Tim Kalzu von SG Egelsbach zieht es zu höherklassigem Verein

Nach 37 Toren steht Telefon nicht still

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Tim Kalzu (rechts) von der SG Egelsbach zieht es zu höherklassigem Verein.

Egelsbach - Tim Kalzu von der SG Egelsbach führt mit weitem Abstand die Torjägerliste der Fußball-Kreisoberliga Offenbach an. Er erzielte mehr als die Hälfte aller Treffer seiner Mannschaft. Das weckt Begehrlichkeiten. Von Daniel Schmitt

Viermal bewies Tim Kalzu am vergangenen Wochenende seinen Torriecher, er schoss die SG Egelsbach damit fast im Alleingang zum 7:2 über Klein-Welzheim. Und das war nicht das erste Mal. Bereits 37 Erfolgserlebnisse verbuchte der Angreifer in dieser Spielzeit auf seinem Torekonto – damit erzielte er mehr als die Hälfte aller Treffer des Tabellenzehnten. „Ich weiß, wo der Kasten steht“, sagt Kalzu selbst zu dieser beeindruckenden Quote.

Nachdem der 23-Jährige in seinem ersten Seniorenjahr bei der Spvgg. 03 Neu-Isenburg zwar zum Verbandsliga-Kader zählte, er aber nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam, wechselte er vor dreieinhalb Jahren zur Mannschaft von Thomas Brandeis. Mit Erfolg: Seitdem ging es stetig bergauf. In der Saison 2014/15 erzielte er 21 Tore, 2015/16 waren es 22. Die herausragende Ausbeute in dieser Saison bedeutet noch einmal einen enormen Sprung nach oben. „Ich habe nicht viel an meinem Spiel verändert“, sagt Kalzu, „ich benutze beim Abschluss vielleicht etwas mehr meinen Kopf.“ Gemeint ist, dass Kalzu den Ball nicht mehr einfach in Richtung Kasten knallt, sondern lieber Gegenspieler und Torhüter ausguckt, um das runde Leder platziert im Tor zu versenken. „Wie der Ball am Ende über die Linie geht, ist mir ziemlich egal. Hauptsache er liegt im Netz“, sagt Kalzu.

Viel von dieser Kaltschnäuzigkeit schaute er sich bei seinem erfahrenen Trainer ab. Brandeis, selbst jahrelang erfolgreicher Stürmer unter anderem in Diensten des 1. FC Langen und der SG Egelsbach, verdonnert ihn immer wieder dazu, beim Abschluss lieber das geringere Risiko mit der Innenseite zu wählen, statt mit dem Vollspann aufs Tor zu schießen. „Das habe ich im Training hunderte Male gehört und irgendwann auch verstanden“, sagt Kalzu, dessen Trainer vom ersten Tag an um die Qualität des 23-Jährigen wusste. „Tim war zwar noch kein fertiger Stürmer, als er zu uns kam“, sagt Brandeis, „aber er hatte viel Potenzial. Wir haben dann den Rohdiamanten geschliffen.“

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Obwohl die Egelsbacher als Tabellenzehnter eine enttäuschende Saison spielen, am Sonntag (15 Uhr) muss die Mannschaft beim Spitzenreiter SVG Steinheim ran, hätte die Runde für Kalzu persönlich kaum besser laufen können. Vor allem profitierte der Rechtsfuß immer wieder von den Vorlagen Jonas Walters. Der einstige Jugendspieler der Frankfurter Eintracht agiert meist als Spielmacher direkt hinter Kalzu und versorgt ihn mit Pässen. „Wir kennen uns schon seit knapp 20 Jahren, sind beste Freunde und haben früher bei der SKG Sprendlingen zusammengespielt“, nennt Kalzu gleich drei Gründe für das fast blinde Verständnis zwischen dem Torjäger und seinem Vorbereiter.

Doch in der kommenden Spielzeit dürfte das eingespielte Duo auseinandergerissen werden. Die Treffsicherheit Kalzus hat Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt. Dem Stürmer liegen mehrere Angebote vor. „Das Telefon hat in den vergangenen Tagen ziemlich oft geklingelt“, gibt er offen zu. Unterschrieben sei zwar noch nichts, „aber ich will eigentlich noch einmal einen Anlauf in einer höheren Liga nehmen.“ Bei welchem Verein genau, verrät Kalzu nicht. Die Verbandsliga Süd dürfte aber schon das Ziel des 23-Jährigen sein.

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Quelle: op-online.de

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