Andreas Humbert, Trainer des JSK Rodgau, im Interview

„Auf der Rosenhöhe ist es immer schwer“

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Will Meister werden: Andreas Humbert. Foto:

Über zwei Jahrzehnte war das Gelände der SG Rosenhöhe die sportliche Heimat von Andreas Humbert. Als Coach des aufstiegsambitionierten JSK Rodgau kehrt er nun in der entscheidenden Phase der Fußball-Gruppenliga zu seinem früheren Verein zurück.

Offenbach –  Der Tabellenzweite aus Jügesheim braucht bei den Offenbachern unbedingt einen Sieg, um seine Chance auf die Meisterschaft zu wahren.

Herr Humbert, was erwartet Ihre Mannschaft am Sonntag auf der Rosenhöhe?

Auf der Rosenhöhe ist es immer schwer. Der Verein hat eine gute Mannschaft. Wer weiß, was am Ende der Saison herausgekommen wäre, wenn sie den Start nicht so in den Sand gesetzt hätten. Aktuell ist die SGR auf Platz drei der Rückrundentabelle, das sagt schon alles. Betrachtet man die Ergebnisse gegen die Spitzenteams, steht da ein 0:0 gegen Großkrotzenburg und ein 3:2-Sieg gegen Türk Gücü Hanau, alle erzielt in den vergangenen Wochen. Somit gibt es keine eindeutige Favoritenstellung für dieses Spiel.

Was spricht im heißen Saisonfinale für den JSK Rodgau, was für Germania Großkrotzenburg?

Großkrotzenburg hat alles in der eigenen Hand und kann somit aus eigener Kraft Meister werden. Wir müssen auf den Ausrutscher warten und selbst alles gewinnen. Alleine das wird schwer genug. Rosenhöhe und dann Pars Neu-Isenburg sind keine Laufkundschaft und können in einem einzigen Spiel durchaus Topleistungen zeigen. Wir haben uns sehr konstant gezeigt, stellen eine sehr überzeugende Defensive und sind immer für Tore gut. Unser Team spielt eine sehr gute Saison.

Wie bitter wäre es, am Sonntag beim Ex-Verein den Titel zu verspielen?

Ich habe in meiner Jugend dort gespielt und war später lange Jahre Trainer im Verein. Doch bin ich schon viele Jahre nicht mehr dort, da gewinnt man auch ein wenig Abstand, auch wenn man viele Menschen, die dort in der Verantwortung stehen, noch kennt. Zur Frage kommend: Wenn man ein Spiel verliert, ist es immer bitter. Egal, wie der Gegner heißt. Für uns geht es um den Aufstieg, der Platz für die Aufstiegsrunde ist uns nicht mehr zu nehmen. Somit gibt es eine Chance, auch ohne den Titel aufzusteigen. Das ist für mich elementar. Es wird ein intensives Match. Davon ist auszugehen.

Was verbindet Sie heute noch mit der SG Rosenhöhe?

Ich bin unterhalb der Rosenhöhe groß geworden, habe meine Kindheit im Lauterborn verbracht. Dort wohnen meine Eltern heute noch. Es gibt deshalb ganz viele schöne Momente, die mich mit der Rosenhöhe verbinden. Kindheitserinnerungen eben. Aus meiner Trainertätigkeit kann ich mich an viele schöne und vor allem erfolgreiche Momente erinnern. Etliche Meisterschaften, Pokalsiege und Hallenkreismeisterschaften, Aufstiege und kein einziger Abstieg. Auch ich habe dazu beigetragen, dass der Verein eine kaum für möglich gehaltene Entwicklung genommen hat. Leute wie Horst Kleinschmidt, Kersten und Manfred Fuchs, Antony Hayes, Jürgen Heilmann, Frank und Werner Diel, mein Vater Manfred – und viele andere mehr – haben den Verein aus seinem Dornröschenschlaf geholt und die Basis gelegt für eine wunderbare Entwicklung. Ich habe in etwa 22 Jahre an diesem Projekt mitgewirkt.

Gibt es dort Personen, auf die Sie sich besonders freuen?

Es gibt immer Menschen, zu denen man einen besseren und einen weniger guten Kontakt pflegt. Besonders freue ich mich auf meinen Freund Bernd Grundler. Der hat immer eine paar Sprüche für mich parat, die im Allgemeinen dafür sorgen, dass sich die Leute drum herum den Bauch halten müssen vor Lachen.

Gibt es personelle Ausfälle?

Clemens Freitag ist angeschlagen.

Haben Sie sich eigentlich schon mit möglichen Gegnern der Aufstiegsrunde befasst?

Ja, das haben wir bereits getan. Wir wollen, falls nötig, bestens vorbereitet in die Aufstiegsrunde gehen. Was dann herauskommt, ist oft abhängig von dem zur Verfügung stehenden Personal und der Tagesform. Das Motto lautet: Alles kann, nichts muss.

Das Gespräch führte Frank Schneider

Quelle: op-online.de

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