Olaf Vogel und Mario Schmittgen wollen Ruder beim SC Hassia II herumreißen

Neue Trainer und klare Worte

Olaf Vogel (l.) und Mario Schmittgen sind die neuen Trainer des SC Hassia Dieburg II.

Dieburg - (jd) Nein, um den heißen Brei herum reden werden die beiden neuen Trainer der zweiten Mannschaft des SC Hassia Dieburg wahrlich nicht: Olaf Vogel (40) und Mario Schmittgen (42) sind Freunde deutlicher Worte, wenn sie denn vonnöten sind.

Deshalb nimmt Vogel auch kein Blatt vor den Mund, als er über die Zusammenstellung des Kaders für die neue Saison spricht: „Ich habe schon mit mehr als 50 Spielern gesprochen, ob sie nicht zu uns kommen wollen. Die meisten sagen aber, wenn sie schon kostenlos spielen, dann zumindest in der A-Liga.“ Das können Vogel und Schmittgen mit dem SC Hassia II in der kommenden Saison allerdings nicht anbieten – das Team stieg an einem dramatischen letzten Spieltag in die B-Liga ab (der DA berichtete). Auch Geld gibt es keins. Wie so oft nach einem Abstieg soll es nun eine Liga drunter, wo man im Derby auf die DJK Viktoria treffen wird, einen Neuanfang geben.

„Wir müssen das akzeptieren, dass wir als B-Ligist weniger attraktiv sind als noch in der letzten Saison“, sagt Vogel. „So mancher Spieler wäre im Fall des Klassenerhalts zu uns gekommen, denn ich habe ja schon gegen Ende der letzten Saison viele Gespräche geführt.“ Die meisten Akteure, die Vogel und Schmittgen im Auge hatten, seien auch Spieler der A-Liga gewesen. Die erhoffte starke A-Liga-Mannschaft wurde durch den Abstieg allerdings hinfällig.

Vier neue Spieler haben die beiden langjährigen Hassianer, die für den Sportclub früher viele Jahre selbst die Kickschuhe schnürten, dennoch bereits ans Wolfgangshäuschen geholt. Die Namen wollten sie zunächst nur als Hintergrundinformation für den DA-Autor und noch nicht der Öffentlichkeit verraten. Es handelt sich aber sämtlich um Spieler, die schon einmal für die Hassia am Ball gewesen sind – das eine oder andere Wiedersehen mit alten Bekannten ist also garantiert. „Die haben teils schon höher gespielt als B-Liga, die Namen verraten wir in Kürze“, sagt Schmittgen.

Im Gegensatz zu vielen potenziellen Neuverpflichtungen habe es für Vogel und Schmittgen keine Rolle gespielt, ob die zweite Mannschaft der Blau-Weißen in der Saison 2009/2010 in der neunt- oder der zehnthöchsten Spielklasse antritt. Schon kurz nach dem Rücktritt der ehemaligen Trainer Sascha Spross und Michael Hahn habe man sich entschlossen – da stand der Abstieg noch nicht fest. Vogel hatte als Interims-Coach gemeinsam mit Ralph Pieper versucht, den Relegationsplatz zu erreichen. Das ging am Ende schief, trotz ordentlicher Leistungen gegen Spitzenteams.

Jetzt gilt es also, neu anzufangen – obwohl sich die Zahl der Abgänge für einen Absteiger mit Stanislav Schreider (zur DJK), Djelvan Shana, Jan Müller und Christian Enders (ebenfalls zur DJK) in Grenzen hält. „Ganz klar, die 1b der Hassia ist sportlich am Boden“, beschönigt Vogel nichts. „Jetzt wollen wir die Reputation der zweiten Mannschaft im Verein wieder aufbauen, die Zuschauer für uns gewinnen. Es muss wieder so sein, dass ein großer Teil der Leute wieder Lust darauf hat, sich das Spiel der Zweiten vor dem der Ersten anzuschauen.“ Daran habe es zuletzt gemangelt, könne jetzt aber auch besser werden, weil noch mehr Dieburger Jungs zu ihrem Stammverein zurückgekehrt seien. Das tat – was schon bekannt gegeben werden durfte – auch Altmeister Holger Sauerwein, der das Tor hüten und sich eventuell auch als Torwarttrainer einbringen wird. Der bisherige Schlussmann André Nettermann wird Ersatz-Keeper bei der ersten Mannschaft in der Gruppenliga, auch Uli Becker soll neben Sauerwein seine Einsätze bekommen. „Entscheidend bei allem ist, dass du die Jungs motivieren kannst“, sagt Schmittgen, der das als Trainer von C-Liga-Aufsteiger Semd erfolgreich vorgemacht hat.

Die Hoffnungen ruhen derweil auf zwei anderen Posten, die den 1b-Kader noch vergrößern sollen: Spieler, die in der ersten Mannschaft nicht zum Zuge kommen sowie A-Jugendliche. „Die 1a-Spieler wollen wir auffangen, den A-Jugendlichen ihre Chance geben“, so Vogel. Die Erfahrung, diesen Spagat zu meistern und den sportlichen Absturz der 1b zu verhindern, bringen Vogel und Schmittgen zweifelsfrei mit.

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