Ober-Roden braucht jetzt ein Wunder

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Reichlich Betrieb vor dem Klein-Karbener Tor: Filmon Ghebrezghi (rechts) rettet gegen die Ober-Rodener Patrizio Colucci (vorne) und Mostafa El Aadmi. Klein-Karben gab nie auf und wandelte einen 0:2-Rückstand noch in einem 3:2-Sieg um.

Ober-Roden ‐ Bitterer Rückschlag für Germania Ober-Roden im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Hessenliga. Am vorletzten Spieltag unterlagen die Rödermarker gegen den direkten Konkurrenten KSV Klein-Karben nach einer 2:0-Führung noch mit 2:3 (2:2). Von Patrick Leonhardt

Da auch die Konkurrenten 1. FC Schwalmstadt (3:0 in Offenbach) und OSC Vellmar (3:1 gegen Rot-Weiss Frankfurt) ihre Partien gewannen, rutschten die Germanen vom 14 auf den 17 Platz und müssten damit am Rundenende direkt den Weg in die Verbandsliga Süd antreten.

Am letzten Spieltag müssen die Ober-Rodener nun nicht nur bei Viktoria Aschaffenburg gewinnen, sondern auch noch auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Mindestens zwei Vereine aus dem Trio Schwalmstadt, Vellmar und Klein-Karben muss die Germania überholen, um zumindest noch die Abstiegsrelegation zu bestreiten.

Germania Oberroden ohne echte Abwehrspieler

„Das Schlimme ist, dass wir das vorher noch angesprochen haben“, zeigte sich Ober-Rodens Teamchef Sasan Tabib enttäuscht. „Wir haben darüber gesprochen, dass Klein-Karben eine Mannschaft ist, die nie aufgibt. Und die Lücken zwischen unserer Viererkette und dem Mittelfeld waren einfach zu groß.“ Zudem mussten die Germanen ohne echte Abwehrspieler auskommen: In der Innenverteidigung spielten Kristijan Szollar (eigentlich ein Sechser) und Adi Akinwale (gelernter Stürmer, in dieser Saison meist rechter Außenverteidiger). Stürmer Patrizio Colucci musste erneut als Außenverteidiger ran, Mittelfeldspieler Dorian Tobollik ebenso.

Und dennoch legten die Germanen vor 150 Zuschauern einen Traumstart hin. Nach einem Freistoß von Florian Stahl mit seinem starken linken Fuß aus halbrechter Position brauchte Torjäger Horst Russ nur noch den Kopf hinhalten - nach sieben Minuten führten die Ober-Rodener 1:0. Dann tanzte Milad Salem gleich drei Gegenspieler aus und schob überlegen ein - nach zwölf Minuten führten die Ober-Rodener bereits mit 2:0.

Klein-Karben spielte engagiert nach vorne

Doch Klein-Karben gab sich noch lange nicht auf, während sich die Hausherren ihrer Sache ein wenig zu sicher schienen und sich zu oft in Einzelaktionen festrannten. Bereits in der 22. Minute gelang Andreas Baufeldt mit einem Heber ins lange Eck der Anschlusstreffer. Klein-Karben erspielte sich weitere Möglichkeiten. In der 39. Minute zielte Selim Aljusevic bei einem Volleyschuss noch knapp vorbei, 60 Sekunden später aber traf Pascal Brettschneider zum 2:2.

Und zehn Minuten nach dem Seitenwechsel brachte Salih Yasaroglu die Wetterauer per Strafstoß sogar auf die Siegerstraße. Auch die Ober-Rodener forderten später noch einen Strafstoß, den ihnen Schiedsrichter Simon Heß aus Heppenheim aber verweigerte. Besonders bitter: Nach einem Ellenbogencheck sah Kristijan Szollar zehn Minuten vor Spielende auch noch die Rote Karte und fehlt somit am Samstag im Gastspiel bei seinem Ex-Klub in Unterfranken. Erst in der Winterpause war Szollar aus Aschaffenburg an die Frankfurter Straße gewechselt.

Germania Ober-Roden: Peters - Colucci, Akinwale, Szollar, Tobollik - Öztas, Raimondi - El Aadmi, Stahl (75. Christophori) - Salem, Russ

KSV Klein-Karben:Cue - Zazai, Kunisch, Howard, F. Ghebrezghi - K. Ghebrezghi - Brettschneider (80. Jelko), Aljusevic, Wilz - Baufeldt, Yasaroglu

Tore: 1:0 Russ (7.), 2:0 Salem (12.), 2:1 Baufeldt (22.), 2:2 Brettschneider (40.), 2:3 Yasaroglu (55./FE)

Schiedsrichter: Heß (Heppenheim)

Zuschauer 150

Rot:Szollar (80./Ober-Roden, Tätlichkeit)

Quelle: op-online.de

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