Fußball-Kreisliga B

Kein Punktabzug für FC Ilirida nach Messer-Drohung

Offenbach – Einen weiteren unschönen Vorfall auf einem Fußballplatz im Kreis hat nun das Kreisportgericht verhandelt.

Mitte November war ein Hilfs-Linienrichter der SG Weiskirchen nach dem Spiel der Kreisliga B beim FC Ilirida Offenbach auf der Rosenhöhe von einem Anhänger des albanischen Klubs mit einem Messer bedroht worden. Der eigentlich vollkommen nichtige Anlass war, dass der Linienrichter, von denen in dieser Klasse jeweils einer von jedem Verein gestellt wird, bei einem vermeintlich ins Aus gerollten Ball nicht die Fahne gehoben hatte und das Spiel also weiterlief, anstatt mit Einwurf für Ilirida fortgesetzt zu werden.

„Beim Gang vom Hartplatz auf der Rosenhöhe zu den Kabinen kam dieser Zuschauer dann auf diesen Linienrichter zu, zückte ein Messer und bedrohte ihn mit den Worten: ,Wenn Du das noch einmal machst, steche ich Dich ab!‘ So weit ließ sich das Geschehen durch Zeugenaussagen auch gegenüber der Polizei rekonstruieren“, berichtete Jürgen Weil, der Vorsitzende des Kreissportgerichts.

Bei dem bedrohten Linienrichter handelte es sich nämlich um einen Polizisten, der sich nach der Bedrohung auch als solcher zu erkennen gab, seine diensthabenden Kollegen per Telefon zu Hilfe rief und zusammen mit Weiskircher Vereinskameraden den Übeltäter festhielt, bis die diensthabenden Beamten vor Ort waren. Die Ermittlungen wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz sind mittlerweile abgeschlossen und liegen zur weiteren Entscheidung bei der Staatsanwaltschaft.

Das Sportgericht hatte nun zu entscheiden, ob dem Verein FC Ilirida Offenbach ein Mitverschulden an den Vorkommnissen vorzuwerfen ist. Geldstrafe und Punktabzug waren als Sanktionen möglich.

In Gewaltkonflikten richtig verhalten

„Wir können dem FC Ilirida aber keinen großen Vorwurf machen“, erklärte Weil, „nach der umstrittenen Entscheidung um den Ball im Aus und beginnenden Pöbeleien hat ein Platzordner des FC Ilirida schnell die Gemüter beruhigt. Dass dieser eine Zuschauer dann beim Verlassen des Sportgeländes so austickt, konnte keiner erwarten. Daher haben wir auf einen Punktabzug verzichtet und den FC Ilirida nur mit einer vergleichsweise geringen Geldstrafe von 200 Euro belegt.“ Der FC Ilirida hat dieses Urteil sofort akzeptiert und auf die Einlegung von Rechtsmitteln verzichtet. (mos)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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