93-Kapitän Kahraman Damar im Interview

„Können beweisen, dass wir ein Topteam sind“

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Zweites Derby binnen zwei Wochen: Kahraman Damar (rechts) trifft im Kreispokal-Halbfinale auf den SC 1960 Hanau mit Ali Mahboob (links).

Kahraman Damar (31) weiß, wie Pokalsieg geht. Im vergangenen Jahr gewann der Kapitän mit Hanau 93 im Fußball-Kreispokalfinale gegen Stadtrivale SC 1960. Dieses Jahr kommt es schon im Halbfinale am Mittwoch (19 Uhr) zum Duell der Verbandsligisten.

Hanau – Für die 93er ein weiterer Höhepunkt neben der Aufstiegsrelegation zur Hessenliga (30. Mai bis 8. Juni).

Die Relegation zur Hessenliga im Visier, den Kreispokal vor Augen: Welchen Stellenwert hat das Derby gegen den SC 1960 für Sie?

Der Kreispokal hat einen hohen Stellenwert und bietet einen großen Anreiz, auch mit Blick Richtung Hessenpokalteilnahme. Und wir wollen beweisen, dass wir in der Region Hanau die Besten sind.

Was macht den Reiz dieses Duells aus?

Wir spielen in der gleichen Liga, stehen in der Tabelle dicht beisammen, sind keine zwei Kilometer räumlich getrennt. Mehr Derby geht nicht. Ich denke, dass diese Partie für beide Klubs eine große Bedeutung hat und somit reizvoll für Zuschauer ist.

Sieb haben mit 93 die Aufstiegsrelegation sicher. Was wissen Sie über Ihre Gegner TuS Dietkirchen (2. Verbandsliga Mitte) und SV Neuhof (2. Verbandsliga Nord)?

Ich glaube, ich habe früher mal mit Borussia Fulda gegen Neuhof gespielt, aber das ist lange her (lacht). Aktuell weiß ich noch nichts über diese beiden Mannschaften. Aber ich freue mich total auf die Relegation. Das ist etwas Tolles, das wird ein Riesenerlebnis, hoffe ich.

Ist die Relegation ein Erfolg oder angesichts des verspielten Meistertitels ein Trostpflaster?

Schwer zu sagen. Wir sind ja selbst schuld, dass wir die Meisterschaft verspielt haben. Aber wir haben uns umso mehr gefreut, dass wir die Relegation geschafft haben. Der Reiz liegt darin, es uns selbst zu beweisen, dass wir aufsteigen können.

Wie erklären Sie sich die Schwierigkeiten in diesem Jahr, die letztlich zum Rücktritt des Trainerduos Prümm/Dacic geführt haben?

Es lag definitiv nicht an den beiden. Es waren viele Komponenten, die dazu geführt haben. Mit der Zeit haben sie sich verfestigt, sodass wir die Probleme nicht lösen konnten. Die Trainer haben dann mit ihrem Rücktritt selbst nochmals einen Reiz gesetzt. Das ist bemerkenswert und zeigt, wie sehr sie den Verein und uns mögen.

Welchen Stellenwert hätte ein Aufstieg angesichts dieser Achterbahnfahrt der Gefühle?

Der Aufstieg auf diesem Weg wäre eine große Erleichterung für uns alle. Wir könnten beweisen, dass wir eine Topmannschaft sind.

Sie haben mit Fernwald und Fulda Hessenliga gespielt. Was würde da auf die 93er zukommen?

Zunächst einmal werden die Fahrten länger (lacht). Abgesehen davon kommen spielstarke Mannschaften auf uns zu. Da müssen wir mit Respekt auflaufen, können Erfahrungen sammeln. Gerade die jungen Spieler sollten das genießen. Wir wollen schöne Momente erleben. Das wäre auch für den Verein und die Stadt nach 40 Jahren Abwesenheit etwas Besonderes.

Michael Fink hat seit zwei Wochen die Trainingsleitung übernommen, ist mit 93 ungeschlagen. Was hat ihr ehemaliger Mitspieler verändert?

Den Reiz zu setzen, mit ihm nochmal etwas zu verändern, war gut. Schon alleine durch seine Persönlichkeit und seine Fachkompetenz wird er von allen respektiert. Verändert hat er vor allem die spielerische Ordnung auf dem Platz. Und wir machen uns weniger Gedanken über alles andere. Auch inhaltlich bringt er uns viel bei. Die Art, wie er uns motiviert und anspricht, kommt einfach an.

Sie spielen mit Unterbrechungen seit 2012 für die 93er, sind 31 Jahre alt, Kapitän. Reizt Sie die Hessenliga nochmal? Oder denken Sie darüber nach, ob Ihr Beruf als Sozialpädagoge und Fußball eine Liga höher noch vereinbar ist?

Als Giovanni Fallacara (Sportlicher Leiter der 93er) das Projekt Rückkehr in die Hessenliga in Hanau angegangen ist, habe ich ihm gesagt, dass ich das mittragen werde. Insofern bleibe ich natürlich auch dabei, wenn ich gesund bleibe. Fußballerisch ist die Hessenliga machbar. Es ist schon nochmal ein Reiz für mich, aber wichtiger ist, dass 93 und die Stadt wieder auf die Bühne Hessenliga zurückkehren.

Das Gespräch führte Jörg Moll

Quelle: op-online.de

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