Peter Meisinger

„Meine Verpflichtung ist kein Allheilmittel“

+
Peter Meisinger soll den TV Großwallstadt wieder auf Kurs bringen. Mit nur fünf Punkten belegt der TVG den vorletzten Tabellenplatz in der Handball-Bundesliga.

GROSSWALLSTADT - Als Peter Meisinger am 3. Januar ins Krankenhaus ging, „um sich ein paar Ersatzteile für meine Hüfte einsetzen zu lassen“, hat er nur an seine Gesundheit gedacht. Jetzt denkt er nur noch an den TV Großwallstadt.

Die Verantwortlichen des TVG hatten ihren ehemaligen Meisterspieler und Meistertrainer im Krankenhaus besucht und ihn gebeten, als Sportdirektor dem Klub in der bedrohlichen Lage in der Handball-Bundesliga zu helfen.

„Ich hatte eine ganz andere Planung im Kopf“, sagt Meisinger, „aber ich habe trotzdem zugesagt.“ Der Klub ist dem 58 Jahre alten Meisinger ans Herz gewachsen, „deshalb mache ich es nochmal“. Befristet bis zum Saisonende springt Meisinger als Sportdirektor ein, soll als Partner, in Wahrheit wohl auch als Chef, von Trainer Peter David das Ruder herumreißen. Der seitherige Sportmanager Uli Wolf musste gehen, offiziell aus „beruflichen Gründen“.

Seit Samstag steht Meisinger wieder in der Halle, bei jedem Training. „Im Moment auf Krücken“, sagt er, „das ist nicht so ideal.“ Die tägliche Arbeit aber macht sowieso Peter David, Meisinger ist in der Beobachterrolle. „Es gibt viele Felder, auf denen wir uns verbessern müssen“, sagt der neue Sportdirektor, „wir müssen herausfinden, warum die Mannschaft so oft mit einem Tor verloren hat und warum die Auswärtsbilanz so desolat ist.“

„Wir müssen viel konsequenter spielen und mehr Kontinuität reinbringen“, sagt er. Konsequenz heißt bei Meisinger konzentrierte Abwehrarbeit, keine „leichten Tore“ kriegen, womöglich entschlossener zupacken. Dafür war er früher selbst als Spieler in der großen Zeit des TVG bekannt, dafür war der TVG bekannt, als der Trainer Meisinger den Klub zu Meisterschaft, Pokal- und Europapokalsieg geführt hat.

Neue Spieler wird es nicht geben, der TVG will und muss es mit dem vorhandenen Personal schaffen. „Vieles ist limitiert, nicht optimal“, sagt der neue Sportchef, „aber wir packen es an und wir können es schaffen“.

Vielleicht kann Runar Karason endlich helfen, wenn es am 8.Februar gegen die HSG Wetzlar weitergeht. Der Isländer hat ein halbes Jahr wegen eines Kreuzbandrisses gefehlt, jetzt steht er wieder im Training.

Das Echo auf das überraschende Comeback war in der Region durchweg positiv. „Ich habe viele Anrufe, SMS und Mails bekommen, alle mit dem Inhalt: Gut, dass du es machst“, sagt Meisinger, „aber es muss allen klar sein, das alleine ist kein Allheilmittel, die Spiele muss die Mannschaft gewinnen.“ Dem TVG stünden schwierige Monate bevor. „Es wird ganz sicher nicht einfach und es wird ziemlich eng.“

sp

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare