Schaafheim

SG Mosbach/Radheim: Gute Jugendarbeit war die Basis für die erfolgreichste Saison

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Marvin Bernhard (links), hier beim 6:2-Sieg gegen den FSV Groß-Zimmern, wurde mit 19 Treffern Zweiter der Torschützenliste der A-Liga.

Schaafheim – Ihre zwölfte Saison war für die SG Mosbach/Radheim die bislang erfolgreichste. Die 2008 gegründete Spielgemeinschaft zwischen dem FSV Mosbach und Rot-Weiß Radheim wurde Meister der Fußball-Kreisliga A Dieburg und spielt damit 2020/21 erstmals in der Kreisoberliga Dieburg/Odenwald. Man muss schon 30, 40 Jahre zurückblicken, dass die Vereine der beiden Schaafheimer Gemeindeteile - damals noch einzeln - ähnlich hoch spielten. 2014, als Kai Muhl das Amt des Spielertrainers bei der SG antrat, war man sogar nur in der B-Liga beheimatet. 2016 gelang der Aufstieg in die A-Liga, nun nach der abgebrochenen Saison aufgrund des besseren Quotienten gegenüber dem FV Eppertshausen also der Sprung in die Kreisoberliga.

Frank Kurz, der Vorsitzende des FSV Mosbach, schreibt Trainer Muhl eine zentrale Rolle beim sportlichen Aufschwung zu. Muhl habe die Mannschaft unter anderem in taktischer Hinsicht sehr gut weiterentwickelt. Zudem kann sich die Spielgemeinschaft, die im Aktivenbereich drei Mannschaften gemeldet hat, auf ihre Jugendarbeit verlassen. 88 Prozent des Kaders, so haben die SG-Verantwortlichen ausgerechnet, haben eine Vergangenheit in der Jugendspielgemeinschaft zwischen Mosbach und Radheim, die sogar noch deutlich länger als die Zusammenarbeit im Aktivenbereich besteht. Die Jugendarbeit, so Frank Kurz, sei ein „Hauptthema“ in der SG.

Beneidet wurde die SG, die in 17 Spielen 14 Siege einfuhr und dreimal verlor, von der Konkurrenz in der abgebrochenen Saison unter anderem um ihre Offensivabteilung. Max Daniel, seit Jahren bester Torjäger der SG, wurde mit 26 Treffern Torschützenkönig. „Max war lange unser Alleinunterhalter im Sturm. Er ist sehr vereinsverbunden. Es ist ihm sehr hoch anzurechnen, dass er uns auch in schwierigen Zeiten in der B-Liga treu geblieben ist“, lobt Frank Kurz den 26-jährigen Torjäger, der für seine 26 Tore nur 15 Spiele benötigte, in den höchsten Tönen. Mit Marvin Bernhard, der 2019 von Viktoria Klein-Zimmern zu Mosbach/Radheim wechselte, hatte Max Daniel die perfekte Ergänzung. Mit 19 Treffern war Bernhard, neben seinem Trainer mit 31 der einzige Spieler über 30 Jahre im Kader, der zweitbeste Torschütze der Liga. „Auch Leon Ruppert hat mit elf Toren zweistellig getroffen“, sagt Spielertrainer Muhl (34), der sich in der kommenden Saison in der ersten Mannschaft ganz auf seine Trainerrolle konzentrieren will.

Ein Sonderlob gibt es von Kai Muhl für sein junges Team auch noch in einem anderen Punkt. „Die Jungs waren sehr trainingsfleißig, es gab keinen Erstmannschaftsspieler mit einer Trainingsbeteiligung unter 90 Prozent“, so Muhl, der übrigens ein waschechter Schaafheimer ist und lange bei Viktoria Schaafheim spielte. Den Verein aus dem „Hauptort“, der sich nur dank des Saisonabbruchs den Klassenerhalt in der A-Liga sicherte, hat die SG mittlerweile überholt. Mosbach/Radheim gewann beide Derbys (4:2 und 7:2). Dass man nun eine Liga über den Schaafheimern spiele, mache die SG-Verantwortlichen, so Frank Kurz, schon „ein wenig stolz“. Auch wenn das Verhältnis zwischen der Viktoria und der SG gut sei.

Die ersten sieben Saisonspiele entschied die SG für sich, ehe es am 29. September beim 0:2 gegen den späteren Zweiten Eppertshausen die erste Niederlage gab. Auch der TS Ober-Roden II (0:2) und dem PSV Groß-Umstadt (3:4) musste man sich geschlagen geben. Mit 72 Toren in 17 Spielen erzielte die SG die meisten Treffer, 25 Gegentore bedeuten Platz zwei hinter Eppertshausen.

Die Kreisoberliga werde, so Muhl „eine große Herausforderung. Wir wollen uns aber auch nicht verstecken.“ Sein Team habe die Qualität, in der neuen Klasse gut mitzuhalten. Zudem bestehe bei einem niedrigen Durchschnittsalter noch reichlich Entwicklungspotenzial.

Personelle Probleme sind nicht zu erwarten. Für die drei Mannschaften in der Kreisoberliga, C- und D-Liga stehen über 65 Spieler zur Verfügung, 60 seien jünger als 30, so die SG-Verantwortlichen. Mosbach/Radheim will sich in der Kreisoberliga etablieren, auch ein Aufstieg der zweiten Mannschaft in die B-Liga, würde den Verantwortlichen gelegen bekommen, um einen noch besseren Unterbau zu haben.

Bange vor der Kreisoberliga ist man bei der SG also nicht, zumal mit Marius Hubl, Elias Jakob, Elia Wenzel, Johannes Schmitt, Thorben Junghanß und Melvin Polzer wieder einige Spieler aus der Jugend herauskommen. Für die Neuzugänge Marvin Gunkel (TS Ober-Roden), Dennis Eifert, Micha Eifert, Jannis Höreth und Luis Stehle (alle Viktoria Schaafheim) ist es eine Rückkehr zu Mosbach/Radheim. Abgänge gibt es keine.

Die Vorbereitung auf die Anfang September beginnende Kreisoberliga-Runde ist bei der SG bereits langsam angelaufen, die so abrupt beendete Vorsaison wird auch noch einmal Thema. Vielleicht wird es im August möglich sein, die Meisterfeier mit dem gebotenen Abstand nachzuholen. (Von Sascha Eyssen)

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