HANDBALL Babenhausen will in Landesliga „oben mitspielen“

Nach dem erwarteten Abstieg wieder im Angriffsmodus

Machtlos. Auch Torwart Dominik Goder konnte den Abstieg von Rot-Weiß Babenhausen aus der Oberliga nicht verhindern. Foto: Eyssen

Babenhausen – Nach acht Niederlagen hintereinander war die Tendenz eindeutig: Als Tabellenvorletzter steuerten die Handballer von Rot-Weiß Babenhausen in der Oberliga Hessen dem Abstieg entgegen, sieben Punkte beträgt der Rückstand auf den Nächstplatzierten Tuspo Obernburg. VON PATRICK LEONHARDT

„Wir haben mit dem Abstieg gerechnet“, sagt der Sportliche Leiter der „Löwen“, Mitch Maloul, nach dem vorzeitigen Saisonende. Nach drei Jahren Oberliga und den Platzierungen zehn (2018) und acht (2019) müssen die Rot-Weißen wieder zurück in die Landesliga Süd.

Aufgrund großer Verletzungssorgen mussten die Babenhausener zuletzt mehrfach Spieler der zweiten Mannschaft ausleihen, um den Kader aufzufüllen. Nach den Ausfällen von Lukas Baum - der Neuzugang der HSG Dietzenbach beendete nach wenigen Wochen aus Verletzungsgründen seine Karriere -, Robin Drews und Frank Kirchherr war der ohnehin dünn besetzte Rückraum kaum noch vorhanden. Die Abgänge der Routiniers Stefan Hollnack (MSG Umstadt/Habitzheim) sowie Simon Brandt und Lucas Eisenhuth (beide zum Drittligisten HSG Bieberau/Modau) im Sommer vergangenen Jahres waren für die Rot-Weißen letztlich nicht zu kompensieren. „Simon war ein überragender Mittelmann, sein Wechsel war der richtige Schritt, er spielt auch in Bieberau eine sehr gute Rolle“, gönnt Maloul dem Rückraumspieler den Erfolg. Und die Tore von Linksaußen Eisenhuth (183/91 Tore in der Saison 2018/19) fehlten den Babenhausenern spürbar. „Lucas hatte vom Punkt aus eine Trefferquote von vielleicht 90 Prozent. Zuletzt haben wir nur 50 Prozent unserer Siebenmeter verwandelt“, stellte Maloul fest.

Auch der Wechsel von Trainer Oliver Schulz zur HSG Hanau war für die Rot-Weißen nur schwer zu verdauen. „Er war ein Trainer, der viel Herzblut in Mannschaft und Verein gesteckt hat“, meinte Maloul. Nachfolger Panagiotis Nastos, von der HSG Dietzenbach gekommen, konnte Schulz trotz aller Mühen nicht ersetzen. Noch vor Jahreswechsel trennten sich die Wege der Rot-Weißen und Nastos, Maloul übernahm gemeinsam mit Ferenc Szlauko (zuvor Co-Trainer) und Caner Adanir (Trainer der zweiten Mannschaft) die Nachfolge. Im neuen Jahr konzentrierte sich Maloul wieder auf seine Aufgaben als Teammanager. Szlauko/Adanir trainierten weiterhin die Mannschaft. „Beide haben sehr gute Arbeit geleistet, auch die Spieler der zweiten Mannschaft gut eingebunden“, erklärt Maloul. Die Folge: Szlauko/Adanir trainieren die Babenhausener auch in der neuen Spielzeit 2020/21.

„Wir stellen uns auf die Landesliga ein“ sagt Mitch Maloul, auch wenn er denkt, dass in Sachen Auf- und Abstieg die letzte Entscheidung vielleicht doch noch nicht gefallen ist. „Bei den Basketballern gibt es ja auch keine Absteiger.“

Ärgerlich: Die Gespräche mit möglichen Neuzugängen mussten auf Eis gelegt werden, Probetraining mit neuen Spielern fällt ebenfalls aus. Dennoch wollen die „Löwen“ in der Landesliga-Runde „oben mitspielen“. „Wir steigen nicht aus der Oberliga ab und sagen dann, wir wollen einen Landesliga-Mittelfeldplatz erreichen“, erklärt Mitch Maloul. Statt acht Niederlagen in Folge dürfen es dann gerne mal wieder acht Siege hintereinander sein.

Quelle: op-online.de

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