SC Hessen Dreieich will als Aufsteiger angreifen

Regionalliga in den Hinterköpfen

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Die Macher des SC Hessen: Trainer Thomas Epp (Mitte) und Sponsor Hans Nolte (rechts) mit Bürgermeister Dieter Zimmer.

Dreieich - Der SC Hessen Dreieich hat die Meisterschaft in der Fußball-Verbandsliga Süd vier Spieltage vor Schluss sicher. Kaum überraschend, war der Titel von allen Trainern der Liga vorhergesagt worden. Von Daniel Schmitt 

„Wir hatten von Anfang an ein klares Ziel. Nicht den dritten, nicht den zweiten, sondern nur den ersten Platz. Das war unsere Mission, das hat es aber auch nicht immer einfach gemacht“, schildert Epp die spezielle Ausgangslage. Speziell deshalb, weil es den SC Hessen erst seit zwei Spielzeiten gibt. Nach einer ordentlichen ersten Saison, die auf Rang neun beendet wurde, investierte der Klub im vergangenen Sommer viel Geld. Mit Hilfe des finanzstarken Unternehmers Hans Nolte, Besitzer der nur wenige hundert Meter vom neu gebauten Sportpark an der Lettkaut in Dreieichenhain ansässigen Firma Hahn Air, wurden Spieler geholt, die sich sonst fast kein Verbandsligist leisten kann. Christian Pospischil etwa, ehemaliger Profi bei den Offenbacher Kickers, oder Markus Brüdigam, Ex-Verteidiger des damaligen Drittligisten Darmstadt 98. Die Mannschaft erhielt ein komplett neues Gesicht, was nicht selten zu Neid führte - innerhalb von Dreieich wegen der Sonderstellung des SC Hessen und innerhalb der Verbandsliga bei der Konkurrenz. Nicht selten waren am Spielfeldrand von gegnerischen Zuschauern abfällige Bemerkungen zu hören. Auch Hans Nolte wird dies nicht entgangen sein, beobachtete er doch so gut wie jedes Spiel seines Teams. Am Anfang der Saison äußerst zurückhaltend, am Ende der Spielzeit direkt neben Trainer Epp auf der Bank und in der Kabine.

„Er war am Schluss extrem nah bei der Mannschaft, das ist wie eine Art Baby für ihn“, sagt auch Epp und spricht nur positiv über den Kontakt zu Nolte: „Wir sehen uns fast jeden Tag, gehen ab und an Mittagessen und besprechen Themen. Er hat immer ein offenes Ohr und stellt mir Fragen zu sportlichen Angelegenheiten, ohne sich in meine Arbeit einzumischen.“ Epps Arbeit ist mit dem diesjährigen Aufstieg in Hessens höchste Amateurklasse noch längst nicht beendet. Zwar will der ehemalige Profi für die kommende Runde noch kein Saisonziel öffentlich ausrufen, auf Nachfrage lässt er sich aber zumindest zur Aussage hinreißen, dass es mit Sicherheit nicht Platz zehn werden solle. „Wir wollen eine gute Rolle spielen“, sagt er. Anders formuliert: Es muss nicht gleich der Titel sein, dagegen wehren würden sich die ambitionierten Dreieicher aber auch nicht. In den Hinterköpfen dürfte die Regionalliga sicher schon herumgeistern. Zumal das im vergangenen Oktober fertiggestellte neue Sportzentrum höchsten Ansprüchen genügt und immer mehr Zuschauer anlockt.

Hessen Dreieich feiert Titel und Aufstieg

„Es freut uns besonders, dass überall aus der Umgebung neue Gesichter zu unseren Spielen kommen“, sagt Epp. Bei aller Kritik am Modell „Hessen Dreieich“ ist der Zuspruch bei den Spielen deutlich gewachsen. Zur Sportplatzeröffnung kamen etwa 800 Leute, zum Derby gegen Neu-Isenburg 700 und zur Meisterfeier 600. „Unsere Anlage wird auch in der Hessenliga etwas Besonderes sein. Natürlich wollen wir dort in der nächsten Saison guten Fußball bieten und begeistern“, sagt Epp. Die Mannschaft dafür dürfte der 47-Jährige haben. Mit Ausnahme von Stürmer Oliver Heil, der nach vielen Verletzungen nie so richtig in Schwung kam und mit dem noch abschließende Gespräche anstehen, haben alle Spieler verlängert. Epp kann also mit einem eingespielten Team in die neue Runde gehen. In Stürmer Khaibar Amani (ehemals TGM SV Jügesheim, zuletzt RW Hadamar) steht ein namhafter Zugang bereits fest. Drei bis vier weitere Spieler sollen folgen: Ein Spielmacher, ein Sechser, ein Außenbahnspieler und ein Defensivmann. „Wir wollen unseren Kader frühzeitig stehen haben und mit noch mehr Qualität als in der vergangenen Saison ins Rennen gehen“, sagt Epp.

Interessant sei, welche Spieler dem Klub angeboten werden. Neben Kickern aus dem Umfeld seien auch Berater für Spieler aus Norwegen und Japan, die in Deutschland ihr Glück suchen, vorstellig geworden. So oder so, der SC Hessen wird ein schlagkräftiges Team haben, um die ambitionierten Ziele angehen zu können. „Wir freuen uns darauf, uns mit den besten Fußballern aus Hessen zu messen“, sagt Epp.

Hessen Dreieich mit Sieg im Spitzenspiel

Quelle: op-online.de

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