Interview

Trainer Belaajel will mit 1960 Hanau angreifen

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Fachgespräch in Hanau: Trainer Raduan Belaajel (rechts) mit Mittelfeldspieler Benjamin Braus.

Hanau – Es war keine leichte Aufgabe, die Raduan Belaajel erwartete, als er Anfang November 2018 das Traineramt beim Fußball-Verbandsligisten SC 1960 Hanau antrat.

Nach drei Niederlagen hintereinander und der Attacke eines Fans hatte Vorgänger Antonio Abbruzzese den Posten abgegeben. Mit der Partie gegen Germania Ober-Roden starten die 60er als Tabellendritter mit acht Punkten Rückstand auf Stadtrivale und Spitzenreiter FC 93 in die zweite Saisonhälfte.

Herr Belaajel, wie ist die Vorbereitung verlaufen?

Mit den Jungs bin ich zufrieden, sie haben gut mitgezogen und ordentlich gearbeitet. Wir sind auf einem guten Stand. Doch ohne Kunstrasen war es schwierig. Wir waren durch die Witterung arg gebeutelt. Trainingsplätze waren nicht bespielbar, Testspiele sind ausgefallen. In dieser Hinsicht war die Vorbereitung suboptimal, aber wir haben das Beste daraus gemacht.

Zuletzt gab es in den Testspielen ein 6:2 gegen Kahl, davor ein 6:5 in Schwanheim. Beim 8:3 in Dörnigheim kassierte ihr Team drei Gegentore. Hat 1960 ein Defensivproblem?

Wir haben hinten raus zu viele Gegentore zugelassen. Viele Gegentore fielen nach individuellen und einfachen Fehlern, die wir abstellen müssen. Das war ein großes Manko. Die einfachen Fehler sind in den Tests hart bestraft worden und das war gut so.

Worauf führen Sie die vielen Gegentore zurück?

Das ist eine Sache der Konzentration. Aber auch Überheblichkeit. Der eine oder andere fällt während der Vorbereitung auch einmal in ein Loch, aber das soll keine Entschuldigung sein.

Vor einigen Wochen äußerten Sie, dass Sie froh sind, wenn die Langzeitverletzten Melih Gültekin und Tim Werner wieder zur Verfügung stehen. Wie ist der Stand bei den Beiden?

Leider unverändert zur Hinrunde, beide Spieler fallen aus. Da war die Hoffnung größer, als die Realität zugelassen hat. Dazu haben wir drei, vier angeschlagene Spieler, die sollten aber gegen Ober-Roden dabei sein.

Welches Ziel nehmen Sie ins Visier?

Den Titel haben wir nicht in der eigenen Hand. Wir können alle verbleibenden Partien gewinnen und werden doch nur Zweiter, wenn die 93er nur gegen uns verlieren. Platz zwei ist greifbar, ist aus eigener Kraft machbar. Den wollen wir erreichen. Wenn sich mehr ergibt, sind wir darüber nicht böse.

Die Topspiele gegen die 93er und Walldorf stehen erst im Saisonendspurt an. Bis dahin könnte schon eine Entscheidung gefallen sein…

Wichtig sind die ersten Partien. Wir spielen zunächst gegen den FC Germania Ober-Roden, dann gegen Bornheim und die Sportfreunde. Das sind alles Mannschaften, die nur knapp hinter uns in der Tabelle liegen. Das sind alles Endspiele. Ich hoffe, dass wir in den Partien eine ähnliche Durchschlagskraft wie in den Testspielen an den Tag legen.

Gerade in dieser Jahreszeit erwartet eine technisch starke Mannschaft wie die 60er auf holprigen Naturrasenplätzen keine leichte Aufgabe. Spielt das eine Rolle?

Nur in den Köpfen. Diese Ausrede lasse ich nicht gelten, der Gegner spielt auf dem gleichen Platz. Wichtig ist, dass wir die nötige Einstellung zeigen. Wenn wir das Maximale gegeben haben, es aber nicht reicht, können wir dennoch erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Wenn nicht, dann ist das sehr ärgerlich. Wir müssen einfach alles versuchen.

Das Gespräch führte Patrick Leonhardt

Quelle: op-online.de

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