war Radfahren und Laufen.“ Aufgeben war für Klein nie ein Thema: „Ich war froh, meine Freundin an meiner Seite zu haben und enge Freunde, die mir Mut zugesprochen haben. Dazu kam mein Ehrgeiz. Ich spiele seit meinem vierten Lebensjahr Fußball. Das gehört zu meinem Leben“, sagt der 28-Jährige.

Vor einer Woche beim 3:1-Sieg im Spiel gegen Rot-Weiß Hadamar saß Klein erstmals auf der Bank, gegen Dietkirchen folgte das lang ersehnte Comeback, das SC-Hessen-Trainer Sasan Tabib als „emotionales Highlight des Spiels“ bezeichnete. Klein sagt: „Das Bewegen klappt reibungslos, ich habe keine Schmerzen, weder auf dem Platz, noch beim Aufstehen am Morgen. Das ist wie eine Erlösung. Nur die Kraft fehlt mir noch, die 20 Minuten gegen Dietkirchen kamen mir wie eine Ewigkeit vor.“

Am Sonntag (15 Uhr) im Gastspiel beim VfB Ginsheim will Klein weitere Einsatzzeiten sammeln – und auf lange Sicht mit dem SC Hessen seine dritte Hessenliga-Meisterschaft holen. „Wenn wir konzentriert arbeiten und unsere Leistung auf den Platz bringen, ist es sehr schwer, uns zu schlagen. Wir haben eine sehr gute Qualität im Kader, wenn wir unsere Leistung über 90 Minuten abrufen, können wir uns nur selbst schlagen. Und wie in den beiden Meisterjahren passt das Team sehr gut zusammen, die Stimmung ist gut und es macht sehr viel Spaß.“ Vor allem, wenn man wieder auf dem Platz steht.

Von Patrick Leonhardt

Urgestein: Danny Klein (vorne) ist seit 2013 in Dreieich aktiv.

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