Student ist in Topform

Lucas Eisenhuth: "Jetzt hätte ich noch Zeit für die 3. Liga"

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In einer anderen Höhe scheint Lucas Eisenhuth von der SG Babenhausen (links) manchmal durch die Oberliga zu fliegen. Er führt die Torschützenliste an.

Babenhausen – Lucas Eisenhuth strotzt vor Selbstvertrauen. Davon profitiert auch sein Verein Rot-Weiß Babenhausen in der Handball-Oberliga. Doch wichtiger als die Torjägerkrone ist ihm der Klassenerhalt. Von Patrick Leonhardt 

Mit 127 Toren, darunter 62 verwandelten Siebenmetern (Ligabestwert) führt Lucas Eisenhuth, 21-jähriger Linksaußen bei der SG Rot-Weiß Babenhausen, die Torschützenliste der Handball-Oberliga Hessen an. Mit seinen Treffern hat er großen Anteil an der jüngsten Erfolgsserie der „Löwen“, die sich mit 7:1 Punkten im Kampf um den Klassenerhalt ein wenig Luft verschafften. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir die Klasse halten“, sagt er zuversichtlich.

Selbstvertrauen ist ohnehin eine der großen Stärken des Torjägers. „Unser Trainer Oliver Schulz foppt mich im Training immer ein bisschen, um mich wieder herunterzuholen“, schmunzelt der gebürtige Hanauer, der in Frankfurt Wirtschaftswissenschaften studiert. „Einen wie Lucas hat man immer gerne in der Mannschaft“, sagt Oliver Schulz, „als Trainer und als Mitspieler. Er sorgt immer für Stimmung und strotzt vor Selbstvertrauen. Manchmal ist es schon ein bisschen zu viel, aber der Mannschaft hilft es ungemein weiter. Er ist ein sehr positiver Typ, der selbst, wenn er angeschlagen ist, seine Trainingseinheiten absolviert und auf eine Trainingsbeteiligung von 95, 96 Prozent kommt.“

Ausbildung in der Jugend der HSG Hanau

Nach seinen ersten Handballerfahrungen in Großauheim spielte Eisenhuth bei der TS Steinheim und anschließend bei der HSG Hanau, für die er sogar in der A-Jugend-Bundesliga auf Torejagd ging. Nach einem Jahr im Seniorenbereich, in dem er als Perspektivspieler vor allem in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam, wechselte der 21-Jährige 2017 zum Oberliga-Aufsteiger Rot-Weiß Babenhausen. Dort war Eisenhuth auf Linksaußen ursprünglich nur als Nummer zwei hinter Daniel Toscano vorgesehen. Doch Toscano fehlte zum Rundenstart 2017/2018 krankheitsbedingt. Eisenhuth rückte in die Startformation – und warf im ersten Spiel beim sensationellen 27:27 beim Drittliga-Absteiger TV Kirchzell elf und zwei Wochen später beim 36:35-Erfolg in Vellmar zehn Tore. Damit war der Hanauer nicht mehr aus der Startformation wegzudenken. „Er hat eine überragende erste Oberliga-Saison gespielt“, meinte Schulz. Mit 173 Treffern stellte er am Ende den viertbesten Torjäger der Spielzeit.

Eisenhuth selbst zeigt sich ebenfalls sehr zufrieden. „Diesen Schritt hätte ich nicht besser entscheiden können“, sagt er, „ich habe in Babenhausen sehr viel Spielzeit gesammelt und mich gut weiterentwickelt.“ Das findet auch sein Trainer Oliver Schulz, der allerdings anfügt: „Lucas kann noch zwei Schritte nach vorne machen.“

Kein Wunder, dass der Linksaußen die 3. Liga als sein persönliches Ziel ausgibt. „Jetzt als Student habe ich noch die Zeit dafür. Ich weiß nicht, wie das ist, wenn ich im Job stecke“, sagt er. Die Torjägerkrone ist dagegen nicht so wichtig, auch wenn er durchaus darauf schielt. „Der mannschaftliche Erfolg steht im Vordergrund. Ich hole lieber zwei Punkte, als dass ich die meisten Tore werfe. Mein Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt mit der Mannschaft.“ Mit seinen Toren – und seinem Selbstbewusstsein – will er allerdings seinen Anteil dazu beitragen. Auch am Samstag (19 Uhr) im Gastspiel bei der TSG Münster.

Quelle: op-online.de

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