Finale in Neu-Isenburg zwischen TSG und 03

Kreispokal: 90 Minuten ruht die Freundschaft

+
Marco Betz (links) und Mario Surano geben die Richtung vor. Nur der Sieger des Kreispokals kann es (vielleicht) nach Berlin schaffen.  

Neu-Isenburg - Mario Surano (TSG) und Marco Betz (Spvgg. ) führen die beiden Neu-Isenburger Vereine heute Abend im Kreispokal-Finale als Kapitäne auf das Spielfeld. Von Patrick Leonhardt

Surano (33) kam über den 1. FC Rödelheim, FV 06 Sprendlingen vor knapp acht Jahren zur TSG. Betz (28) stammt aus der Jugend der 03er, spielte dann für Germania Ober-Roden, Darmstadt 98 und Viktoria Urberach, ehe er in den Sportpark zurückkehrte. Mit der Viktoria wurde Betz zweimal Dieburger Kreispokalsieger, mit der Germania scheiterte er im Finale an Viktoria Aschaffenburg.

Was bedeutet das Finale für Sie persönlich und Ihren Verein? 

Mario Surano: Das ist ein Riesenevent für Spieler und Verein. Ein Endspiel erreicht man nicht oft. Ich weiß nicht, ob die TSG schon einmal in einem solchen Finale gestanden hat. Und dann noch ein Derby, das wird es so schnell nicht wieder geben. Ich weiß, dieses Spiel einzuordnen.

Marco Betz: Ich weiß nicht, wann die 03er das letzte Mal in einem Finale gestanden haben. Daher hat das Spiel einen großen Stellenwert, weil man einen Pokal gewinnen kann. Wenn es dann noch gegen den Ortsrivalen geht, ist es eine besondere Sache. Ich bin in der Jugend der 03er groß geworden und wenn man mit seinem Klub Pokalsieger werden kann, ist das etwas sehr Besonderes.

Wie stehen die Chancen für Ihren Verein?

Lesen Sie dazu auch:

Viele Zuschauer erwartet

Surano: Es ist nur ein Spiel, da kann viel passieren. Wir haben gegen die Sportfreunde Seligenstadt gezeigt, was wir leisten können, wir haben 03-Trainer Peter Hoffmann gezeigt, was auf seine Mannschaft zukommt. Die 03er sollten uns nicht auf die leichte Schulter nehmen. Natürlich sind sie Favorit, ihr Kader hat die größere Qualität. Wir müssen einfach das abrufen, was wir gegen Seligenstadt gezeigt haben.

Betz: Die TSG ist nicht der klassische Kreisoberligist. Von den Namen her hat sie das Potenzial, auch eine Klasse höher eine gute Rolle zu spielen. Von der Spielklasse her sind wir Favorit, dennoch erwarte ich eine ganz enge Kiste. Das hat man schon in der Vorbereitung auf diese Saison gesehen, da haben wir gegeneinander 2:2 gespielt.

Wie bewerten Sie das Verhältnis zwischen den beiden Neu-Isenburger Vereinen? 

Surano: Da gibt es keine Rivalität. Wir haben, als unser Platz neu gemacht wurde, oft im Sportpark trainiert und anschließend mit den 03ern zusammengesessen. Nach unserem Halbfinal-Sieg gegen Seligenstadt saßen wir lange zusammen mit den 03ern im Vereinsheim und sprachen über das Endspiel. 

Bilder vom Halbfinalsieg der TSG gegen Seligenstadt

TGS Neu-Isenburg schlägt Sportfreunde Seligenstadt

Betz: Die große Rivalität wie früher gibt es heute nicht mehr. Spieler und Vorstand kennen sich, man schätzt sich. Natürlich ruht die Freundschaft für 90 Minuten, aber das Verhältnis ist in Ordnung. Das zeigt sich darin, dass beide Vorstände gemeinsam das Finale planten.

Die TSG hat noch ein weiteres Eisen im Feuer, will Meister der Kreisoberliga werden. Für die 03er ist in der Verbandsliga noch Platz drei erreichbar. 

Surano: Unser Fokus liegt auf der Meisterschaft. Es bringt uns nichts, wenn wir den Pokal gewinnen und am Sonntag in Froschhausen verlieren. Das Finale ist eine Zu-gabe, mehr nicht. In der Punktrunde müssen wir alles abrufen, wir müssen zusehen, dass am Sonntag alle fit sind.

Betz: Wir sind am Wochenende spielfrei, können unseren Fokus ganz klar auf das Pokalspiel richten. Da hat der Verband das Finale gut terminiert. Wenn wir gewinnen, können wir eine Woche lang feiern und uns dann auf die verbleibenden Spiele in der Verbandsliga konzentrieren, dort wollen wir noch den dritten Platz erreichen.

Halbfinalsieg der 03er gegen die TGM SV Jügesheim

Neu-Isenburg gewinnt Kreispokal-Halbfinale gegen Jügesheim 

Der Kreispokalsieger spielt im Hessenpokal. Was würde das für Ihren Verein bedeuten?

Surano: Da will ich mir noch gar keine Gedanken machen. Darüber sollten wir erst reden, wenn wir wirklich für den Hessenpokal qualifiziert sind. Wir sollten das Finale genießen und über das, was darüber hinaus kommt, reden wir erst, wenn es so weit ist.

Betz: Natürlich macht man sich da Gedanken, das wäre schon eine coole Sache. Ich habe ja schon mal mit Darmstadt 98 in Offenbach im Endspiel gestanden. Der Hessenpokal hat einen ganz anderen Stellenwert als der Kreispokal. Richtig interessant wird es, wenn man die ersten ein, zwei Runden übersteht und dann die „großen“ Klubs in den Wettbewerb einsteigen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare