FUSSBALL Erstmals seit 50 Jahren in der Kreisliga B / Direkter Wiederaufstieg das Ziel / Acht Zugänge

TuS Klein-Welzheim erreicht Tiefpunkt

Die Klein-Welzheimer (Gelb-Rot) versuchten vergeblich, sich in der Relegation zur A-Liga gegen den FC Alemannia Klein-Auheim zu behaupten. Foto: scheiber

Klein-Welzheim – Die 0:6-Heimniederlage in der Relegation am Sonntag vor einer Woche gegen die SSG Gravenbruch hat den Abstieg der Fußballer der TuS Klein-Welzheim aus der Kreisliga A besiegelt. VON STEFAN MORITZ

Erstmals seit der Saison 1969/70, also seit genau 50 Jahren, spielt der Seligenstädter Stadtteilklub nur in der B-Klasse. Es ist ein Absturz, der sich abgezeichnet hat, der vor etwas mehr als einem Jahr begann und bislang nicht aufzuhalten war.

Vor etwas mehr als einem Jahr löste Frank von der Wege den langjährigen Abteilungsleiter Axel Winter ab und präsentierte sein neues Konzept. Der finanzielle Aufwand sollte deutlich gesenkt und die Vereinsidentifikation gestärkt werden. Es wurde der Rückzug der ohnehin stark abstiegsgefährdeten Mannschaft aus der Kreisoberliga zum Saisonende erklärt, womit diese Klasse erstmals nach 17 Jahren verlassen wurde. Vom damaligen Team blieben nur drei Spieler, die sich zusammen mit der vorherigen zweiten Mannschaft, die allerdings in der C-Klasse nur den drittletzten Platz belegt hatte, in der A-Klasse versuchen sollten. „Es war klar, dass das sehr schwer werden würde“, betont von der Wege, „ich bin den Spielern sehr dankbar, dass sie sich bereiterklärt haben, das zu versuchen.“

Los ging es gleich mit zwei Klatschen: 1:9 gegen die TSV Heusenstamm und sogar 0:15 bei Teutonia Hausen. Die Gegner allerdings waren der spätere Vizemeister und der Meister. Danach wurde es besser. Das 3:3 gegen das ambitionierte Team von Espanol Offenbach war schon beachtlich, bald folgte mit 5:3 gegen Rot-Weiß Offenbach der erste Sieg und dann sogar ein 6:1 gegen den TV Hausen. Danach aber gelang in 13 Spielen bis zum Jahresende nur noch ein Unentschieden bei zwölf Niederlagen, so dass die Klein-Welzheimer als Tabellenletzter in die Winterpause gingen.

Mitten in dieser Niederlagenserie Mitte Oktober trennte sich der Klub von Trainer Helmut Schmitt, der das Team erst im Sommer übernommen hatte – dem ersten von insgesamt vier Übungsleitern in dieser Saison. „Seine Spielphilosophie hat nicht zur Mannschaft gepasst“, bilanziert von der Wege, der interimsweise selbst einsprang. In der Winterpause übernahm dann Andreas Hock, der pikanterweise kurz zuvor bei Rot-Weiß Offenbach, einem direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt in der A-Klasse, zurückgetreten war. Unter Hock holten die Klein-Welzheimer zwar immerhin neun Punkte aus zehn Spielen nach zuvor nur acht Zählern aus 19 Partien, es reichte aber nur zum vorletzten Tabellenplatz, der Abstiegsrelegation bedeutete. Hock selbst trat vor dem letzten regulären Spieltag aus persönlichen Gründen zurück. „Das war natürlich nicht förderlich für die Relegation“, sagt von der Wege. Altherren-Spieler Thiemo Wille sprang ein, konnte nach einem 2:1 gegen den Türk. SC Offenbach mit einem 1:6 bei Alemannia Klein-Auheim und dem 0:6 gegen Gravenbruch den Abstieg aber auch nicht verhindern. „Insgesamt fehlte neben der spielerischen Klasse auch die Kondition. Die Mannschaft war nie wirklich austrainiert“, befand der Abteilungsleiter.

Am Tiefpunkt, dem ersten Abstieg in die B-Klasse seit 50 Jahren, soll nun aber die Kehrtwende zurück in die Erfolgsspur gelingen. Ein neuer Trainer soll zeitnah präsentiert werden. Und drei Abgängen stehen laut von der Wege bislang acht Zugänge gegenüber, zwei weitere sollen noch kommen. „Ein großer Teil hat schon in der A-Klasse gespielt, einige sogar schon in der Kreisoberliga“, sagt der Abteilungsleiter: „der direkte Wiederaufstieg ist dann schon unser Ziel. Das wird kein Muss, aber wir wollen schon gerne direkt wieder hoch.“

Vom TV Hausen kommen Joseph Mafuefue, Tim Janus und Nico Pietsch, von der TSV Heusenstamm Pascal Korb, dazu Florian Mineis vom SV Neuses, Hashem Noor vom VfR Volksmarshausen, Lennart von Reisner vom JFV Seligenstadt und Noureddin El-Achak vom TSV Altheim. Den Verein verlassen haben dagegen nur Yannik Wagner zur TuS Froschhausen sowie Pascal Reiling und Marius Gräcmann, die sich der zweiten Mannschaft der Sportfreunde Seligenstadt anschließen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare