FUSSBALL Relegationsentscheidung zur Verbandsliga korrigiert / Auch KV Mühlheim profitiert

Langens Einspruch beschert Rodgau Aufstieg

Jörg Wagner Kreisfußballwart

Offenbach – Der Hessische Fußball-Verband hat mit einer bemerkenswerten Entscheidung eine Kettenreaktion in der Aufstiegsfrage nach Ende der Relegationsrunden ausgelöst. Gleich fünf Klubs aus dem Fußball-Kreis Offenbach profitieren davon.

„Aufgrund der Pattsituation und der damit einhergehenden Diskussion um den Aufstieg in die Verbandsliga Süd ist der Hessische Fußball-Verband zu folgender Lösung gekommen: Neben dem VfB Ginsheim II steigt auch die erste Herrenmannschaft des JSK Rodgau in die Verbandsliga Süd auf.“ Dies vermeldete der Hessische Fußballverband auf seiner Webseite und begründet dies, dass es doch ein Entscheidungsspiel hätte geben müssen. Ginsheim II und der JSK Rodgau hatten die Dreierrunde in der Relegation punkt- und torgleich (3 Punkte/5:5 Tore) vor der FG Seckbach (3/3:3) abgeschlossen. In einer ersten Reaktion nach Ende der Relegation war Ginsheim II zum Sieger der Runde erklärt worden - mit Verweis auf den gewonnenen direkten Vergleich. Das aber hatte sich als falsch erwiesen. Richtig wäre laut Satzung ein Entscheidungsspiel gewesen. „Die Durchführung eines solchen Entscheidungsspiels ist den beiden betroffenen Vereinen nicht mehr zuzumuten. Der Hessische Fußball-Verband hat aufgrund dieser besonderen Situation entschieden, dass beide Vereine in die Verbandsliga Süd aufsteigen“, hieß es in der Erklärung des Verbandes dazu.

Die Folge: Neben dem JSK Rodgau in die Verbandsliga Süd steigt auch der 1. FC Langen in die Gruppenliga Frankfurt Ost auf. Kickers-Viktoria Mühlheim spielt in der Kreisoberliga, die TuS Klein-Welzheim bleibt in der A-Liga und Portugues Offenbach steigt in die B-Liga auf.

„Ich habe direkt nach dem Relegationsspiel gesagt, dass es meiner Meinung nach ein Entscheidungsspiel zwischen Ginsheim und Rodgau hätte geben müssen“, sagte Kreisfußballwart Jörg Wagner. „Die Entscheidung der Verantwortlichen des Verbandes, Ginsheim als Aufsteiger auszurufen, wäre rechtlich anfechtbar gewesen.“ Laut Wagner hat das Präsidium des Verbandes die Sachlage überprüft und einer Langener Beschwerde Recht gegeben.

„Für mich ist es eine gerechte Entscheidung“, meinte Langens Vorsitzender Stefan Seibel. „Direkt nach unserer Niederlage gegen Alzenau im Aufstiegsfinale haben wir uns zusammengesetzt. Michael Vierrath vom geschäftsführenden Vorstand hat rechtlich alles überprüft und wir haben Beschwerde beim Verband eingelegt. Besonders freut es mich für unsere junge Mannschaft, die sich jetzt in der Gruppenliga weiter entwickeln kann.“ Kein Verständnis hat Seibel, dass der JSK Rodgau von sich aus keinen Protest gegen die Entscheidung eingelegt hatte.

Ähnlich sah es auch Pedram Navidi vom Langener Spielausschuss. „Wir haben seit der Niederlage gegen Alzenau viel im Hintergrund gearbeitet. Für uns mit dem neuen Trainer Marco Betz ist dies eine neue Herausforderung, aber wir haben auch für die Gruppenliga ein starkes Team zusammen.“

„Wir haben ein gutes Verhältnis zum Hessischen Fußball-Verband“, spricht Rodgaus Abteilungsleiter Lothar Müller von stiller Diplomatie. „Wir haben gemerkt, dass sich die Verantwortlichen aufgrund der Entscheidung nicht wohl fühlten. Wir wussten seit letzter Woche von der Tendenz zu dieser Entscheidung“, so Müller weiter und lobte auch Kreisfußballwart Jörg Wagner. „Er hat sich stark für die betroffenen Vereine des Offenbacher Fußballkreises eingesetzt.“

Positiv überrascht wurde Rodgaus Trainer Andreas Humbert. „Damit habe ich nicht mehr gerechnet“, sagte er. „Letztlich ist es eine Belohnung für unsere Arbeit in der vergangenen Saison.“

Gejubelt wurde auch bei Kickers Viktoria Mühlheim, der Aufsteiger von 2018 darf weiter in der Kreisoberliga spielen. „Wir halten die Entscheidung für richtig“, sagte Mühlheims Sportlicher Leiter Salvatore Civale. „Wir haben mit unserem neuen Trainer Wolfgang Strack eine gute Truppe zusammen und sind für die neue Saison sehr gut aufgestellt.“    leo/rjr

Quelle: op-online.de

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