Amateurfußball

Mit Punkten gegen Abstieg in die Aufstiegsrunde

Zweikampf im Hanauer Derby: Dominik Wüst (links) vom FC Hanau 93 gegen Pascal Hamann vom FC Erlensee.
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Zweikampf im Hanauer Derby: Dominik Wüst (links) vom FC Hanau 93 gegen Pascal Hamann vom FC Erlensee.

Von den Teams aus der Region hätte in der Fußball-Hessenliga aktuell überraschend der 1.FC Erlensee in der Meisterrunde die besten Chancen. Deutlich schlechter sieht es für den SC Hessen Dreieich und den FC Hanau 93 aus.

Offenbach – In der Fußball-Hessenliga, die in dieser Saison in zwei Gruppen zu je elf Mannschaften unterteilt ist, sind zwölf der 22 Vorrundenspieltage absolviert – also über die Hälfte. Weil zwei Spieltage aus der Rückrunde vorverlegt wurden, haben einige Mannschaften bereits zwölf Partien absolviert, andere erst zehn.

Die ersten fünf Mannschaften aus beiden Gruppen qualifizieren sich für die Aufstiegs- oder Meisterrunde, die Teams ab Platz sechs müssen in die Abstiegsrunde. Aktuell wären alle drei Teams aus der Region Offenbach und Hanau für die Aufstiegsrunde qualifiziert. Der SC Hessen Dreieich (Gruppe B) und der FC Hanau 93 (Gruppe A) jeweils als Tabellenfünfter, der 1. FC Erlensee in der Gruppe A sogar als Zweitplatzierter.

In der Aufstiegs- und Abstiegsrunde treffen die Teams nur noch in Hin- und Rückspiel auf die Mannschaften, gegen die sie in der Vorrunde noch nicht gespielt haben. Die Spielergebnisse gegen die Mannschaften aus der gleichen Qualifikationsgruppe werden übernommen.

Der 1. FC Erlensee (10 Punkte) würde derzeit als Zweiter hinter dem FC Eddersheim (12), aber noch vor dem großen Favoriten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (9) in die Aufstiegsrunde starten. „So wie es aussieht, wären wir aktuell dabei. Aber für uns ist weiterhin jeder Punkt ein Punkt gegen den Abstieg“, sagt Chris Sickmann, Sportlicher Leiter beim 1. FC Erlensee, „wir wissen, wo wir herkommen.“

Denn in der vergangenen Saison – seinerzeit noch in einer 20er-Liga – holte Erlensee aus elf Partien nur sieben Punkte und war Tabellenletzter. Nun stehen nach elf Begegnungen 23 Punkte zu Buche. Bei einer Teilnahme an der Aufstiegsrunde, „ist für uns jedes Spiel ein Bonusspiel, in dem wir uns weiterentwickeln können. Wir könnten der Königsmacher sein, ohne selbst König sein zu wollen. Denn mit dem Aufstieg beschäftigen wir uns überhaupt nicht“, sagt Sickmann.

Das bräuchte aktuell auch nicht der FC Hanau 93, der nach schwachem Saisonstart zwar auf Platz fünf geklettert ist, allerdings mit lediglich vier Punkten in die zweite Saisonphase gehen würde. Doch so weit schaut FC-Trainer Kreso Ljubicic gar nicht voraus: „Unser Ziel war und ist Platz fünf, dann sehen wir weiter.“

Ljubicic sieht mit den anstehenden Partien gegen Buchonia Flieden (zweimal) und den SV Steinbach „drei Endspiele auf uns zukommen.“ Gerade gegen die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte dürfen sich die Hanauer keine Ausrutscher erlauben, um Rang fünf nicht zu gefährden. Sieben Zähler aus diesen drei Begegnungen sind das Minimalziel der 93er.

Und sollte es nicht für die Aufstiegsrunde reichen, wollen die Hanauer genügend Punkte auf dem Konto haben, um in der Abstiegsrunde nicht Woche für Woche um den Klassenerhalt zittern zu müssen. „Der neue Modus ist auf jeden Fall sehr spannend. Auch Vereine, die schlecht gestartet sind, haben noch eine Chance. Viele wissen gar nicht, wie es anschließend weitergeht“, sagt Ljubicic, „wir müssen erst schauen, wo wir nach den 20 Vorrundenspielen stehen.“

Noch schlechter ist die aktuelle Lage beim SC Hessen Dreieich. 17 Punkte sammelte die Mannschaft von Trainer Taner Yalcin bisher in der Vorrunde – allerdings nur gegen Mannschaften, die hinter dem Tabellenfünften aus Dreieich platziert sind. Bedeutet: Aktuell würde der SC Hessen mit null Punkten in die Aufstiegsrunde starten. Damit würde nicht mal mehr ein Fußball-Wunder reichen, um sich in zehn Partien noch zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den vor Rundenbeginn als Saisonziel ausgegebenen Aufstieg in die Regionalliga zu sichern.

In der Gruppe B liegen die Mannschaften allerdings sehr dicht beieinander, den Dritten SC Waldgirmes (18 Punkte) trennen vom Siebten Viktoria Griesheim (16) lediglich zwei Zähler. Nahezu jedes Spiel wirbelt die Tabelle durcheinander und die Rechenspiele, wer wie viele Punkte mit in die nächste Runde nimmt, beginnen von neuem.

So sähe die Aufstiegsrunde der Hessenliga derzeit aus:

1. FC Eddersheim 12 Punkte

2. 1. FC 06 Erlensee 10

3. Fulda-Lehnerz 9

4. Rot-Weiß Hadamar 7

5. SC Waldgirmes 7

6. Eintracht Stadtallendorf 5

7. Hünfelder SV 5

8. FC Hanau 93 4

9. SV Zeilsheim 3

10. SC Hessen Dreieich 0

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