HANDBALL Frauen der HSG Hanau spielen immer schwächer / Dreieich darf auf Aufstieg hoffen

Es läuft nicht rund beim Spitzenreiter

Kim Plitzko (rechts) ist mit 67 Toren die erfolgreichste Torschützin der HSG Hanau. Eileen Millner (links, 88 Tore) will mit der HSG Dreieich den Spitzenreiter noch abfangen. Foto: scheiber

Hanau – Zur Saisonhalbzeit in der Bezirksoberliga Offenbach-Hanau stehen die Handballerinnen der HSG Hanau an der Tabellenspitze. Der Meister der vergangenen Saison, der dann auf den Aufstieg verzichtet hatte, ist mit 20:2 Punkten schon wieder Herbstmeister. VON STEFAN MORITZ

Das ist generell nicht sonderlich überraschend, denn das Team besteht fast ausnahmslos aus Spielerinnen, die einst in der Ober- und Landesliga gespielt haben und in der Bezirksoberliga handballerisch eher unterfordert sind. Aus beruflichen und privaten Gründen haben sie sich entschieden, kürzer zu treten. Viele sind Mütter geworden, wollten aber ihre Liebe für den Handball nicht ganz aufgeben. Und so fanden sie sich vor fünf Jahren zu diesem Team zusammen unter dem Dach der HSG Hanau, die bis dahin kein Frauenteam hatte.

Mit zwei Meisterschaften ohne Niederlage marschierten sie in zwei Jahren durch die B- und A-Liga. Im ersten Jahr in der Bezirksoberliga wurden sie mit 42:6 Punkten Vizemeister, im vorigen Jahr mit 39:5 Zählern Meister und nun sind sie als Tabellenführer schon wieder auf gutem Weg zum vierten Meistertitel in fünf Jahren. Von den insgesamt 91 Punktspielen seit der Teamgründung haben sie nur fünf verloren.

In der aktuellen Runde haben die Hanauerinnen auch den Wechsel vom langjährigen Erfolgstrainer Dirk Bade zu Arno Lang bewältigt. Und doch ist diesmal etwas anders. Nach starkem Saisonstart, unter anderem mit dem beeindruckenden 31:18 gegen ihren hartnäckigsten Verfolger HSG Dreieich (18:4 Punkte) wurden die Leistungen ab November schwächer, die Ergebnisse knapper. „Die Vorbereitung im Sommer haben die Mädels toll durchgezogen. In den ersten Spielen hat man dann auch gesehen, was sie leisten können, wenn sie fit und in Form sind“, sagt Lang, „nach und nach kamen aber leider immer öfter immer weniger Spielerinnen ins Training. Einige Einheiten mussten wegen zu vieler Absagen sogar komplett ausfallen. Das hat sich dann auch in den Leistungen in den Spielen ausgewirkt.“ Auch in der Spielpause über Weihnachten und den Jahreswechsel haben die Hanauerinnen fast gar nicht trainiert. „Zwei Einheiten werden wir haben in der vierwöchigen Spielpause“, sagt Lang, den das dann doch etwas frustriert. „Ich wusste ja, dass mit diesem Team aus terminlichen Gründen nur wenige Trainingseinheiten möglich sind. Dann hatte ich aber erhofft und erwartet, dass zu den wenigen Terminen alle da sind. Das hatte ich mir schon anders vorgestellt“, sagt er und will die Frage nach der Fortsetzung seiner Tätigkeit über das Saisonende hinaus nicht beantworten.

Auch ob die Hanauerinnen diesmal gegebenenfalls aufsteigen würden, wenn sie denn erneut Meister werden würden, ist noch nicht entschieden. „Wir haben uns schon einmal beim Klassenleiter erkundigt, dass wir erneut auf den Aufstieg verzichten dürften, ohne in irgendeiner Form sanktioniert zu werden“, berichtet Lang. Eine Entscheidung in dieser Frage solle aber auf jeden Fall früher fallen als in der vorigen Runde, als der Vizemeister HSG Rodgau Nieder-Roden II trotz mehrfacher Bekundungen aus Hanau, das Aufstiegsrecht wohl nicht wahrnehmen zu wollen, bis zur offiziellen Verlautbarung lange im Ungewissen blieb, ob er nun nachrücken durfte in die Landesliga. Aktuell sieht es so aus, als dürfte sich die HSG Dreieich verstärkte Aufstiegshoffnungen machen. Vielleicht aber erledigt sich diese Frage in der Rückrunde auch auf sportliche Weise. Am Sonntag, 26. Januar (16 Uhr), müssen die Hanauerinnen zum Rückspiel in Dreieich antreten. Zuvor erwarten sie am Samstag (16 Uhr) in der Doorner Halle in Steinheim den TV Langenselbold II. Gegen den Drittletzten ist der Tabellenführer natürlich wieder in der Favoritenrolle. „Die Langenselbolderinnen aber haben zuletzt überzeugt“, sagt Lang, „sie haben in Bruchköbel gewonnen und zweimal nur knapp verloren. Und wir sind ja alles andere als in Topform.“

Quelle: op-online.de

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