Groß-Zimmernerin ist Vize-Europameisterin (AK) über Triathlon-Halbdistanz

Sandra Hornig feiert ihren größten Triumph

Top: Sandra Hornig fügt ihrer Medaillensammlung eine weitere hinzu. Die Zimmnerin wurde Vize-Europameisterin in der Triathlon-Halbdistanz (AK 44)
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Top: Sandra Hornig fügt ihrer Medaillensammlung eine weitere hinzu. Die Zimmnerin wurde Vize-Europameisterin in der Triathlon-Halbdistanz (AK 44)

Groß-Zimmern - Die Ausdauersportlerin Sandra Hornig aus Groß-Zimmern, die eigentlich von ihrer Parade disziplin Schwimmen kommt, gerät auch im Triathlon immer mehr in Fahrt. Von Jens Dörr

Bei den Europameisterschaften ging sie als Zweitschnellste ihrer Altersklasse über die Halbdistanz durchs Ziel. Nach Erfolgen in den vergangenen Wochen - etwa als „Heinerman“-Siegerin sowie Platz zwei aller Frauen beim Dieburger Triathlon - feierte sie am Sonntag in Wiesbaden ihren bisher wohl größten Triumph im Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen: Beim „Ironman 70.3“ über die Halbdistanz (1,9 Kilometer im Wasser, 90 Kilometer auf dem Rad und 21,1 Kilometer per pedes) wurde sie Zweite der Altersklasse W45. Da der Wiesbadener Wettkampf zugleich das EM-Rennen der „Ironman“-Serie über die Halbdistanz darstellt, hat der TV Groß-Zimmern, für den Hornig startet, nun eine frisch gebackene Vize-Europameisterin in seinen Reihen.

Beim Schwimmen, das von einem Landgang unterbrochen wurde, sortierte sich die Zimmernerin am Start unter den 2000 Teilnehmern in der fünften Startreihe ein - und bot eine gewohnt starke Leistung. Als Schnellste aller Altersklassen-Athletinnen kam sie aus dem Wasser und stieg aufs Rad. „Vor der Radstrecke hatte ich Respekt“, gab Hornig nach dem Rennen zu. Kein Wunder bei 1450 zu bewältigenden Höhenmetern. Nach den 27:27 Minuten für die fast zwei Kilometer im Wasser, meisterte die TVG-Athletin die Tour auf dem Drahtesel in 3:14:34 Stunden, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,7 Stundenkilometern entspricht. Ihre Rennstrategie dabei: „Die Strecke mit Verstand fahren und sich genug Körner für das Laufen hintennach aufheben.“ Beim Radfahren nicht alles zu geben, sei dabei schwierig gewesen, „denn in jedem Ort feuerten uns die Anwohner an, machten Party, Livebands, überall war super Stimmung. Ich genoss es, dass die komplette Radstrecke für uns Radfahrer gesperrt war. Die Gefahrenquelle Auto war nicht da.“

Nach der zweiten Disziplin ahnte Hornig noch, dass sie mit Blick auf ihre W45-Konkurrentinnen noch gut im Rennen lag. „Auf der Laufstrecke wurde es dann schnell unübersichtlich. Wie viele Bändchen jemand hatte oder welche Altersklasse jemand war, konnte ich nicht mehr erkennen. Aber das war mir egal, ich habe die Atmosphäre im kompletten Rennen voll genossen“ - was Hornig auch in dem Wissen tat, ihre persönliche Zielzeit von sechs Stunden unterbieten zu können.

Dies gelang ihr nach 1:53:41 Stunden für den Halbmarathon im welligen Wiesbadener Kurpark in einer Gesamtzeit von 5:43:22 Stunden deutlich. Lohn war dann tatsächlich Altersklassen-Platz zwei und der Vize-EM-Titel. „Der Zielkanal, der rote Teppich, mein Name im Lautsprecher, das tosende Publikum, die letzten Meter waren genial!“, resümierte Hornig. Von EM-Platz zwei erfuhr sie erst nach dem Duschen. Und es kam noch besser: „Ich habe damit auch einen Slot für die WM im September 2017 in Tennessee gezogen - dass hat mich voll umgehauen!“

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