TV Großwallstadt

Neben Punkten fehlt auch Konzept

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GROSSWALLSTADT - Es sind überaus schwierige Zeiten für den TV Großwallstadt. Der Traditionsklub steht nach dem 22:22 (9:10) am Dienstagabend gegen den VfL Gummersbach und nun schon wieder sechs sieglosen Spielen in Folge ohne echtes Konzept für die Zukunft da.

Der Traditionsklub steht nach dem 22:22 (9:10) am Dienstagabend gegen den VfL Gummersbach und nun schon wieder sechs sieglosen Spielen in Folge nicht nur kurz vor dem ersten Abstieg in der so erfolgreichen Historie, sondern auch ohne echtes Konzept für die Zukunft da.

Die Chancen auf den Klassenerhalt sind auf ein Minimum gesunken, auch wenn Sportdirektor Peter Meisinger noch nicht aufgeben will. „Wir müssen mal Punkte holen, wenn keiner damit rechnet“, sagte er, „diese Spiele kommen noch.“ Die Partie am Ostersonntag bei GWD Minden gehört nicht in diese Kategorie. Denn dort, bei einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf sind zwei Punkte schon fast Pflicht. „Da müssen wir gewinnen, sonst schwimmen die Felle davon“, sagt sogar Meisinger. Vieles spricht nicht dafür, bislang hat der TVG alle 13 Auswärtsspiele in dieser Saison verloren.

Spiegelbild der gesamten Spielzeit

Gestern Abend erkämpften die Mindener bei HBW Balingen/Weilstetten ein 33:33 (14:18). Dabei glich Nils Torbrügge neun Sekunden vor der Schlusssirene zum 33:33 aus und Torwart Jens Vortmann parierte bei 5:7-Unterzahl den letzten Wurf des Balingers Felix König. Ein Remis, dass das Mindener Selbstvertrauen gestärkt haben dürfte und den Vorsprung des auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz stehenden Viertletzten auf den TVG auf vier Punkte vergrößert hat.

Die Begegnung der Großwallstädter gegen Gummersbach war ein Spiegelbild der gesamten Spielzeit. Der TVG hat auf Augenhöhe mit dem Gegner gespielt, hätte gewinnen können, ja gewinnen müssen, scheiterte zum Schluss aber an den eigenen Nerven. „Wir haben wieder die letzten drei, vier Minuten nicht beherrscht“, sagte Trainer Peter David. 22:20 hatte der TVG geführt, doch dann gelang in den letzten fünf Minuten kein Treffer mehr, Gummersbach kam noch zum glücklichen Ausgleich. „Die Einstellung hat gestimmt“, sagte Meisinger, „aber natürlich spielen in dieser Situation auch die Nerven eine Rolle.“

Ganz große Veränderungen

Längst haben in Großwallstadt die Mechanismen des Profisports gegriffen. Die Spieler sehen wenig sportliche Perspektiven und suchen sich neue Arbeitgeber. Besonders bitter, dass dies gerade jene Talente betrifft, die der TVG im eigenen Nachwuchszentrum ausgebildet hat und die für einen Neuaufbau bitter nötig wären. Dass nach den jungen Andreas Wolff (nach Wetzlar), Patrick Schmidt (nach Hüttenberg) und Cornelius Maas (nach Neuhausen) nun auch Torwart Martin Galia (nach St. Gallen) seinen Abschied verkündet hat, fällt kaum noch ins Gewicht.

In jedem Fall wird es zur neuen Saison zu ganz großen Veränderungen kommen. Mit Michael Spatz und Sverre Jakobsson haben nur zwei Stammspieler Verträge auch für die Zweite Liga, Chen Pomeranz und Runar Karason würden und sollen wohl bleiben. Auch Trainer David hat nur Vertrag für die erste Liga, das Engagement von Sportdirektor Meisinger war sowieso bis zum Saisonende begrenzt. Da bleibt viel Raum für Spekulationen.

In den übrigen Spielen des 26. Spieltages gestern Abend siegten überwiegend die Favoriten. Ausnahme: Der Tabellenneunte TBV Lemgo bezwang den Dritten SG Flensburg-Handewitt mit 27:22 (14:7) wodurch der Rückstand der Flensburger auf Tabellenführer THW Kiel (33:23 gegen Schlusslicht TUSEM Essen) wieder auf vier Minuspunkte anwuchs.

Das erste Spiel 2013 siegte der TVG noch

TV Großwallstadt gewinnt gegen HSG Wetzlar

sp/mos

Quelle: op-online.de

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