Nach Trinkpause läuft’s bei Neu-Isenburg

JSK Rodgau überrascht mit 4:0-Sieg

+
Moral bewiesen: Neu-Isenburgs Dejan Djordjevic (links) behauptet sich gegen Ibrahima Samb. Mit seinem Anschlusstor zum 1:2 leitete er die Wende gegen Aufsteiger SV der Bosnier Frankfurt ein. 

Aufsteiger JSK Rodgau hat mit einem klaren Erfolg in Wald-Michelbach eine erste Duftmarke in der Fußball-Verbandsliga Süd gesetzt. Am Mittwoch (19. 30 Uhr) wartet nun der SC 1960 Hanau.

Offenbach – Der Titelanwärter kam bei der Saisonpremiere zu einem 5:1-Erfolg gegen Neuling VfB Ginsheim II. Ganz spät jubelte Germania Ober-Roden beim 1:0 gegen Unter-Abtsteinach.

RW Darmstadt - Viktoria Urberach 4:2 (2:0). Die Rödermarker hatten im ersten Durchgang große Schwierigkeiten, in die Partie zu finden. Die Gastgeber nutzten das und gingen durch Koyuncus Doppelpack (12., 27./FE) in Führung. Die Gäste zweifelten allerdings an der Berechtigung des Strafstoßes und haderten zudem mit ihrer Chancenverwertung. Philipp Hochstein scheiterte zweimal frei vor Torwart Tom Henssel. In Halbzeit zwei machte es der Viktoria-Angreifer dann besser. Seine beiden Treffer reichten aber nicht zum Punktgewinn, weil Darmstadt jeweils postwendend zurückschlug. „Die erste Halbzeit haben wir verschlafen, aber im zweiten Durchgang waren wir besser“, konstatierte Urberachs Trainer Jens Wöll: „Einen Punkt hätten wir zu diesem Zeitpunkt sicher verdient gehabt.“ Weil aber nach dem 2:4 Hochstein und Kevin Puls gute Chancen liegenließen, stand die erste Saisonniederlage zu Buche.

Viktoria Urberach: Schickedanz - Piarulli, Puls, Kohl, Hamed (76. El Aadmi) - Serra, Mehmet Yildirim (46. Sevket Yildirim), Schneider, Alempic, Czerwinski (88. Bufi) - Hochstein

Tore: 1:0, 2:0 Koyuncu (12., 27./FE), 2:1 Hochstein (48.), 3:1 Aykir (56.), 3:2 Hochstein (61.), 4:2 Wembacher (62.)

Eintracht Wald-Michelbach - JSK Rodgau 0:4 (0:0). Der Aufsteiger aus dem Rodgau legte mit einer bissigen Zweikampfführung, aufmerksamer Defensivarbeit und großer Laufstärke den Grundstein zum ersten Sieg im ersten Spiel. „Allerdings hatten wir auch etwas Glück“, räumte Trainer Andreas Humbert ein. In der ausgeglichenen ersten Hälfte hatte Wald-Michelbachs pfeilschneller Angreifer Jan Gebhardt zwei gute Chancen ausgelassen. Insgesamt aber nahm Nico Klein den früheren Neu-Isenburger mit klugem Spiel weitgehend aus der Partie. „Das hat er sehr clever gemacht“, lobte Humbert. In Durchgang zwei belohnte sich der Neuling mit zum Teil tollen Toren. Nach dem 1:0 durch einen blitzsauber zu Ende gespielten Konter durch Max Enders (56.) erzielte Ralf Cölsch das Tor des Tages. Till Fakic legte Jason Kunths klasse Zuspiel mit der Brust ab auf Cölsch – und der traf per Scherenschlag (58.). Einziger Wermutstropfen: die Verletzung von Torwart Milan Ivanov, der nach einem Zusammenprall ins Krankenhaus musste. Für ihn kam A-Jugendtorwart Lennar Lutz, weil die Nummer zwei, Jerome Czaronek, ebenfalls verletzt ist.

JSK Rodgau: Ivanov (75. Lutz) - Kunth, Cölsch, Köhler, Klein - Bleibdrey, Fischer (65. Neteoui-Flores) - Freitag (50. Dejanovic), Profumo, Enders - Fakic

Tore: 0:1 Enders (56.), 0:2 Cölsch (58.), 0:3 Fakic (81.), 0:4 Profumo (88.)

Spvgg. 03 Neu-Isenburg - SV der Bosnier 3:2 (2:2). Nick Janovskys Maxime nach dem Abstieg aus der Hessenliga bewahrheitete sich gegen den Aufsteiger aus Frankfurt schon nach wenigen Minuten. „Du musst gegen jeden Gegner mit einer gewissen Demut agieren und dir alles hart erarbeiten“, meinte er. Nach zwölf Minuten musste er allerdings erstmal mächtig schlucken, nachdem die Gäste durch einen Doppelschlag 2:0 führten. Besserung brachte schließlich die Trinkpause nach 25 Minuten. „Da konnten wir einige Fehler ansprechen“, bemerkte Janovsky. Die Belohnung folgte prompt. Dejan Djordjevic und Marc Züge per verwandeltem Strafstoß glichen noch vor der Pause aus. „Das hat uns natürlich geholfen“, freute sich Janovsky. Nach dem 3:2 durch Lars Wolfarth (58.) hatten die Isenburger endgültig alles im Griff. Weil sie aber weitere Treffer verpassten – unter anderem traf Züge noch den Pfosten – mussten die Hausherren um den ersten Saisonsieg zittern. Die Gäste trafen mit ihrer dritten Chance die Latte. „Wir haben große Moral gezeigt“, freute sich Janovsky.

Spvgg. 03 Neu-Isenburg: Rudolf - Hammel, Scheel (59. Nessen), Metzler, Diack - Djordjevic (74. Kalzu), Budic, Letellier, Schellhorn - Ermert (Wolfarth) - Zuege

Tore: 0:1 Reko (11.), 0:2 Derdemez (12.), 1:2 Djordjevic (38.), 2:2 Zuege (42./FE), 3:2 Wolfarth (58.)

Germania Ober-Roden - SG Unter-Abtsteinach 1:0 (0:0). Mit dem allerletzten Angriff hat sich die Germania den ersten Dreier der Saison gesichert. Trainer Fabian Bäcker pustete danach tief durch. „So dramatisch das Ergebnis zustande kam, so hoch verdient war der Erfolg“, meinte der frühere Offenbacher Profi. In seinem vorerst letzten Spiel hatte sich vor allem Mohammed Hakimi (geht aus Studiengründen ein halbes Jahr nach Thailand) viel vorgenommen. Aber wie sein Sturmpartner Marco Christophori-Como ließ er beste Chancen aus. „Sie haben erstaunlich viel liegen gelassen“, meinte Bäcker, der auf ein Chancenverhältnis von 8:2 kam. Weil in der allerletzten Sekunde Kapitän David Steman die Kugel noch über die Linie bugsierte, war auch Hakimi schnell getröstet. „Da konnte auch er wieder lachen“, freute sich Bäcker. Der Nachfolger von Adi Akinwale sieht sein Team auf einem guten Weg: „Die Jungs machen vieles richtig.“ Wenn es jetzt noch mit dem Tore schießen klappt, werden auch Bäckers Nerven nicht mehr so sehr auf die Probe gestellt.

Germania Ober-Roden: Weinreich - Friess, Bidou, Schulte - Sumanov, Stemann, Firat, Sancak (51. Ennin), Marweg (63. Özgün) - Christophori-Como (75. Owusu), Hakimi

Tor: 1:0 Stemann (90.+5)

TS Ober-Roden - SV Unterflockenbach 1:1 (0:0). Die Gäste von der Bergstraße wussten am Ende nicht so recht, warum sie mit dem 1:1 die Tabellenführung nach dem zweiten Spieltag übernommen hatten. „Das Schlimmste ist, wenn sich der gegnerische Trainer bei dir entschuldigt, dass er einen Punkt mitgenommen hat“, gab TS-Coach Bastian Neumann einen Einblick in die Ober-Rodener Gefühlswelt. Die Gastgeber, personell durch Urlauber und den rotgesperrt fehlenden Max Hesse arg gebeutelt, hatten lange Zeit alles richtig gemacht. „Wir hatten die Kontrolle über das Spiel - und das 1:0 war hochverdient“, meinte Neumann. Dann aber brach die 88. Minute an und die Gäste kamen in Folge einer „unnötigen“ Ecke zum überraschenden Ausgleich. „Wir sind zufrieden mit dem, was die Mannschaft gezeigt hat, aber nach dem Ergebnis war die Enttäuschung doch groß“, räumte Neumann ein.

TS Ober-Roden: Schwaar - Schultheis, Strauss, Jung, Mert Barak, Kriegsch - Tugau Barak, Henkel - Waas (84. Firrantello), Schöppner, Sitter (70. Andres)

Tore: 1:0 Schöppner (71.), 1:1 Diefenbach (88.)

SC 1960 Hanau - VfB Ginsheim II 5:1 (2:1). 15 Minuten lang benötigte der neuformierte Aufstiegskandidat, um sich zu finden und zu sammeln. „Ein gewisser Druck war spürbar“, konstatierte Okan Sari, Sportlicher Leiter des hoch gehandelten SC 1960. Trainer Savas Erinc hatte auf den angeschlagenen Öczan Aydin (Oberschenkelprobleme) verzichtet. Nach der Führung durch Markus Hofmeier (11.) steckten die Hanauer auch den Ausgleich weg - und kamen noch vor der Pause zum 2:1. „Ab der zweiten Hälfte haben wir dann das Spiel komplett beherrscht“, sagte Sari. Mit schön herausgespielten Treffern schraubten die Gastgeber das Ergebnis in die Höhe. Neben Doppeltorschütze Aret Demir trug sich auch der zunächst leicht angeschlagen geschonte Michael Kohnke in die Torschützenliste ein.

SC 1960 Hanau: Pellowski - Aslan (75. Hiromoto), Gültekin, Fustero, Boateng - Bicakci, Hofmeier - Baraktaroglu, Demir, Ohashi (84. Yildiz) - Parker (50. Kohnke)

Tore: 1:0 Hofmeier (11.), 1:1 Vietze (22.), 2:1 Ohashi (25.), 3:1 Demir (48.), 4:1 Kohnke (81.), 5:1 Demir (84.)  jm

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare