Nachwuchs eine echte Verstärkung

SV Münster spielt in der Gruppenliga Darmstadt überraschend weit vorne mit

Daniel Lampevski vom SV Münster zieht im Kreispokalspiel an einem Spieler des PSV Groß-Umstadt vorbei. J  Foto: Eyßen
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Daniel Lampevski vom SV Münster zieht im Kreispokalspiel an einem Spieler des PSV Groß-Umstadt vorbei.

Münster - Nach dem Aufstieg 2016 belegte der SV Münster in der Fußball-Gruppenliga Darmstadt die Tabellenplätze neun (16/17) und acht (17/18). In dieser Saison scheint für das Team von Trainer Naser Selmanaj eine noch deutlich bessere Platzierung möglich. Von Sascha Eyßen

Als Tabellendritter in die Winterpause gegangen, schnuppert der Sportverein (42 Punkte aus 21 Spielen) sogar an den Aufstiegsplätzen. Zum Spitzenreiter SV Unter-Flockenbach sind es drei Punkte, zum Tabellenzweiten VfB Ginsheim II zwei.

„Vor der Saison hatten wir die Zielsetzung formuliert, dass wir besser abschneiden wollen als in der vergangenen Runde“, sagt Vorstand Sport Dieter Huther. Das werden die Münsterer, sollte es nicht zu einem großen Einbruch kommen, schaffen. Mit Platz drei sei man natürlich sehr zufrieden, so Huther. Trainer Selmanaj sieht es ähnlich und freut sich über die Entwicklung seines Teams. Vor allem in den vergangenen Wochen kam Münster richtig in Schwung. Seit acht Spielen ist man ungeschlagen, sechs dieser Partien wurden gewonnen.

Drängt sich die Frage nach den Gründen für die aktuell guten Leistungen auf: „Erfolg ist immer mit harter Arbeit verbunden“, meint Selmanaj, der die Münsterer seit Herbst 2017 zum zweiten Mal trainiert. 2016 hatte er die Mannschaft als Interimstrainer bereits zur Kreisoberliga-Meisterschaft geführt. „Die Jungs trainieren sehr gut und sind hungrig auf Erfolg. Wir haben eine intakte Mannschaft, das macht Spaß“, so Selmanaj. Außerdem stimme die Mischung aus jungen und erfahreneren Spielern.

Die jungen Spieler würden den Kader nicht nur auffüllen, sondern wirklich verstärken, so Huther. Bestes Beispiel ist der erst 18-jährige Damian Leonhard Köllhofer, der mit zwölf Treffern gemeinsam mit Adrian Postall aktuell die meisten Tore für den SV erzielt hat. Hinzu kommen weitere junge Spieler, die meisten aus dem eigenen Nachwuchs. „Da macht sich die Jugendarbeit bezahlt“, freut sich Huther. 16 Teams hat der SV derzeit im Nachwuchsbereich. Insgesamt sei der Kader breiter aufgestellt als in der vergangenen Saison, sind sich Huther und Selmanaj auch bei diesem Thema einig. In der vergangenen Runde hatten die Münsterer in der Rückrunde großes Verletzungspech, das sie nicht kompensieren konnten.

Im „mittleren Fußballeralter“ gehören etwa mit Mark Braun und Julian Huther (beide 28 Jahre alt) ebenfalls etliche Münsterer Eigengewächse der Mannschaft an. Auch die Neuzugänge wie Torwart Marcel Petrinec, Marco Defigus vom A-Ligisten Spvgg. Groß-Umstadt oder Filip Rubic aus der Jugend des SC Hessen Dreieich erwiesen sich als Verstärkungen. Zu den erfahrenen Spielern im Kader zählen der 30-jährige Arian Sahitolli (siehe Interview), der als einziger Akteur alle 21 Ligaspiele bestritten hat, und Nils Wolf (34). Der langjährige Kapitän von des Hessen- und Verbandsligisten Viktoria Urberach verstärkt seit dieser Runde die Münsterer Abwehr. Er war trotz zuvor einjähriger Fußballpause in 18 Spielen dabei.

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In der Winterpause wird es wohl keine weiteren Zugänge in Münster geben. Auch wenn die Tabellenspitze nahe ist, ist den Münsterer Verantwortlichen das Wort Aufstieg nicht zu entlocken. Dieter Huther sagt aber auch: „Wir werden die Mannschaft sicher nicht bremsen. Mal schauen, was die Rückrunde noch bringt.“

Zunächst sei es erst mal darum gegangenen, sich bei bis zu sechs Absteigern, immerhin ein Drittel der Liga, nach hinten abzusichern. Das ist geschehen. „Mit dem Abstieg werden wir nichts mehr zu tun haben“, so Huther. Trainer Selmanaj sagt: „Wir wollen jetzt dranbleiben und dürfen uns nicht ausruhen auf dem Erfolg. Es werden sicher auch Rückschläge kommen. Wenn am Ende ein dritter oder vierter Platz steht, wäre das toll.“

Eine gute Platzierung in der Gruppenliga wäre auch ein passendes Präsent der Mannschaft an den gesamten Verein: 2019 wird der SV Münster nämlich 100 Jahre alt.

Quelle: op-online.de

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