KREISLIGA B Vereinsführung des Türkischen SC Offenbach dementiert politische Botschaft

Salut-Jubel aus Respekt vor Zuschauern

Offenbach – Mit 24 Stunden Verspätung hat sich der Vorstand des Türkischen Sportclubs Offenbach zu den salutierenden Spielern beim 2:2 im Punktspiel der Kreisliga B beim VfB Offenbach II geäußert. VON JÖRG MOLL

„Wir als Sportverein möchten, dass keine weiteren unschuldigen und unbeteiligten Menschen auf dieser Welt, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion sie angehören, leiden müssen“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung des Vereinsvorstandes. „Diese Einstellung spiegelt sich – auf und neben dem Platz – in der interkulturellen Zusammensetzung unserer eigenen Fußball-Familie sowie unserem ersten Platz in der Fairnesstabelle wieder. Wir sind für Frieden und distanzieren uns klar und deutlich von jeglichen politischen Äußerungen. “.

Der militärische Gruß, den fünf Spieler nach dem Ausgleich im Derby beim VfB Offenbach II gezeigt hatten, sei nicht aus politischen Motiven heraus erfolgt, betonte Burak Yerlikaya, Zweiter Vorsitzender des Türkischen Sportclubs. Als Beleg dafür sprach er das gute Verhältnis zum kurdisch geprägten FC Munzur Offenbach an. „Da haben wir 4:0 gewonnen, aber aus Respekt nicht salutiert.“

Für den Verein sei die Jubelgeste längst Gewohnheit, was er dadurch unterstrich, dass er Fotos hinzufügte, die die Spieler schon 2015 bei einem Ligaspiel gegen die Spvgg. Dietesheim II zeigten. „Das Salutieren ist in unserem Team zur Routine geworden, da wir dadurch unseren Zuschauern Respekt zollen“, erklärte der Vorstand: „Jeder Fußballspieler sucht sich heutzutage auch ungewöhnliche Torjubel aus. Und dies ist bei uns das Salutieren.“

Nach dem Wirbel der vergangenen Tage hat der Türkische Sportclub jedoch angekündigt, vorerst auf diese Form des Jubels zu verzichten, um nicht weiter im Verdacht zu stehen, ein politisches Statement setzen zu wollen.

Ungeachtet dessen steht dem Verein ein Nachspiel vor dem Sportgericht des Fußballkreises Offenbach ins Haus. Kreisfußballwart Jörg Wagner bestätigte nochmals, den Vorfall vom vergangenen Wochenende beim Sportgericht anzuzeigen. „Ich sehe viele Spiele im Kreis, kann mich aber nicht an eine solche Form des Jubels erinnern. Das können wir auch nicht durchgehen lassen“, betonte er. Gleichwohl wünscht er sich ein maßvolles Urteil. „Wir setzen auf den Dialog mit den Vereinen“, stellte Wagner klar. Drastischere Strafen seien nur dann sinnvoll, wenn es sich um Wiederholungsfälle handele.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare