Luxusprobleme im Tabellenkeller

Dietzenbachs Trainer Dragan Reljic will mit aller Macht die Klasse halten

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Garant für den Aufschwung: Dietzenbachs Torwart Elvis Nurkovic, Zugang von Sandzak Frankfurt, erwartet den Schuss von Steinheims Marius Krikser (rechts). Der FCD gewann die Partie mit 2:0.

Bahnt sich beim FC Dietzenbach das nächste Fußballwunder an? Als abgeschlagenes Tabellenschlusslicht der Gruppenliga Frankurt Ost ging der FCD in die Winterpause, doch personelle Nachbesserungen fruchteten recht schnell.

Dragan Reljic, seit 12 Jahren FCD-Trainer.

Dietzenbach – Binnen weniger Wochen hat die Elf von Trainer Dragan Reljic den Rückstand wettgemacht und ist seit Jahresbeginn ungeschlagen. Vor der wichtigen Partie beim Tabellennachbarn VfR Wenings am Sonntag (15 Uhr in Fischborn) stand der Dietzenbacher Coach Rede und Antwort.

Herr Reljic, wie erklären Sie sich den Aufschwung Ihres Teams ?

Wir haben uns in der Winterpause mit Vorstand und Trainerteam zusammengesetzt, weil wir uns hinsichtlich der Qualität des Kaders verschätzt hatten. Die Vorrunde war sehr schwierig, da uns im Sommer wichtige Spieler kurzfristig verlassen haben. Mit Neuzugängen im Winter haben wir nun reagiert. Entscheidend für den Aufschwung ist aber der Wille der gesamten Mannschaft. Es ist zu spüren, dass alle gemeinsam den Klassenerhalt schaffen wollen.

Was zeichnet die Neuen aus?

Bei mir steht immer die Mannschaft über allem. Aber klar, die höherklassige Erfahrung unserer neuen Spieler ist natürlich hilfreich. Das Niveau ist gestiegen. Unser neuer Torwart Elvis Nurkovic war beispielsweise früher mal Profi bei Galatasaray Istanbul. Auch im Eins-gegen-Eins in der Offensive sind wir beispielsweise durch die Verpflichtung von Geith Hammad, der wie Nurkovic vom Verbandsligisten Sandzak Frankfurt kam, viel stärker geworden. Alle Zugänge sind erfahren und wissen, was auf dem Platz zu tun ist.

Die spielerische Qualität ist gestiegen. Fehlt nicht trotzdem ein Torjäger? In der Vorsaison waren es die Tore von Roland Pauna und Janis Wagner, die entscheidend zum Klassenerhalt beigetragen haben.

Das ist richtig, ein torgefährlicher Stürmer fehlt uns nach wie vor. Wir versuchen diesen Mangel aber anderweitig taktisch auszugleichen.

Ihr Team hat in den Vorjahren ähnliche Situationen schon häufiger gemeistert. Ein Vorteil?

Wir haben gezeigt, dass wir mit Druck umgehen können. Am Sonntag und in den kommenden Wochen wird reichlich Druck da sein, denn wir wollen mit aller Macht die Liga halten. Als wir abgeschlagen am Tabellenende standen, war der Druck nicht so groß wie jetzt, wo wir wieder alle Chancen auf den Klassenerhalt haben. Man muss sehen, wie die Mannschaft auf diese neue Situation reagiert.

Welche Bedeutung hat das Spiel in Wenings?

Klar ist das ein wichtiges Spiel, doch wir sollten die Bedeutung nicht zu hoch hängen. Dass wir bei einem direkten Konkurrenten nicht verlieren sollten, versteht sich von selbst. Doch wir schauen von Woche zu Woche. Das nächste Spiel ist immer das wichtigste.

Kann Ihr Team in Bestformation antreten?

Ja, alle Spieler stehen zur Verfügung. Das sind fast schon Luxusprobleme. Womöglich werden wir sogar einen Zugang an Bord haben. Den Namen verrate ich noch nicht.

Die Partie wurde kurzfristig auf den Kunstrasenplatz nach Birstein-Fischborn verlegt. Der VfR Wenings hat dort gute Erfahrungen gemacht, zuletzt die SG Marköbel 4:0 geschlagen.

Mir wäre es lieber, wenn die Partie auf normalem Rasen stattfinden würde. Aber wir nehmen es, wie es kommt.

Was denken Sie: Wie viele Punkte wird man zum Klassenerhalt benötigen?

Wahrscheinlich nicht so viele wie sonst in dieser Liga, da in der Abstiegsregion die Teams alle eng beisammen sind und keine Teams mit wenigen Punkten abgeschlagen sind. Ich hoffe, dass man mit 35 oder 36 Punkten die Klasse halten kann.

Das Gespräch führte Frank Schneider

Quelle: op-online.de

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