Knipser unter Artenschutz

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Thomas Brandeis (links) in Aktion. Der Langener Torjäger traf bislang 17 Mal.

Langen - Er stand einst auf dem Sprung in den Regionalliga-Kader des SV Darmstadt. Mit 30 Toren in der damaligen Bezirksoberliga hatte sich Thomas Brandeis, heute Torjäger des Gruppenligisten FC Langen, in der „Lilien“-Reserve bei Trainer Hans-Werner Moser empfohlen. Von Holger Appel

Ein schwerer Autounfall mit zehn Tagen auf der Intensivstation (Brustwirbel angebrochen, mehrere Rippen gebrochen, Blut in der Lunge) ließen den Traum vom großen Fußball platzen. Unter dem späteren Trainer Bruno Labbadia (heute Bayer Leverkusen) wagte er nach langer Pause einen Neuanfang, doch sein angeschlagener Körper wehrte sich gegen die hohen Belastungen. Brandeis kehrte zurück zu seinem Heimatclub, bei dem er 1984 mit dem Fußball begonnen hat.

Und er fand in Langen zurück zu seiner Treffsicherheit. Mit 28 Toren schoss Brandeis den FCL 2007 in die Bezirksoberliga Frankfurt Ost (heute Gruppenliga Frankfurt Ost). In dieser Saison hat er für den Tabellenführer bereits 17 Tore erzielt. Am Sonntag gelang ihm beim 3:0 im Spitzenspiel gegen Viktoria Nidda vier Tage nach seinem 30. Geburtstag der zweite Dreierpack der Saison. Zuvor war ihm dies beim 3:2 gegen den SV Steinheim gelungen. „Die Jungs bereiten mir meine Tore zur Zeit auch wunderbar vor, nehmen mir wie mein Sturmpartner Andreas Klug viele Laufwege ab, damit ich die Kraft habe, vorne zu knipsen - da kann ich mich nur bedanken“, sagt Brandeis vor dem Spiel am Sonntag gegen die Reserve des SV Bernbach.

Der Tag der Entscheidung

Dort will der Club fünf Spieltage vor Saisonende den nächsten Schritt Richtung Verbandsliga Süd machen. Mit wie vielen Toren von Brandeis? Der Torjäger winkt ab. „Mir ist es egal, wer die Buden macht. Ich will nur die drei Punkte.“ Eine Woche später kommt dann Verfolger Spvgg. Dietesheim (zwei Punkte zurück) zum FCL - womöglich der Tag der Entscheidung.

Langens Trainer David Behlil plant auch in der nächsten Saison mit Brandeis. Für die Verbandsliga, wie er optimistisch ankündigt. „Thomas“, sagt der ehemalige Spieler des OFC, „steht bei mir unter Artenschutz. Er ist kein großer Läufer mehr, besitzt aber enormen Siegeswillen, große Erfahrung und eine immense Treffsicherheit. Er könnte jetzt zwar keine drei oder vier Ligen mehr höher spielen, aber für uns ist er einfach Gold wert.“ Brandeis, der in Egelsbach wohnt und als kaufmännischer Angestellter arbeitet, sagt: „Ich glaube nicht, dass ich den FC Langen noch einmal verlasse, werde hier wohl irgendwann, wenn es nicht mehr geht, meine Karriere beenden. Beim FC Langen habe ich mir eine Lobby erspielt. Hier weiß ich genau, was ich habe.“

Quelle: op-online.de

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