Kooperation

Wird Offenbach Handballstadt? – Beeindruckende Kooperation möglich

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Große Kulisse in der Sportfabrik. Eine Szene aus der Partie TSG Bürgel gegen Kleenheim mit Torjäger Nils Lenort (links) und Tobias Lehmann.

In Offenbach ist ab nächstem Sommer eine Handballspielgemeinschaft mit beeindruckenden Zahlen denkbar. TSG Bürgel, OFC Kickers und TGS Bieber basteln an einer großen Lösung.

Offenbach – Aus losen Gesprächen rund um die Offenbacher Sportgala im März im Capitol sind konkrete Ideen geworden. Die Handballabteilungen sowie die Hauptvorstände der TSG Bürgel, des OFC Kickers und der TGS Bieber haben grünes Licht gegeben, um weitere Gespräche für eine Kooperation voranzutreiben.

Laut Rainer Lehmann, stellvertretender Abteilungsleiter der TSG Bürgel, könnte bei positivem Verlauf Hessens größte Handball-Spielgemeinschaft mit mehr als 1100 Mitgliedern, bis zu zehn Mannschaften im Aktivenbereich und 27 Jugendteams entstehen. Die HSG muss beim Hessischen Handball-Verband bis zum 31. Mai gemeldet werden, damit sie in der Saison 2020/21 an den Punktrunden teilnehmen kann. Laut Lehmann steht die nächste Gesprächsrunde in der ersten Oktoberwoche an, bis Weihnachten soll dann feststehen, ob die angestrebte HSG (Offenbach?) zustande kommt.

Rainer Lehmann

„Kooperationen von Vereinen sind nie Selbstläufer. Wichtig ist der gegenseitige respektvolle Umgang, egal wie stark oder schwach der Kooperationspartner ist. Bei allen möglichen Sorgen und Hürden, die zu umschiffen sind, wäre der Erfolg für alle eine super Sache. Offenbach wird Handballstadt“, sagt Lehmann grinsend und ergänzt: „Ich bin zwar TSG’ler durch und durch, schaue aber auf das Ganze. Nur gemeinsam können wir den Handball in Offenbach weiterbringen. Wir können alle profitieren.“ Die TSG Bürgel, sportlich der stärkste Klub der möglichen Kooperationspartner, spielt mit ihren ersten Männern in der hessischen Oberliga, zählt zu den Favoriten. Die Frauen sind in der Landesliga Süd am Ball.

Manuel Dieter, Abteilungsleiter Handball des OFC Kickers, berichtet: „Wir stehen als OFC zurzeit zwar gut da, sind aber am Maximum.“ Die ersten Männer der Kickers sind unter Trainer Christian Seliger in die Landesliga Süd aufgestiegen, die ersten Frauen sind in der Bezirksliga A beheimatet. „Und wir haben eine wirklich gute Jugendarbeit, aber uns fehlen die Helfer, um sie noch weiter zu verbessern“, sagt Dieter.

Der 33-Jährige ergänzt mit Blick auf die möglichen Partner: „Jeder der drei Vereine hat für sich selbst seine Stärken, es macht Sinn, sie zu bündeln.“ Die Stärken der Kickers sieht er in der „starken Gemeinschaft, dem beinahe schon familiären Zusammenleben.“ Die TGS Bieber ist der kleineste der drei möglichen Partner. Die Männer spielen in der Bezirksklasse D, die Frauen in der Bezirksklasse B. Zu Glanzzeiten war die TGS mit Männern und Frauen in der heutigen Bezirksoberliga am Ball. Bieber hat nach wie vor eine gute Jugendbasis. Die neue HSG könnte also bei den Aktiven vom Freizeit- bis Leistungssport alles unter einem Dach anbieten.

TSG Bürgel

Bürgel hat mit seiner Sportfabrik „die dicksten Arme bei der Infrastruktur“ (Lehmann), jedoch sollen und müssen alle anderen Trainingsstätten weiter genutzt werden. Der Name der Spielgemeinschaft, wenn sie denn zustande kommt, ist noch offen. „Aber wir benötigen einen, mit dem sich alle identifizieren können. Wir wollen nun mal viele Handballbegeisterte abholen und mitnehmen“, sagt Lehmann. Der Name Offenbach soll auf jeden Fall vorkommen. Lehmann verweist schon jetzt auf den Namen TSG Offenbach-Bürgel und berichtet, dass man auf Bezirksebene nach wie vor als die „Bürgeler“ gelte. „Auf Hessenebene heißt es aber schon jetzt, dass die Offenbacher kommen.“

Vor allem die Jüngeren haben weniger Probleme mit den Nachbarn, schauen regelmäßig gegenseitig bei den Spielen zu. „Wir kennen uns alle, das alte Scheuklappendenken gibt es nicht mehr. Es ist Zeit für den nächsten Schritt“, sagt der Bürgeler Funktionär. Er gibt zu, davon zu träumen, dass die neue HSG mit den Männern bald in der 3. Liga in einer mit 1000 Zuschauern ausverkauften Sportfabrik antritt.

VON HOLGER APPEL

Quelle: op-online.de

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