Starke Charaktere bei Gruppenliga-Spitzenreiter KV Mühlheim

Teamchemie größte Herausforderung

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Domenico di Rosa (links) ist einer der Spieler von KV Mühlheim mit höherklassiger Erfahrung. Hier behauptet er den Ball vor Tobias Pappert von Kickers Obertshausen. 

Mühlheim - In der Winterpause thront Kickers Viktoria Mühlheim mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost. Das Team von Trainer Raduan Belaajel strebt der Verbandsliga entgegen.

Dort spielte der Traditionsverein zuletzt von 1999 bis 2003. Nach dem Abstieg 2003 wurden die Mühlheimer durchgereicht bis in die Kreisliga A, in der sie in der Saison 2005/2006 spielten. Nach dem direkten Wiederaufstieg kam die KVM sechs Jahre nicht aus der Kreisoberliga Offenbach heraus, ehe 2013, im ersten Jahr unter Belaajel, die Meisterschaft gelang. Und nach Platz sieben in der vergangenen Runde strebt das Team nun den nächsten Klassensprung an, der nach 14 Siegen bei drei Unentschieden und vier Niederlagen erreichbar scheint.

In den restlichen 13 Saisonspielen muss der Spitzenreiter allerdings ohne seinen bisherigen Stammtorwart auskommen. Denn in Tom Oliver Leppin, der trotz der bislang sehr erfolgreichen Runde zur SG Wiking Offenbach zurückgekehrt ist, verlor die KVM in der Winterpause ihre bisherige Nummer eins. „Wir würden gern noch einen Torwart verpflichten“, sagt Belaajel. Mehr als einige Trainingsgäste gebe es momentan aber nicht zu vermelden. Der Coach beobachtet die Kandidaten vorerst - auch solche fürs Feld. Die Position zwischen den Pfosten macht Belaajel trotz des Leppin-Weggangs nicht allzu viele Sorgen: „Er hat uns drei Spiele gewonnen, aber auch einige Patzer gehabt. Zudem hat er immer wieder angedeutet, dass er sich nicht wohlfühlt. Wir haben als weiteren Torhüter Lars Ott, mit dem ich zufrieden bin, sollten wir keinen Zugang mehr bekommen. Er hat einen Riesensprung gemacht.“

Mühlheim verzichtet auf neue Spieler

Ansonsten verbuchten die Mühlheimer in der Winterpause nur noch Manuel Fossi als Abgang, verzichteten bisher aber auch komplett auf neue Leute. Die angesichts der bisherigen Leistungen allerdings auch kaum nötig scheinen. „Der Vorsprung ist schön, aber auch den Patzern der Konkurrenz geschuldet“, mag Belaajel das Polster nicht zu hoch hängen. Zudem habe erst nach und nach „das Spiel zu den Ergebnissen gepasst“. Gerade zu Beginn der Runde war der Trainer nicht immer einverstanden mit den Darbietungen seiner Elf, mit denen er sich auch im Siegesfalle differenziert und kritisch auseinandersetzte. Einige Partien hätte zunächst die „individuelle Klasse“ einiger Akteure entschieden. Hier nennt Belaajel Domenico di Rosa, Imran Gulzar, Dominik König und Mario Nocerino.

Gerade ob der Stärke jener Spieler, die auch schon in noch höheren Amateurklassen am Ball waren, machte sich Belaajel vor der Saison Gedanken. „Uns war klar, dass wir gute Spieler haben“, sagt er, „aber wir hatten Bedenken, dass es innerhalb der Truppe Unruhe geben könnte oder ein Feuer, das wir nicht löschen können. Wir mussten erstmal die Charaktere unter einen Hut bringen“.

Das ist Belaajel bislang offenbar gelungen. Angenehm - und womöglich auch Teil des Erfolgsrezepts in Mühlheim - sei auch die Zusammenarbeit mit der Vereinsführung: „Der Vorstand lässt mir Freiraum“, sagt Belaajel. Ein weiteres ganz sicher ist der Übungseifer von Belaajels Mannen: „Die Trainingsbeteiligung liegt bei 90 Prozent.“

jd/mos

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Quelle: op-online.de

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