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Amateurfußball-Start mit Hygienekonzept: Gegenverkehr am Eingang unterbinden und Vorteil für Dauerkarteninhaber

Neue Normalität auf den lokalen Fußballplätzen. Spieler, Trainer und Zuschauer müssen sich umstellen.
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Neue Normalität auf den lokalen Fußballplätzen. Spieler, Trainer und Zuschauer müssen sich umstellen.

Es erscheint noch unwirklich, doch am Wochenende soll die Punktrunde 2020/21 in den Fußball-Amateurligen starten. Doch der Ball rollt nur in diesen Pandemiezeiten, wenn die Vereine das Hygienekonzept des Verbandes oder von den Behörden genehmigte individuelle Maßnahmen anwenden. Das bedeutet Umstellungen für alle Beteiligten. Ein Überblick:

Offenbach - Viele Vereine haben sich in den Testspielen und zuletzt im Kreispokal auf den Ernstfall vorbereitet. In den Städten Offenbach und Hanau, vor kurzem noch Corona-Hotspots, finden zunächst keine Amateurspiele statt. Auf was müssen die Vereinsvertreter, Spieler, Trainer und Zuschauer auf den anderen Anlagen achten, wenn am Wochenende der Startschuss 2020/21 fällt.

Bis zu 250 Menschen dürfen auf dem Sportgelände zugegen sein, Spieler, Trainer und Betreuer nicht inbegriffen, wie Kreisfußballwart Jörg Wagner betont. Wie muss die Erfassung der Daten erfolgen, wie lange muss der Verein sie aufbewahren?

Der Hessische Fußballverband hat so genannte Datenzettel vorbereitet, die Vereinsvertreter müssen sie ausdrucken, die Zuschauer am Eingang ausfüllen. Das ist ganz ähnlich wie in der Gastronomie. Bei dem einen oder anderen Verein kommen auch bereits die Varianten mit dem QR-Code zum Einsatz. Der Offenbacher Kreisfußballausschuss will laut Wagner noch im September eine mobile App vorstellen, um diese Vorgänge zu vereinfachen. Die Vereine müssen die Daten vier Wochen aufbewahren. Wer eine Dauerkarte hat, ist bereits erfasst und klar im Vorteil.

Wie hat das auszusehen beim Ein- und Ausgang? Ist eine Trennung nötig?

Getrennte Ein- und Ausgänge auf den Sportplätzen wären optimal, sind eher die Ausnahme. „Der Gegenverkehr am Eingang muss aber ganz klar unterbunden werden“, versichert Wagner. Könnte bedeuten, dass bei Anpfiff um 15 Uhr ab 15.30 niemand mehr auf das Sportgelände kann, selbst wenn noch genug Platz wäre. Desinfektionsmittel am Eingang sind gern gesehen, aber kein Muss.

Können die Mannschaften die Kabinen nutzen und duschen? Zumindest die Heimmannschaft?

Das kommt auf die Vorgaben der Städte und Gemeinden an. Im Kreis dürfen die Spieler beider Teams duschen. In den Kabinen gilt das Abstandsgebot, eventuell müssen die Spieler sogar den Mund- und Nasenschutz tragen. Wagner empfiehlt, dass sich maximal acht Spieler pro Kabine gleichzeitig umziehen. „Und die sollten dann die Sporttaschen am besten gleich zurück ins Auto bringen“, sagt er. Die Kabinen müssen regelmäßig gelüftet werden.

Müssen die Plätze für die Besucher markiert werden?

Nein. Bei Klubs wie dem SC Hessen Dreieich mit seinem kleinen Stadion mit Sitzplätzen ist das natürlich möglich, bei vielen Vereinen mit normale Sportanlagen nicht. Hier gilt wieder der Mindestabstand von zwei Metern. Wo dieser nicht eingehalten werden kann, müssen die Zuschauer den Mund- und Nasenschutz tragen.

Gemeinsames Einlaufen der Spieler und Begrüßung entfallen, nur während des Spiels gelten die allgemeinen Abstandsregeln nicht. Und wenn einer nicht dran denkt?

Auf die Spieler warten laut Wagner keine Strafen. „Die Schiedsrichter werden aber darauf achten und Hinweise geben. Spieler und Trainer sind sensibilisiert, die kriegen das hin“, meint der Kreisfußballwart vor dem Punktspielauftakt.

Dürfen die Vereine vor, während und nach dem Spiel Getränke verkaufen? Mit und ohne Alkohol? Was ist mit der Sportplatzbratwurst?

Alles möglich, aber am besten an getrennten Verkaufsständen, damit sich keine langen Schlangen bilden. „Die Vereine müssen wieder Geld verdienen. Wir haben ihnen aber geraten, Getränke nicht mehr in Gläsern oder Bechern, sondern nur noch in verschlossenen Flaschen zu verkaufen. Das ist die bessere Alternative in diesen schwierigen Corona-Zeiten“, sagt Wagner.

(Von Holger Appel)

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