Kickers Offenbach

OFC: Knallharte Verteidigerin mit großer Übersicht

Elisabeth Scherzberg
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Elisabeth Scherzberg

Elisabeth Scherzberg zählt bei den Fußballerinnen von Kickers Offenbach zu den Stützen im Regionalligateam. Die 27-Jährige überzeugt auch ohne Gardemaß im Abwehrzentrum.

Offenbach – Vorzeigestatur hat Elisabeth Scherzberg mit 1,65 Metern gewiss nicht für eine Innenverteidigerin. Dennoch ist sie eine feste Größe im Abwehrzentrum der Regionalliga-Fußballerinnen von Kickers Offenbach. „Sie ist eine knallharte Verteidigerin“, lobt Trainer Johannes Munkelt die 27-Jährige, die vor der Saison aus Portugal nach Offenbach gewechselt ist.

Auch wenn sie selbst ihre Stärke dank ihrer Übersicht ganz klar im Spielaufbau sieht. Aber das eine schließt das andere ja nicht aus.

Beides will Scherzberg einbringen, um sich mit dem OFC in der Regionalliga zu etablieren. Auch wenn das nicht einfach wird. „Die Regionalliga ist ein großer Schritt“, sagt sie und fügt umgehend an: „Trotzdem wollen wir sie halten.“ Im ersten Anlauf haben sie das geschafft, die inzwischen wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochene Runde mit einem Punktequotienten von 1,20 auf dem fünften Rang abgeschlossen.

Ihren Teil dazu beigetragen hat auch Scherzberg, die in allen fünf Pflichtspielen über die volle Distanz zum Einsatz kam und beim 2:1-Derbysieg gegen Eintracht Frankfurt III den Siegtreffer erzielte. Das zeigt auch, wie gut sie sich seit dem Wechsel zum OFC im vergangenen Sommer eingewöhnt hat. Dass sie einige Spielerinnen schon vorher – unter anderem aus der Mannschaft der Frankfurter Goethe-Universität – kannte, hat es Scherzberg einfach gemacht. Aber auch, dass sie schon 2019 die Sommervorbereitung mitgemacht hat.

Dann hat sie sich aber für ein Auslandssemester in Portugal entschieden. „Währenddessen wollte ich natürlich auch Fußball spielen“, sagt Scherzberg. Nach einem Probetraining hat sie sich dort Estoril Praia angeschlossen. Vor allem zu Beginn hatte Scherzberg dort noch Sprachprobleme, auch wenn sie schon ein halbes Jahr vorher begonnen hatte, Portugiesisch zu lernen. „Mit der Zeit hat das dann aber immer besser geklappt.“

Dass sie sich nicht einwandfrei verständigen konnte, hatte für Scherzberg im Nachhinein aber auch etwas Gutes: „Dort ist mir erst aufgefallen, wie wichtig Kommunikation auf dem Platz ist.“ Gerade deshalb, weil die Mitspielerinnen auf dem Platz keine Rücksicht genommen haben. „Denen war das egal, die haben weiter Portugiesisch geredet“, sagt die Verteidigerin mit einem Lachen. Seit Sommer ist sie aber wieder zurück in Deutschland. „Und es ist schön, wieder auf Deutsch Fußball spielen zu können“, meint Scherzberg.

Auch wenn das mit dem Fußballspielen aktuell nicht so klappt. Zusammen kommen die Kickers-Spielerinnen im Moment nur online. Zweimal pro Woche trainieren sie dort zusammen. Zudem gab’s von Trainer Munkelt einen Trainingsplan, an den sie sich halten müssen. Motivationsprobleme hat Scherzberg aber nicht. „Das ist auch eine gute Zeit, mal an Defiziten zu arbeiten.“ Und langweilig wird ihr sowieso nicht. In ihrem Studium befindet sie sich auf der Zielgeraden. Und auch sportlich gibt es ein ergänzendes Alternativprogramm: „Ich kickboxe mit meinem Bruder“, sagt Scherzberg.  lahe

Von Lars Herd

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