Interview mit Mirnes Mesic

Für Obertshausen wird es „verdammt schwer, die Liga zu halten“

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Und hoch das Bein. Obertshausens Mirnes Mesic im Oktober 2012 im Derby bei 03 Neu-Isenburg.

Offenbach - Fußball-Verbandsligist Kickers Obertshausen hat einen neuen Trainer: Ex-Profi Mirnes Mesic. Im Interview mit Daniel Schmitt spricht er über Ziele und Schwierigkeiten seines Vereins.

Kickers Offenbach, SC Freiburg, Stuttgarter Kickers) übernimmt das Amt vorerst bis zum Saisonende vom freiwillig zurückgetretenen Roland Gerhardt, der nach den anhaltenden finanziellen Problemen des Vereins ebenso wie die meisten Spieler den Klub verlassen hat. Der 34-jährige Mesic stand bislang als Stürmer für die Kickers auf dem Feld und soll den Tabellenelften (24 Punkte) nun vor dem Abstieg retten.

Herr Mesic, wie groß war die Überraschung, als der Verein auf Sie zukam?

Ich war sehr überrascht. Nach den finanziellen Problemen in der Hinrunde wollte ich eigentlich den Verein wechseln. Es gab auch einige Anfragen, um weiter Fußball zu spielen.

Was hat Sie dann überzeugt, den Job als Spielertrainer anzutreten?

Trainer zu werden, daran hatte ich bislang noch nie gedacht. Eigentlich wollte ich noch ein bis zwei Jahre einfach nur Fußball spielen. Nachdem ich aber angesprochen wurde, habe ich mir etwas Zeit gelassen und genau überlegt. Ich wohne hier, hatte eineinhalb schöne Jahre bei den Kickers. Es war ein Bauchgefühl.

Fast alle Spieler der bisherigen ersten Mannschaft haben den Verein verlassen. Ist das neue Team konkurrenzfähig?

Wir haben zirka 18 Spieler aus der zweiten Mannschaft zur Verfügung, die nun nach oben gezogen werden. Ob das Potenzial reicht, weiß ich noch nicht. Dafür muss ich mir die Jungs noch genauer im Training anschauen. Eines ist aber klar: Es wird verdammt schwer, die Verbandsliga zu halten.

Mit anderen Worten: Es deutet alles auf einen Abstieg hin. Oder?

Wenn wir drin bleiben, wäre das überragend. Und wenn wir absteigen, dann wäre es auch nicht schlimm. Wir haben wenig Druck. Vielleicht kann ich ja noch ein paar Spieler überzeugen, doch zu bleiben. Dann würden die Chancen steigen.

Gibt es schon positive Rückmeldungen?

Es könnte bei dem einen oder anderen Spieler klappen, sicher ist aber noch nichts. Dafür müssen wir bis zum 31. Januar abwarten, wenn die Wechselfrist endet. Es ist aber absolut verständlich, wenn die Jungs Oberts-hausen verlassen wollen. Es ist viel passiert.

Gibt es vielleicht auch Neuzugänge?

Es ist schwierig jemanden zu holen, weil wir sparen müssen und die Zeit ziemlich kurz ist. Außerdem kenne ich die unteren Ligen nicht so genau.

Sie sind nun nicht mehr nur für das Toreschießen auf dem Platz zuständig, sondern auch für die Trainingsarbeit. Eine schwierige Umstellung?

Ich muss in diesen Job erstmal reinwachsen. Die Vorbereitung für eine Trainingseinheit ist natürlich Neuland. Aber ich freue mich auf diese Aufgabe und glaube, dass ich den Jungs helfen kann. Insgesamt können wir ja alle nur gewinnen.

Sie hatten als Profi viele verschiedene Trainer. Gibt es einen, von dem Sie besonders viel gelernt haben?

Einen bestimmten Namen will ich nicht nennen. Aber natürlich spiele ich schon ewig Fußball und habe in meiner Karriere einiges erlebt. Von dieser Erfahrung will ich möglichst viel weitergeben. Ich bin mir sicher, dass ich den Jungs etwas beibringen kann.

Ist die Trainertätigkeit in Obertshausen auch für die nächste Saison eine Option?

Ich mache das jetzt erstmal vier Monate und dann schauen wir weiter. Der Verein hatte niemanden und da wollte ich helfen. Eigentlich möchte ich in Zukunft aber weiter auf dem Platz stehen und Fußball spielen.

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Quelle: op-online.de

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