OFC Aufsteiger setzt auf Ballbesitz und Umschaltspiel

„Lady Kickers“ brennen auf die Aufgabe Regionalliga

Voller Einsatz mit wehenden Haaren. Jasmin Walter (links) und die OFC-Frauen freuen sich auf die Premiere in der Regionalliga.
+
Voller Einsatz mit wehenden Haaren. Jasmin Walter (links) und die OFC-Frauen freuen sich auf die Premiere in der Regionalliga.

Offenbach – Die Vorfreude ist Johannes „Jo“ Munkelt anzuhören, wenn er nach der langen Pause über den Saisonstart am Sonntag (14 Uhr) beim Karlsruher SC spricht. „Wir brennen auf die Aufgabe Regionalliga“, sagt der Trainer der Fußballerinnen von Kickers Offenbach: „Aber wir sind uns auch der Schwere der Aufgabe bewusst.“

Schließlich hatten die „Lady Kickers“ vor dem Start mit einigen Problemen zu kämpfen. Zum einen war wegen der Corona-Beschränkungen in Offenbach eine ordentliche Vorbereitung nicht möglich. Auch Auswärtstestspiele waren kaum machbar. „Wir sind bis jetzt noch nicht richtig im Training“, hadert Munkelt, „und Testgegner waren kaum zu finden, weil sie nicht gegen Offenbacher Teams spielen wollten.“ Nur meckern will er aber nicht: „Trotzdem nehmen wir diese Aufgabe an.“ Außerdem sind die „Lady Kickers“ auch jetzt noch auf der Suche nach Geldgebern. Ein Platz unter den Top-5 einer Aktion zur Vereinsförderung hat zwar geholfen, reicht aber nicht. Das Budget für die Runde ist noch nicht gedeckt. „Wir haben wirklich viel getan, müssen aber noch mehr tun und gehen mit dem niedrigsten Etat der Liga in die Saison“, sagt Munkelt.

Ändern an der Spielweise will er nach dem Abgang seines langjährigen Weggefährten und Trainerkollegen Nicolai König (wir berichteten) nichts. Stattdessen setzt Munkelt weiterhin auf viel Ballbesitz mit schnellem Umschaltspiel. „Das haben wir seit einem Jahr einstudiert, darauf sind wir ausgelegt.“ Dass König und er nun erstmals seit vielen gemeinsamen Jahren unter anderem als Trainer des Frauen-Hochschulteams der Goethe-Uni in Frankfurt, getrennte Wege gehen, schmerzt ihn. „Für mich persönlich ist das ein herber Verlust“, meint Munkelt. „Wir sind wirklich gute Freunde.“

Dennoch sieht er das Trainerteam gut aufgestellt. Neben Markus Thorn, der sich um die Torhüter kümmert, hat Carolin Schmank ihre aktive Laufbahn beendet und ist mit gerade einmal 21 Jahren neue Co-Trainerin. „Sie ergänzt unser Trainerteam gut“, lobt Munkelt, „und ich sehe in ihr ein großes Trainertalent. Das hat sie ja auch schon mit den Erfolgen in unseren Nachwuchsmannschaften bewiesen.“

Schmank ist derweil nicht die einzige Spielerin, die künftig nicht mehr zur Verfügung steht. Während die zweifache Meistertorhüterin Lisa Raiß eine Fußballpause einlegt, wird Melissa Gomes künftig für die zweite Mannschaft spielen. Als Ersatz für Raiß kamen mit Kübra Peyker (1. FFC Frankfurt U17) und Leonie Matic (Eintracht Frankfurt U17) zwei junge, talentierte Torhüterinnen. Zudem soll Elisabeth Scherzberg, die von Estoril Praia aus der ersten portugiesischen Liga kam und für Schott Mainz schon Regionalligaerfahrung gesammelt hat, ebenso für noch mehr defensive Stabilität sorgen wie Julia Förster, die bereits für den FFV Leipzig in der 2. Liga spielte. Zudem soll Lotte Simonis die Offensive beleben. Vergangene Saison machte die 19-Jährige mit 26 Toren in nur zwölf Verbandsligaspielen auf sich aufmerksam. lahe

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare