Interview

Interview mit Kreisfußballwart: „Würde nicht zu einem solchen Verein wechseln“

Jörg Wagner Offenbachs Kreisfußballwart

„Viele Vereine haben mit dem Training wieder angefangen, weil sie den Druck der anderen Vereine spüren“, sagte Offenbachs Kreisfußballwart Jörg Wagner beim jüngsten virtuellen Stammtisch des Kreises. Auch das Fair-Play spielt dabei eine Rolle.

Offenbach – Herr Wagner, wie hat sich das Fair-Play-Verhalten in Zeiten von Corona bemerkbar gemacht?

Man hat zunächst gesehen, dass die Vereine enger zusammengerückt sind. Das zeigt auch unser virtueller Stammtisch, wir haben gesehen, dass wir diese Zeit gemeinsam besser durchstehen. Nun wird auf Druck der Gesellschaft einiges lockerer gehandhabt, auch der Druck auf Klubs steigt.

Wie äußert sich das?

Das Training ist unter gewissen Vorgaben wieder freigegeben, diese sind aber nicht einfach umzusetzen. Wir sollten nicht so tun, als wäre nichts gewesen, gerade das Abstandsgebot bleibt sehr wichtig. Aber Eltern machen Druck, das Training wieder aufzunehmen. Ohne zu wissen, was da für einen Trainer alles dranhängt. Und die Vereine müssen wieder mit dem Training beginnen, um ihre Spieler, speziell die Jugendlichen, nicht zu verlieren.

Das droht aber, wenn einige Vereine Spieler zu einem Probetraining einladen, hinter dem Rücken des Heimatclubs. Wie bewerten Sie das?

Das ist absolut unsportlich, dafür habe ich kein Verständnis. Als Spieler wüsste ich, dass ich nicht zu einem Verein wechseln würde, der sich derart verhält. Ich habe Verständnis dafür, dass Vereine ihre Kader planen müssen. Aber gerade in dieser Zeit, in der persönliche Kontakte selten sind, erwarte ich, dass man miteinander kommuniziert, dass interessierte Klubs anfragen, ob sie Spieler zum Training einladen dürfen. Da gebietet bereits das normale Fair-Play.

Das Gespräch führte Patrick Leonhardt

Quelle: op-online.de

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